Tracklist
01. Dindan gouloù ar c’hroajoù mein
02. Va c’heriadenn
03. Recueillement
04. Pour une couronne de chrysanthèmes
05. Noz ar re grouget
06. Aux songes de l’hiver
Besetzung
Florian Le Borgne – Bass
Galaad Biannic – Drums
Grégory Person – Guitars, Vocals
Mathieu Losq-Le Bars – Vocals
Sven Vinat – Guitars, Vocals
Die französische Black Metal Band MÖHRKVLTH kehrt mit ihrem Sophomore-Album zurück – acht Jahre nach ihrem Debüt. „Gwenojennoù An Ankounac’h“ ist ein Album, das einmal mehr die Stärke der Band zeigt, verstörende Klanglandschaften zu kreieren.
Interessante Melodien von katastrophalem Schlagzeug zerstört
Atmosphärisch, finster – der Eröffnungssong „Dindan gouloù ar c’hroajoù mein“ klingt wie eine distanzierte epische und ätherische ambiente Klanglandschaft, die sich langsam entfaltet und komplexer wird, plötzlich in einen aggressiven Angriff von Gitarren und besonders Schlagzeug transformiert. Mit gewisser Folk-beeinflusster melodischer Linie, behält einen melancholischen Klang – cleane Vocals ergänzt durch verzweifelte Shrieks, leidenschaftliche Schreie. Ein melodischer Ansatz, der leider zerstört wird durch deplatziertes Schlagzeug, das hart weiter hämmert – nur konstantes und gnadenloses Hämmern, das sehr bald nervtötend wird. Unverbunden mit der Melodie, ohne jede Fantasie, einfach katastrophales Schlagzeug. Wäre da nicht diese Schlagzeug-Raserei, wäre der Klang interessant und sensibel gewesen. Zu schade.
MÖHRKVLTH kommen aus Plougonven, Bretagne, seit 2014 aktiv. In typischer Black Metal Manier können nicht viele Details über die Bandmitglieder bekannt sein – genauer, wer und wann im Projekt kollaboriert. Das aktuelle Lineup besteht aus Bassist Florian Le Borgne, Schlagzeuger Galaad Biannic, Vocalist Mathieu Losq-Le Bars und dem Gitarren-Duo Grégory Person und Sven Vinat, beide auch als Backing Vocals.
Noch melancholischer kommt „Va c’heriadenn“ mit komplexerem Klangbild. Wenn man das überwältigende Schlagzeug ignorieren kann, ist die Melodie gut – lehnt sich an Depressive Black Metal an. Die traditionellen Folk-Elemente können immer noch in der melodischen Linie erkannt werden – eine voll von Traurigkeit, verleiht dem Song schmerzerfüllte Stimmung. Mit dem Tempo, das plötzlich anzieht und einen Wechsel kreiert, der gut kontrolliert und gespielt ist. Mit gesprochenen Passagen wird die gesamte Atmosphäre erdrückender, eine neue Dimension in sensibler Richtung kann gehört werden. Dann sind da die Drums…
Katastrophale Produktion lässt Schlagzeug alles überdecken
Die Produktion kann als sehr schlecht betrachtet werden – schwer vorstellbar, dass ein Tontechniker dieses Schlagzeug im finalen Produkt erscheinen ließ, ohne zu realisieren, wie viel Schaden es bringt. Fast nichts anderes kann beurteilt werden – die Weise, wie das Schlagzeug den Klang dominiert und alles andere überdeckt, ist solch ein Fehler. Alle Bemühungen des Rests der Band sind vergebens. Auch haben die Songs so unterschiedlichen Klang voneinander, bei verschiedener Lautstärke – lässt einen denken, dass das Album in verschiedenen Phasen aufgenommen wurde. Solch ein großer Unterschied sollte im finalen Mixing nicht hörbar sein.
Ein kurzes Intermezzo – „Recueillement“ kommt mit delikater Melodie, Akustikgitarren und vielen Emotionen, die sich fortsetzen in „Pour une couronne de chrysanthèmes“ – ein viel direkterer Black Metal Klang, fast roh. Mit allen Instrumenten, die plötzlich ein enges Fuzz im Hintergrund der verzweifelten Vocals wurden. Zum Glück involviert dieser Lautstärkenabfall und das Straffen des Klangs auch die Drums – immer noch ohne Fantasie, nicht mehr so dominant. Ein großer Wechsel im Ansatz, auch mit ihrer Musik, die gewöhnlicher und uninspirierter im Song wird.
Ruhig und atmosphärisch bringen die Eröffnungsakkorde in „Noz ar re grouget“ einen ruhigen Moment mit Naturgeräuschen und einer weiteren sensiblen Melodie. Traurig und trauernd am Anfang, transformiert sich der Song vorhersehbar in eine Klangmauer – einen dichten und lauten Hintergrund für die trostlosen Vocals und punktuell für die Tremolo-gepickte Gitarre, die ein wenig Seele in die Musik setzt. Insgesamt nicht die inspiriertesten Momente der Band.
Der Final Track „Aux songes de l’hiver“ ist ein viel langsamerer Ansatz mit noch erdrückenderer Atmosphäre, voll von Verzweiflung. Ein gequälter Vocal-Ansatz kreiert einen starken Eindruck. Plötzlich gerät der Song in ein anderes Tempo, und der volle Klang der Band überdeckt viel von der Sensibilität vom Start. Ein Song, der permanent zwischen diesen zwei Extremen oszilliert, die Übergänge sind gut kontrolliert. Eine gute Komposition und guter Abschlusssong.
Gute Musik unter schlechter Produktion begraben
Wenn ein Hörer seinen Kopf darauf einstellen kann, das Schlagzeug zu ignorieren, ist die Musik auf „Gwenojennoù An Ankounac’h“ sehr gut – eine sehr ausbalancierte Kombination aus Aggressivität und Sensibilität mit inspirierten Melodien und guten Kompositionen. Wegen katastrophaler Produktion wurde das Album allerdings ein mittelmäßiges, ein unangenehmes Hörerlebnis. Zu schade – die Musik selbst sollte ein sorgfältiger produziertes Werk verdienen.
Voll von Leidenschaft und Sensibilität zeigt die Musik von MÖHRKVLTH beunruhigte Musiker, die versuchen, ihre inneren Dämonen auszudrücken. Eine Note von Melancholie läuft wie ein roter Faden durch das gesamte Album, mit gut integrierten Ausbrüchen von Aggressivität, mit vielen Vocal-Ansätzen – die Dynamik ist gut, und die emotionale Dimension ist immer präsent. Eine Band, die klare Qualitäten zeigt und immer noch ein vielversprechender Name im Genre ist.
Fazit: MÖHRKVLTH zeigen mit „Gwenojennoù An Ankounac’h“ gute Melodien und Folk-Einflüsse – katastrophale Produktion begräbt musikalische Qualitäten unter dominantem Schlagzeug.






