Tracklist
01. Eliminate
02. Known Unto God
03. I Fear Myself
04. Nothing is Real
05. The Truth Lies
Besetzung
Guido Gevels – Vocals
Maxime Deschamps – Guitars
Jesse Van Den Bossche – Guitars
Vincent Heyman – Bass
Gabriel Deschamps – Drums
Die belgischen Veteranen CYCLONE präsentieren ein neues Album, „Known Unto God„, nach sechsunddreißig Jahren, die seit der letzten Platte vergangen sind. Ein neu gewonnenes Verlangen, aggressive Musik zu machen, treibt die Band an, das neue Werk zu präsentieren, und sie versprachen fest, dass weitere neue Releases folgen werden.
Vielversprechender Start voller Gift
Frenetisches Drumming und rhythmische Riffs eröffnen das Album, aber dann kommt „Eliminate“ mit angepissten Vocals, und bald Gang Shouts und eine konfrontative Attitüde. Eingängiger Refrain, eine gute Energie, Straight-to-the-Point-Thrash Metal, rebellisch und voller Gift. Die Lead-Gitarre zeigt gute technische Fähigkeiten. Aber insgesamt treiben die Vocals und soliden Riffs die Musik vorwärts, wie es auf einem Thrash Metal Album sein sollte. Furios, rücksichtslos, ein vielversprechender Start.
CYCLONE wurden 1980 gegründet und spielten das erste Jahr als Centurion. Sie nahmen zwei Alben auf, beide erlangten Kultstatus auf der lokalen Szene, sie lösten sich 1990 auf, und nach langem Hiatus kehrten sie 2018 zurück, um ein paar Shows zu spielen. Aber die alte Energie zurückgewinnend, entschieden sie sich jetzt, auch mit neuem Material zu kommen. Der einzige Musiker, der noch in der Band ist aus der älteren Periode, auch Gründungsmitglied, ist Vocalist Guido Gevels. Der Rest der Musiker kam nach der Reunion: die Gitarristen Maxime Deschamps und Jesse Van Den Bossche, Bassist Vincent Heyman und Drummer Gabriel Deschamps.
Guter Headbanger mit kraftvoller Instrumentierung
Der Titelsong „Known Unto God“ beginnt langsamer, aber immer noch mit guten Riffs und guter Energie. Galoppierende Riffs und hart zuschlagende Drums kreieren zusammen einen guten Rhythmus. Bellende Vocals, aber eine simplere Komposition, nicht so melodisch wie der Opener, immer noch ein guter Headbanger, Musik, die den Hörer mit der guten Attitüde und kraftvollen Instrumentierung packt.
Das Album setzt in derselben Ader fort, voll von Hass und Wut. „I Fear Myself“ kommt mit Mid-Tempo-Rhythmus, aber das Crescendo, frenetische Riffs bringen auch in diesem Song eine gute Energie. Geschriene Vocals, insgesamt eine rohe Energie und hart zuschlagende Drums. Ein Wechsel in Rhythmus und melodischer Linie bringt einen abrasiveren, aber auch atmosphärischeren Moment in der Mitte des Songs. Rasiermesserscharfes Solo hat einen guten Impact auf den Song und macht ihn etwas komplexer und effektiver.
Hohe Energie kompensiert schwache Produktion
Die Produktion, obwohl typisch für das Genre, ist nicht wirklich beeindruckend. Fast kein Bass ist zu hören, die Drums, auch wenn ziemlich komplex und mit guter Technik, bleiben zu sehr im Hintergrund. Die zwei Gitarren und Vocals dominieren den Sound, einzeln, nicht immer mit einer guten und engen Zusammenarbeit. Aber insgesamt kompensiert die hochenergetische Musik die nicht sehr dynamische Produktion, und das finale Resultat ist ein gutes.
Mit Hintergrund-Sounds, die angeblich mehr Atmosphäre bringen sollen, kommt „Nothing is Real„, ein technischerer Ansatz und eine komplexere Klanglandschaft. Infernalische Schreie, ein simples und repetitives Riff, aber insgesamt ein guter Eindruck. Hier haben auch die Vocals den größten Anteil am Song, aber die Rhythmusgitarre, die den Song am Laufen hält, bringt permanent eine gute und furiose Energie in den Song. Guter Thrash, klar verwurzelt im Old School Sound, sogar mit vielen Einflüssen von NWOBHM. Nicht verrückt schnell, aber intensiv, angepisst, simpel aber effektiv.
Der finale Song der kurzen EP, „The Truth Lies„, setzt den Old School Ansatz fort, wieder geschriene Vocals, aber auch hochgepitchte Screams, cleane und simple Riffs, gute, die einen typischen Sound für das Genre kreieren. Auch das Solo ist besser integriert, komplexer, und ein Dialog zwischen Gitarren bringt einen Höhepunkt im Song. Mit Vocals, die in variierten Techniken singen. Der Song ist kurz, effektiv und kondensiert, aber das macht ihn auch zu einem Highlight des Albums. Keine Abweichungen, keine Ornamente, nur simpler und knackiger Thrash Metal.
Lebenszeichen mit Versprechen auf mehr
CYCLONE haben auch das gute Musikertum nach all diesen Jahren der Inaktivität zurückgewonnen, und was man definitiv fühlen kann, ist die Leidenschaft hinter der Musik. Sie kommen mit guten Kompositionen, und das kurze Werk „Known Unto God“ repositioniert die Band auf der Thrash Metal Szene. Und das Versprechen neuer Releases bald entfacht sicher die Fantasie der Band-Fans.
Mehr wie ein Lebenszeichen und ein Versprechen für neue Dinge, die kommen, als ein revolutionäres Werk, aber auch ein gutes Hörerlebnis, ein Album mit guter Attitüde und der wichtigsten Sache im Genre – ein guter Headbanger, starke Riffs und ein anhaltender Rhythmus. Kurz aber effektiv, straight to the point, ein Album, das ein Hören von Genre-Fans verdient.
Fazit: CYCLONE bekräftigen sich mit „Known Unto God“ – aggressiver Old School Thrash Metal, kurz, effektiv und voller Energie.

