Tracklist
01. All Men Are Created Equal
02. Don’t Fail Me
03. Pacific Coast Highway
04. Half Way There
05. Kansas
06. Speed Of Life
07. Saving Grace
08. Elevator Music
09. The Lies You Promised To Keep
Besetzung
Andrew Elt – Vocals
Martin Helmantel – Bass
Dirk Bruinenberg – Drums
Joris Lindner – Guitars
Remco van Zandvoort- Keyboards
Manchmal braucht es keine neue musikalische Revolution, sondern einfach eine Band, die ihr Handwerk beherrscht und ordentlich Rock in die Bude bringt. Genau in diese Kategorie fallen 7 MILES TO PITTSBURGH. Die Niederländer haben sich 2017 aus erfahrenen Musikern der heimischen Rockszene formiert und seitdem ihren eigenen Mix aus klassischem Hard Rock, Blues und progressiven Einflüssen entwickelt. Mit Andrew Elt am Mikrofon hat die Truppe zudem einen Sänger an Bord, der diesem Sound die nötige Portion Charakter verpasst. „Beyond Repair“ ist mittlerweile das dritte Studioalbum und erscheint am 25. September 2026.
Alte Schule, aber nicht altbacken
„All Men Are Created Equal“ eröffnet die Scheibe mit kernigem Hard Rock und macht ziemlich schnell klar, dass hier niemand versucht, das Rad neu zu erfinden. Muss auch nicht sein. Die Gitarren von Joris Lindner drücken ordentlich, während Bass und Schlagzeug für das nötige Fundament sorgen. Darüber thront Elt mit seiner kräftigen, leicht rauen Stimme. Das klingt routiniert, aber eben nicht leblos.
„Don’t Fail Me“ schlägt stärker in die melodische Richtung. Hier zeigt sich eine der großen Stärken der Band. 7 MILES TO PITTSBURGH können Songs schreiben, die hängen bleiben, ohne dafür gleich in klebrige Stadionrock-Gefilde abzudriften. Die Keyboards von Remco van Zandvoort geben dem Ganzen zusätzlichen Raum, ohne ständig nach vorne gedrängt zu werden.
Mit „Pacific Coast Highway“ wird es bluesiger und entspannter. Der Song hat diesen gewissen Highway-Charakter, bei dem man automatisch das imaginäre Fenster herunterkurbeln möchte. Kein spektakulärer Übersong, aber eine Nummer, die funktioniert und dem Album etwas Luft verschafft.
„Half Way There“ bringt anschließend wieder mehr Bewegung hinein. Die Band spielt hörbar tight, bleibt dabei aber angenehm locker. Gerade diese Mischung aus technischer Sicherheit und einem gewissen Rock’n’Roll-Gefühl funktioniert bei 7 MILES TO PITTSBURGH ziemlich gut.
Wenn der Rock etwas mehr beißen dürfte
„Kansas“ gehört für mich zu den interessanteren Nummern der Platte. Hier kommt die progressive Seite stärker zum Vorschein, ohne dass der Song in musikalischem Selbstzweck versandet. Die Gitarrenarbeit sitzt, die Rhythmusgruppe arbeitet sauber und Elt hält das Ganze mit seiner Stimme zusammen.
„Speed Of Life“ legt noch einmal eine Schippe drauf. Dirk Bruinenberg darf an den Drums ordentlich Druck machen, während Martin Helmantel am Bass das Fundament liefert. Lindner bekommt ebenfalls genügend Platz, um seine Gitarren sprechen zu lassen. Genau hier merkt man, dass diese Musiker nicht erst gestern ihre ersten Saiten gezupft oder Sticks in die Hand genommen haben.
Trotzdem hat „Beyond Repair“ ein kleines Problem, manchmal klingt die Band fast zu vernünftig. Alles sitzt, alles ist sauber gespielt, die Produktion passt und die Songs sind ordentlich arrangiert. Aber gerade im Hard Rock darf es ruhig einmal etwas dreckiger werden. Ein paar Ecken mehr, ein bisschen mehr Risiko und der eine oder andere Tritt aufs Gaspedal hätten dem Album durchaus gutgetan.
„Saving Grace“ nimmt wieder etwas Tempo heraus und setzt stärker auf Atmosphäre. Der Song funktioniert vor allem über seine Melodie und Elt’s Gesang. Danach sorgt „Elevator Music“ für eine kleine Überraschung. Der Titel klingt nach Kaufhausbeschallung, musikalisch bekommt man aber deutlich mehr geboten. Die Nummer lockert das Album auf und verhindert, dass sich die Songs zu ähnlich anfühlen.
Solider Rock mit Luft nach oben
Zum Schluss folgt „The Lies You Promised To Keep“, das noch einmal verschiedene Zutaten der Platte zusammenführt. Klassischer Hard Rock, bluesige Elemente, moderne Produktion und ein Hauch Progressivität treffen hier aufeinander.
Was bleibt also von „Beyond Repair“? Vor allem eine verdammt gut eingespielte Band. 7 MILES TO PITTSBURGH haben Erfahrung, Können und genügend musikalische Klasse, um neun Songs ohne größere Ausfälle auf die Beine zu stellen. Andrew Elt ist dabei ein wichtiger Faktor, weil seine Stimme dem Material deutlich mehr Persönlichkeit gibt.
Die ganz große Überraschung bleibt allerdings aus. Dafür ist vieles zu kontrolliert und stellenweise zu glatt. Gerade wenn die Band richtig loslegt, möchte man gelegentlich einfach noch etwas mehr Dreck, mehr Druck und mehr Mut. Trotzdem gibt es genug starke Momente, um „Beyond Repair“ nicht vorschnell abzuhaken.
Wer klassischen Hard Rock mit bluesigem Einschlag mag und dabei auch mit gelegentlichen progressiven Ausflügen klarkommt, bekommt hier eine ordentlich gemachte Platte. Keine Abrissbirne, die einem die Schädeldecke wegbläst, aber solides Rockfutter mit Charakter und genügend Substanz für mehrere Durchläufe.
Fazit: „Beyond Repair“ zeigt die Band auf einem kreativen Höhepunkt und bestätigt ihre Position als eine der spannendsten europäischen Hard-Rock-Formationen.






