Tracklist
01. Fly Away
02. Taking It Too Far Again
03. This Time
04. Redefine Happiness
05. Promises
Besetzung
Marcel Austein – Vocals/Guitar
Thomas Lang – Guitar
Friedrich “Begginger” Hecking – Drums, Backing Vocals
Felix Thirion – Bass
Die deutsche Alternative-Rock-Band ADLIND formiert sich aus Marcel Austein (Gesang, Gitarre), Thomas Lang (Gitarre), Friedrich „Begginger“ Hecking (Drums, Backing Vocals) und Felix Thirion (Bass). Das Quartett steht für einen Sound, der bewusst auf Effekthascherei verzichtet und stattdessen auf Substanz setzt. Mit ihrer EP »Promises« legen sie nun ein kompaktes, fünf Tracks starkes Statement vor, das ihre musikalische Handschrift klar umreißt.
Zwischen Wüste und Großstadt
»Promises« bewegt sich stilistisch in einem Spannungsfeld, das sich irgendwo zwischen Desert-Rock und Alternative-Metal öffnet. Dabei gelingt ADLIND ein bemerkenswert ausgewogenes Verhältnis! Die trockene, leicht staubige Klangästhetik erinnert an weite Landschaften, während die Produktion gleichzeitig modern und druckvoll bleibt. Wichtig ist dabei, dass die Band nicht in die Falle tappt, die viele Genre-Kollegen mitnehmen. Die oft bemühte, etwas überstrapazierte Teen-Angst bleibt außen vor. Stattdessen dominieren kontrollierte Energie und ein gewisser nüchterner Blick auf Emotionen.
Die fünf Songs wirken wie bewusst gesetzte Markierungen, keine überladenen Experimente. Jeder Track hat Raum zu atmen, ohne sich zu verlieren. Diese Reduktion ist kein Mangel, sondern Teil des Konzepts.
Direkt, aber nicht simpel
Der Opener »Fly Away« setzt sofort den Ton. Ein geradliniger Einstieg, getragen von markanten Gitarren und einem Rhythmus, der sich nicht aufdrängt, sondern trägt. Austeins Stimme bleibt dabei angenehm unaufgeregt. Sie führt durch den Song, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
»Taking It Too Far Again« schiebt die Energie ein Stück weiter nach vorne. Hier zeigt sich die Band kompakter, fast schon kantiger. Die Gitarrenarbeit von Austein und Lang greift sauber ineinander, ohne sich gegenseitig zu überladen. Gerade in solchen Momenten wird deutlich, wie gut das Zusammenspiel innerhalb der Band funktioniert.
Mit »This Time« folgt ein Stück, das stärker auf Dynamik setzt. Ruhigere Passagen treffen auf kontrollierte Ausbrüche, ohne dass der Song auseinanderfällt. Es ist genau diese Balance, die »Promises« insgesamt trägt.
Klang ohne Überbau
»Redefine Happiness« gehört zu den Tracks, die besonders von der klaren Produktion profitieren. Die Instrumente stehen sauber im Raum, nichts wirkt künstlich aufgeblasen. Stattdessen entsteht eine fast schon greifbare Direktheit. Der Song selbst bleibt dabei zugänglich, ohne sich anzubiedern.
Der Titeltrack »Promises« schließt die EP ab und fasst die zuvor gesetzten Elemente noch einmal zusammen. Hier zeigt sich die Band am geschlossensten, rhythmisch präzise, melodisch klar und mit einem Gespür für Spannungsbögen, das sich über die gesamte Spielzeit entwickelt hat.
Auffällig ist, wie sehr ADLIND auf Schnörkel verzichten. Keine unnötigen Layer, keine überproduzierten Effekte. Das Ergebnis ist ein Sound, der geerdet wirkt und genau dadurch überzeugt.
Handwerk im Fokus
Ein wesentlicher Faktor für die Wirkung von »Promises« liegt im handwerklichen Niveau der Band. Friedrich Hecking liefert ein präzises, unaufgeregtes Drumming, das den Songs Struktur gibt, ohne sie zu dominieren. Felix Thirions Bass sorgt für das notwendige Fundament, bleibt dabei aber stets beweglich.
Die Gitarrenarbeit ist vielleicht das prägnanteste Element. Austein und Lang setzen auf klare Linien statt auf technische Selbstdarstellung. Riffs haben Gewicht, ohne überladen zu sein. Das verleiht den Songs eine gewisse Zeitlosigkeit, die im Genre nicht selbstverständlich ist.
Klarer Stil, begrenztes Risiko
So überzeugend die EP in vielen Momenten wirkt, bleibt sie dennoch innerhalb eines klar gesteckten Rahmens. Große Überraschungen sind nicht zu erwarten. Wer nach radikalen Brüchen oder stilistischen Experimenten sucht, wird hier nicht fündig.
Das kann man als Schwäche lesen, es lässt sich aber auch als bewusste Entscheidung interpretieren. ADLIND konzentrieren sich auf das, was sie können, und machen daraus ein stimmiges Gesamtbild. Gerade in einem Genre, das oft zwischen Überproduktion und Beliebigkeit schwankt, hat diese Haltung ihren Reiz.
»Promises« ist eine EP, die sich nicht aufdrängt, aber hängen bleibt. Sie lebt von ihrer Klarheit, ihrer Struktur und einem Sound, der ohne große Gesten auskommt. ADLIND zeigen, dass Alternative-Rock auch ohne Pathos und Klischees funktionieren kann.
Mit einer Bewertung von 3,5 von 5 positioniert sich das Release solide im oberen Mittelfeld. Es ist kein revolutionäres Werk, aber ein ehrliches, gut gemachtes Stück Musik, das vor allem durch seine Konsequenz überzeugt. Wer auf geradlinigen, modernen Rock mit Substanz setzt, wird hier definitiv fündig.
Fazit: »Promises« von ADLIND ist ein Album, das durch seine Ehrlichkeit und Energie überzeugt.






