Band: BLOODSTAIN 🇸🇪
Titel: Bloodstain
Label: Threeman Recordings
VÖ: 25/09/26
Genre: Classic Metal/Hard Rock

Tracklist

01. Annihilation Line
02. Something Sinister
03. I Am Death
04. Carved Into Stone
05. Taint Me
06. Disdained
07. Lies Bleeding Through
08. Conspiracy
09. Faceless Dealer
10. Banner of Supremacy

 

Besetzung

Oskar Lindroos – Guitar & Lead Vocals
Tobias Lindström – Guitar & Backing Vocals
Jonathan Thyberg – Bass & Backing Vocals
Benjamin Norgren – Drums & Backing Vocals

 

Bewertung:

4/5

Es gibt Alben, die wollen einem unbedingt erklären, wie wichtig sie sind. Und dann gibt es Platten, die einfach den Verstärker aufdrehen und loslegen. BLOODSTAIN gehören erfreulicherweise zur zweiten Sorte. Die Schweden aus Stockholm haben sich erst Ende 2023 gegründet und stehen mit ihrem selbstbetitelten Debüt noch ziemlich am Anfang. Trotzdem klingt „Bloodstain“ nicht nach einer Band, die erst einmal vorsichtig ihre Zehen ins kalte Wasser hält.

Oskar Lindroos (Gitarre, Lead Vocals), Tobias Lindström (Gitarre, Backing Vocals), Jonathan Thyberg (Bass, Backing Vocals) und Benjamin Norgren (Drums, Backing Vocals) wissen ziemlich genau, was sie wollen: Classic Metal und Hard Rock, kräftige Gitarren und Songs, die nicht nach drei Durchläufen wieder aus dem Gedächtnis verschwunden sind.

Produziert wurde das Album von Alex Hellid, Per Aldeheim und BLOODSTAIN selbst. Das Ergebnis ist erfreulich direkt. Kein übertriebenes Hochglanzpolieren, kein moderner Produktionszirkus, der aus einer Metalband plötzlich ein steriles Studioprodukt macht. Die Gitarren dürfen arbeiten, die Drums drücken und die Songs behalten genügend Ecken und Kanten.

Hier wird nicht lange gefackelt

„Annihilation Line“ eröffnet das Album und macht sofort klar, dass BLOODSTAIN keine zehn Minuten Intro-Gedudel brauchen. Riff rein, Schlagzeug hinterher und ab dafür. Genau diese Unkompliziertheit steht der Band gut.

„Something Sinister“ bleibt auf der klassischen Heavy-Metal-Schiene, ohne dabei komplett im Retro-Keller stecken zu bleiben. Das ist ein wichtiger Unterschied. BLOODSTAIN bedienen sich zwar großzügig bei der alten Schule, versuchen aber nicht, sich als verlorene Band aus irgendeinem obskuren Jahrgang der Achtziger auszugeben.

„I Am Death“ tritt anschließend etwas schwerer aufs Pedal. Der Song besitzt mehr Dunkelheit und Druck, während „Carved Into Stone“ wieder stärker auf Melodie setzt. Gerade hier merkt man, dass die beiden Gitarren nicht einfach nur links und rechts denselben Akkord durch die Gegend schieben. Es passiert etwas zwischen den Instrumenten.

Und genau solche Kleinigkeiten machen den Unterschied. BLOODSTAIN können riffen, ohne daraus eine Gitarrenolympiade zu machen. Das gefällt mir.

Dreck unter den Fingernägeln

Mit „Taint Me“ und „Disdained“ wird die Platte wieder etwas ruppiger. Hier kommt der Hard-Rock-Anteil stärker zum Vorschein und sorgt dafür, dass „Bloodstain“ nicht wie eine weitere Hochglanz-Retro-Produktion klingt.

„Lies Bleeding Through“ nimmt etwas Tempo heraus und arbeitet stärker mit Atmosphäre. Ein guter Schachzug, denn zehn Songs nach demselben Rezept wären ziemlich schnell ermüdend. BLOODSTAIN lassen ihren Songs Luft, ohne dabei ins belanglose Gedudel abzurutschen.

Dann kommen „Conspiracy“ und „Faceless Dealer“. Und spätestens hier darf der Kopf ruhig wieder etwas kräftiger mitnicken. „Faceless Dealer“ besitzt diesen dreckigen Rock’n’Roll-Unterton, der auf einer kleinen Bühne wahrscheinlich noch einmal deutlich besser funktionieren dürfte. Man hört förmlich das aufgerissene Topteil und den Schweiß, der irgendwann von der Decke tropft.

Genau dort sehe ich auch eine der großen Stärken dieser Band. BLOODSTAIN klingen nicht nach Musik, die ausschließlich für Kopfhörer und Wohnzimmer geschrieben wurde. Diese Songs wollen raus. In einen Club. Auf eine Bühne. Vor Leute, die Bier verschütten und beim Refrain die Fäuste nach oben reißen.

„Banner of Supremacy“ beendet den Reigen und bringt noch einmal die bekannten Zutaten zusammen. Fette Gitarren, treibende Drums und genug Melodie, damit der Song nicht einfach hinten aus der Tür verschwindet.

Noch nicht perfekt, aber verdammt ordentlich

Natürlich ist hier noch Luft nach oben. BLOODSTAIN haben ihren eigenen Sound noch nicht komplett freigeschaufelt. Dafür sind die klassischen Einflüsse stellenweise einfach zu deutlich. Man erkennt die musikalische Herkunft ziemlich schnell.

Aber ehrlich gesagt: Bei einem Debüt stört mich das weniger als eine Band, die unbedingt originell sein will und dabei vergisst, gute Songs zu schreiben.

„Bloodstain“ funktioniert, weil BLOODSTAIN ihre Hausaufgaben gemacht haben. Die Riffs sitzen, die Songs haben Struktur und die Band besitzt genügend Eier, ihre Musik nicht unnötig kompliziert zu machen. Das Album will keine Doktorarbeit über Heavy Metal sein. Es will rocken. Und genau das tut es.

Noch fehlt der ganz große Wiedererkennungswert, der aus einer guten jungen Band eine wirklich eigene Marke macht. Wenn BLOODSTAIN diesen Punkt auf dem nächsten Album knacken, könnte es interessant werden. Denn die Grundlage ist da, und zwar ziemlich ordentlich.

Für den Moment bleibt ein Debüt, das angenehm nach klassischem Heavy Metal, Hard Rock und ein bisschen verschwitztem Clubabend klingt. Nicht geschniegelt, nicht überambitioniert und schon gar nicht langweilig.

Fazit: „Bloodstain“ ist ein vielversprechendes Debüt, das mit seiner Energie und seinem Können überzeugt – eine Band, die in Zukunft noch einiges bewegen könnte.

Internet

BLOODSTAIN - Bloodstain - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.