Band: Bullet
Titel: Highway Pirates
Label: Black Lodge Records
VÖ: 2011
Genre: Heavy Metal/Hard Rock
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Kuttenalarm heißt es auf ein Neues mit den Schweden von Bullet. Diese Rabauken sind einfach unglaublich, denn mir sind nur wenige Bands bekannt denen man den 80er Spirit so stark abnimmt wie diesen. „Highway Pirates“ ist einmal mehr ein Hörerlebnis zwischen AC/DC, Saxon, Accept und Judas Priest beeinflusstem Material. Eine Hommage also an die alten Glanztaten des Heavy Metal und das ohne irgendwo abgelutscht zu klingen. Die Jungs haben eine Spielfreude auf die unvermindert ansteckt und nahtlos knüpft man an die beiden Machwerke „Heading for the Top“ (2006) und „Bite the Bullet“ (2008) an die wie eine Bombe eingeschlagen sind.

Gleich mit dem Titelstück „Highway Pirates“ an erster Stelle schöpft man sofort aus den Vollen. Der Kreischgesang des Frontmannes der sehr stark an Udo Dirkschneider erinnert passt zu solchen Rhythmen wie die Faust aufs Auge. Dennoch rhythmisch würde ich das Stück eher rockiger und leicht NWOBHM beeinflusst einstufen. Sicherlich sind Elemente dabei die einen sofort auch an Accept bzw. U.D.O erinnern, vor allem bei den hymnischen Refrainparts, doch auch der rockige Beigeschmack ist etwas britischer angehaucht (Saxon lassen freudigst grüßen).Hämmernde Rakete die es unvermindert auf unsere Nackenmuskulatur abgesehen hat.

Um Ecken mehr dem erdigen Hard Rock a la AC/DC bzw. Airbourne ist man mit „Back On The Road“ weiter bestrebt den 80er Spirit nur so spritzen zu lassen. Kerniger Treibrocker der seine Wirkung nicht verfehlt und man am ganzen Körper vor freudiger Anspannung nur so zittert. Abgehmucke par excellence die uns dreckig – erdig in den Rachen gestopft wird. Zwischendurch gibt es erneut hymnische Refrainparts wo man aus ganzer Kehle mit brüllen kann und das bis zum Verlust der Stimme.

Etwas gemäßigter aber ebenfalls im rockigen Rhythmus der australischen Helden setzt man zu Beginn von „Stay Wild“ zum Angriff an. Der Titel sagt es schon aus, lange braucht man nicht warten bis die Jungs austicken und abgehen wie die sprichwörtliche Post. So ist es denn auch und man drückt dabei dermaßen auf die Tube das man einfach befriedigt da sitzt, sich binnen Sekunden aufrafft und sofort zu Sache geht und zu den Klängen ausflippt. Unglaublich eine Granate jagt die nächste und das obwohl man mit altbekannten Soundfragmenten spielt und jongliert wird es nie langweilig und da zollt der Fan Respekt.

Stampfender Kraftrocker steht nun mit „Blood Run Hot“ an. Leichte hymnische Breitseite wurde in den Rhythmus eingebaut, doch Größtenteils wird an der begonnenen Linie festgehalten. Weiterhin sägt sich die Mannschaft einen Ast ab und verschönert dies noch mit satten Solieinlagen.

Sirenengeheul, gefolgt von einem sachten spieltechnischen Eingang läutet nun „Fire And Dynamite“ ein. Nach und nach macht sich aber eine deutlich kraftvollere Umstrukturierung bemerkbar. Weites gehend begibt man sich noch um Nuancen mehr ins hymnische Eck. Vor allem Gitarrentechnisch erinnert man ganz stark an Saxon. Somit kehrt der NWOBHM Faktor zur Tagesordnung zurück.

Dem Vorgänger nicht ganz unähnlich wird mit „Down And Out“ weiter gemacht. Besonders gelungen sind hierbei die Wechsel zwischen rauen – räudigen und glasklaren Soundausrichtungen ausgefallen. Ist ja unglaublich eine Hymne jagt die nächste und dabei wandelt man etwas mehr im Accept Gewässer. Obwohl man diese Einflüsse quer durch die Frühachtziger Metal Geschichte wagt klingt das Ganze nicht langweilig oder gar angestaubt, eher im Gegenteil. Durch pfiffige Ansätze und Ergänzungen klingt man spritzlebendig und erfrischend und das steckt an wie ein Grippevirus.

Mehr in Richtung Rainbow bzw. Deep Purple gesehen stimmt man „Knuckleduster“ an. Weiterhin baut man auf diesen Einfluss auf, reichert aber selbigen mit kernigen Rockrhythmen der australischen Rock Götter an. Gut durchdachte Mischung die ebenfalls wie eine geballte Ladung Dynamit sofort zündet und nur Schutt und Asche hinterlässt.

Weiter treibend hält man das Rockbanner mit „Heavy Metal Dynamite“ gegen den Sturm der Kommerz Musik entgegen. Raue, dreckige Rocksounds werden flächendecken ins Gefecht geworfen und nur durch sachte Hymnenrefrains abgelöst. Dennoch diese werden dominant vom erst genannten Einfluss unterbuttert und so preschen die Schweden erneut mit viel Kraft dahin und wirbeln ordentlich Staub auf.

Deutlich klarer setzt man unvermindert bei „Citylights“ seinen Weg fort und das abermals mit viel Feuer und Tempo unterm Hinterteil. Shakige Rocktechniken werden gut mit klassischen Metal Elementen aus den 80ern zu einem leckeren Soundsüppchen vermischt. Na denn Mahlzeit und bis zum letzten Tropfen ausgelöffelt.

Die Beendigung vollführt man vorerst etwas sachter mit „Into The Night“, doch schon donnert es im Hintergrund und die Fahne des Old School Rock/Metal wird wieder kräftig geweht. Knackige Abgehmucke der fetzigen Art wird uns zum Schluss noch einmal geboten. Erneut werden alle Reserven eingeholt und ohne wenn und aber abgefeuert.

Fazit: Old School Fans müssen das Teil haben, die Scheibe ist einfach für diese Genreliebhaber ein Pflichtkauf. Die Schweden wissen wie Material aus den guten alten Tagen des Heavy Metal klingen muss ohne dabei abgelutscht bzw. verstaubt zu wirken. Trotz vieler Einflüsse der alten Helden hat man es locker geschafft sehr eigenständig rüber zu kommen.

Tracklist:

01. Highway Pirates
02. Back On The Road
03. Stay Wild
04. Blood Run Hot
05. Fire And Dynamite
06. Down And Out
07. Knuckleduster
08. Heavy Metal Dynamite
09. Citylights
10. Into The Night

Besetzung:

Adam Hector (bass)
Hell Hofer (voc)
Hampus Klang (guit)
Erik Almström (guit)
Gustav Hjortsjö (drums)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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