Tracklist
01. A Mirror Darkly
02. The Last Funeral
03. Altars of Ash
04. Wreathed in Tears
05. From Eternity I Call
Besetzung
Matt Small – Vocals
Thijs Mulders – Guitars
Gerben van der Aa – Guitars
Robbie Rijpert – Bass
Sarban Grimminck – Drums
Es gibt Alben, bei denen die Musik im Vordergrund steht. Und dann gibt es Platten, bei denen man automatisch auch an die Geschichte dahinter denkt. „Aeturna“, das Debüt von AETURNA, gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Die niederländische Band wurde mit einer klaren Idee gegründet, zurück zu den Wurzeln des frühen Death/Doom der Neunziger. Langsame, schwere Riffs, düstere Atmosphäre und dieser ganz eigene Geruch nach alten Katakomben, ohne daraus irgendeine Hochglanz-Retroshow zu machen.
Ursprünglich war der Plan, mit der Band auf die Bühne zu gehen und das erste Album aufzunehmen. Doch 2024 verstarb Sänger William. Damit hätte die Geschichte von AETURNA auch schon wieder vorbei sein können. Stattdessen entschieden sich die verbliebenen Musiker dafür, weiterzumachen.
Ein Album mit Geschichte
Bereits für den Little Devil Doom Day in Tilburg war die Band gebucht. Der Auftritt sollte als Tribut an William stattfinden. Matt Small von der walisischen Doom-Band THE DROWNING sprang zunächst als Gast am Mikrofon ein. Offenbar funktionierte diese Kombination so gut, dass aus dem geplanten Gastauftritt eine feste Zusammenarbeit wurde.
Und genau diese Geschichte hängt über „Aeturna“. William hat an allen fünf Songs mitgearbeitet, die nun auf dem Album gelandet sind. Es handelt sich gleichzeitig um die ersten fünf Stücke, die AETURNA überhaupt geschrieben haben. Dadurch bekommt die Platte eine Bedeutung, die man nicht einfach mit ein paar Worten wie „Debütalbum“ abhandeln kann.
Musikalisch beginnt „A Mirror Darkly“ genau dort, wo man bei einer Band mit dieser Vorgeschichte und diesem Genre erwartet, dass sie beginnt. Schwere Gitarren, schleppende Drums und eine Atmosphäre, die ziemlich tief im Morast steckt. AETURNA brauchen keine Geschwindigkeit, um Druck aufzubauen. Die Riffs kriechen eher langsam aus dem Keller und bleiben dort auch eine ganze Weile.
„The Last Funeral“ zieht die Schraube weiter an. Doom und Death Metal stehen hier nicht nebeneinander, sondern werden ordentlich miteinander vermischt. Die Gitarren liefern die Schwere, während die Drums immer wieder für etwas mehr Bewegung sorgen. Das Ganze klingt angenehm altmodisch, ohne dabei wie eine schlecht kopierte Neunziger-Platte zu wirken.
Schwer, düster und ohne Schnickschnack
Mit „Altars of Ash“ zeigt sich, dass AETURNA durchaus Atmosphäre können, ohne jeden Song mit künstlichem Pathos zuzukleistern. Das Stück bleibt schwer und dunkel, bekommt aber genügend Dynamik, damit sich die fünf Songs nicht wie ein einziger endloser Doom-Block anhören.
Matt Small macht seine Sache dabei verdammt ordentlich. Seine Stimme sitzt genau dort, wo sie bei diesem Material hingehört. Kein aufgesetztes Brüllen, kein unnötiges Theater. Stattdessen ein Gesang, der dem ohnehin schon düsteren Sound noch eine zusätzliche Schicht verpasst.
„Wreathed in Tears“ schlägt anschließend etwas stärker in die melancholische Richtung. Der Titel passt dabei ziemlich gut zur Stimmung. Die Texte stammen von Small und bewegen sich zwischen Trauer, alten Geschichten und arkanen Motiven. Das funktioniert vor allem deshalb, weil die Musik nicht versucht, daraus eine übertriebene Gothic-Oper zu machen.
Zum Schluss kommt „From Eternity I Call“, das noch einmal alle Trademarks der Band zusammenpackt. Schwere Gitarren, langsame Passagen, düstere Melodien und dieser alte Death/Doom-Schmutz, der dem Album gut zu Gesicht steht.
Kein Retroprodukt von der Stange
Produziert wurde das Album ebenfalls mit einem gewissen Maß an Bodenhaftung. Gitarren und Schlagzeug wurden im Winter 2025 aufgenommen, Mix und Mastering folgten im Frühjahr 2026. Die Produktion ist sauber genug, um jedes Instrument nachvollziehen zu können, aber eben nicht klinisch. Gerade bei dieser Art von Musik wäre eine überpolierte Produktion ohnehin eher störend.
Natürlich könnte man argumentieren, dass fünf Songs für ein Debüt nicht gerade üppig sind. Andererseits haben diese fünf Stücke einen gemeinsamen roten Faden und wirken nicht wie schnell zusammengeschusterte Füllware. Man merkt ihnen an, dass sie aus einer langen musikalischen Verbindung heraus entstanden sind.
„Aeturna“ ist kein Album, das versucht, den Doom/Death-Metal neu zu erfinden. Das muss es aber auch gar nicht. AETURNA greifen bewusst nach dem Sound der frühen Neunziger und machen daraus eine dunkle, schwere und erstaunlich stimmige Platte.
Was das Album besonders macht, liegt ohnehin nicht nur in den Riffs. William hat an allen fünf Songs gearbeitet, und dadurch wird „Aeturna“ zu einem musikalischen Abschied. Nicht kitschig, nicht übertrieben sentimental, sondern einfach als Erinnerung an jemanden, der Teil dieser Musik und dieser Band war.
Die Platte hat ihre Ecken und Kanten, könnte stellenweise noch etwas mehr Eigenständigkeit vertragen und ist mit fünf Songs relativ schnell durch. Trotzdem bleibt nach dem letzten Durchlauf etwas hängen. Und genau das ist bei einem Album dieser Art verdammt viel wert.
Fazit: AETURNA liefern mit „Aeturna“ ein ehrliches Old-School-Doom/Death-Debüt ab, das seine Wurzeln nicht versteckt und gleichzeitig eine ganz persönliche Geschichte erzählt.






