Band: GAME OVER 🇮🇹
Titel: When Darkness Falls
Label: Scarlet Records
VÖ: 18/09/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01.​ Hollow And Cold
02.​ Two Souls One Flesh
03.​ Break Away
04.​ Fight For Your Mind
05.​ Scream It Out
06.​ What Fate Brings
07.​ Curse Of Strahd
08.​ Beneath The Ground
09.​ Self Denied
10.​ Command To Die

 

Besetzung

Danny Schiavina – Vocals
Luca ʻZeeroʼ Zironi – Guitar
Leonardo ʻLeoʼ Molinari – Bass
Anthony ʻVenderʼ Dantone – Drums

 

Bewertung:

4/5

GAME OVER gehören definitiv nicht zu den Bands, die nach einer Platte erst einmal jahrelang verschwinden müssen, um neue Ideen zu sammeln. Gerade einmal ein Jahr nach „Face The End“ steht mit „When Darkness Falls“ bereits das siebte Studioalbum der italienischen Thrash-Metal-Truppe in den Startlöchern. Und wer jetzt glaubt, die Jungs hätten in dieser kurzen Zeit den Fuß vom Gaspedal genommen, kennt GAME OVER offenbar noch nicht. Hier wird wieder geprügelt, gesägt und gebrüllt, was das Zeug hält.

Keine Gefangenen

Nach dem kurzen Intro „Hollow And Cold“ geht es mit „Two Souls One Flesh“ ohne große Vorwarnung los. Luca „Zeero“ Zironi lässt die Gitarren sprechen, während Anthony „Vender“ Dantone hinter dem Schlagzeug ordentlich Druck macht. Dazu kommt Danny Schiavina mit einem Gesang, der perfekt zu dieser Mischung aus Thrash, Hardcore-Attitüde und dreckiger Metal-Energie passt.

Was sofort auffällt, GAME OVER wollen nicht einfach nur schnell sein. Natürlich wird hier ordentlich aufs Tempo gedrückt, aber die Songs funktionieren vor allem dann gut, wenn die Band Geschwindigkeit und eingängige Passagen miteinander verbindet. „Break Away“ ist dafür ein gutes Beispiel. Der Track besitzt genügend Biss, bleibt aber mit seinem Refrain angenehm hängen.

„Fight For Your Mind“ legt anschließend noch eine Schippe drauf. Hier merkt man ziemlich schnell, dass GAME OVER ihre Songs nicht für den heimischen Lehnstuhl schreiben. Das Material schreit geradezu nach verschwitzten Clubs, erhobenen Fäusten und einem Publikum, das die Refrains lautstark zurückbrüllt.

Horror statt Hochglanz

Ein wichtiger Bestandteil des GAME-OVER-Kosmos ist seit jeher die Liebe zum Horror. „When Darkness Falls“ macht daraus keinen Hehl. Die Italiener bedienen sich ausgiebig bei der Ästhetik des Achtziger-Horrorfilms und verbinden das Ganze mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor.

„Curse Of Strahd“ passt natürlich schon vom Titel her perfekt in dieses Konzept. Auch „Beneath The Ground“ und „Self Denied“ schlagen in die düstere Kerbe. Dabei wirkt das Ganze erfreulich wenig nach künstlich aufgesetztem Horror-Image. GAME OVER haben offensichtlich Spaß an diesem Thema und lassen das auch hören.

Genau dieser Humor ist ein angenehmer Gegenpol zur musikalischen Härte. Denn bei aller Aggressivität nimmt sich die Band nicht so bierernst, dass am Ende nur noch finstere Gesichter und bedeutungsschwangere Posen übrig bleiben. Hier darf es auch einmal überdreht und ein wenig verrückt werden.

Riffgewitter mit Wiedererkennungswert

Gitarrist Luca „Zeero“ Zironi liefert gemeinsam mit Bassist Leonardo „Leo“ Molinari das Fundament für die zehn Songs. Die Riffs kommen scharfkantig und direkt aus den Boxen, während Dantone am Schlagzeug dafür sorgt, dass die Sache ständig in Bewegung bleibt. Besonders stark ist die Band immer dann, wenn sie das Tempo kontrolliert und nicht versucht, jeden Song bis zum Anschlag durchzubrettern.

„Scream It Out“ gehört für mich zu den besseren Momenten der Platte. Hier treffen aggressive Strophen auf einen Refrain, der tatsächlich hängen bleibt. Genau diese Mischung macht GAME OVER interessant. Die Band kann ordentlich draufhauen, verliert dabei aber nicht komplett den Blick für Melodie und Songwriting.

Natürlich ist nicht jeder Moment auf „When Darkness Falls“ gleich stark. Gerade im Mittelteil schleichen sich ein paar Passagen ein, bei denen das bewährte Rezept etwas zu deutlich durchscheint. Ein bisschen mehr Überraschung hätte der Platte an manchen Stellen durchaus gutgetan. Dafür bleibt das Album angenehm konsequent und fällt niemals völlig auseinander.

Vollgas bis zum Schluss

„Command To Die“ beendet schließlich eine Platte, die ihrem Titel alle Ehre macht. GAME OVER liefern kein gemütliches Hintergrundprogramm, sondern ein Album, das Aufmerksamkeit verlangt. Die Produktion von Simone Mularoni im Domination Studio passt dabei bestens zum Material. Die Gitarren haben genügend Biss, das Schlagzeug ordentlich Wucht und trotzdem bleibt das Gesamtbild sauber genug, damit die einzelnen Elemente nicht zu einem einzigen Soundbrei verschmelzen.

„When Darkness Falls“ erfindet den Thrash Metal sicherlich nicht neu. Das dürfte GAME OVER allerdings ziemlich egal sein. Die Italiener haben ihren eigenen kleinen Kosmos aus schnellen Riffs, Hardcore-Einflüssen, hymnischen Refrains und Achtziger-Horror längst gefunden und ziehen diesen konsequent durch.

Nach „Face The End“ ist damit kein radikaler Kurswechsel angesagt. Warum auch? Die Formel funktioniert. Und solange dabei solche Songs entstehen, darf GAME OVER ruhig weiter Vollgas geben.

Fazit: Mit „When Darkness Falls“ liefert GAME OVER ein kraftvolles, abwechslungsreiches Album ab, das sowohl musikalisch als auch thematisch überzeugt.

Internet

GAME OVER - When Darkness Falls - CD Review

Vorheriger ArtikelDie Enterbten – Niemals Zu Spät
Nächster ArtikelNECROCENE – Scumocracy
Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.