Band: DÅZR 🇺🇸
Titel: Do or Die
Label: DAZR Records
VÖ: 06.05.2026
Format: Digital / CD / LP
Genre: Hard Rock / Rock ’n’ Roll / Classic Rock / Sleaze Rock

Tracklist

01. Hold The Line
02. Another Lie
03. Night Lady
04. Unsatisfied
05. Fly Away
06. Down We Go
07. Tough
08. Got It All
09. Can’t Take It Anymore
10. Do Or Die

Besetzung

Grant Hendrix – Guitars
Austin Hendrix – Lead Vocals
Matthew Shranko – Bass
Shalor O’Bryant – Drums

Bewertung:

4 von 5 Punkten

Aus South Carolina kommt mit DÅZR eine Band, die nicht lange um den heißen Verstärker redet. »Do or Die« ist das Debütalbum der amerikanischen Hard-Rocker und klingt so, als hätte jemand den Staub von alten Marshall-Boxen gepustet, eine Kiste Bier neben das Schlagzeug gestellt und dann gesagt: „So, jetzt aber bitte ohne Netz und doppelten Boden.“

Das funktioniert erstaunlich gut. DÅZR spielen keinen modernen Plastikrock, der im Refrain nach Werbejingle riecht, sondern handfesten, riffbetonten Hard Rock mit deutlicher Classic-Rock-Schlagseite. Man hört hier Guns N’ Roses, etwas Mötley Crüe, ein bisschen Led Zeppelin-Schweiß, dazu eine Portion Südstaaten-Dreck unter den Stiefeln. Das Ganze ist nicht revolutionär, aber ehrlich, laut und angenehm ungekünstelt. Also genau die Sorte Rock, bei der man nicht nachdenkt, ob die Snare modern genug komprimiert wurde, sondern ob das nächste Bier schon offen ist.

(Schaut hier »Hold The Line« von DÅZR)

RIFFS, SCHWEISS UND KEIN AUTOTUNE-PARFÜM

»Hold The Line« eröffnet die Platte mit genau jener Ansage, die ein Debüt braucht: großer Groove, markantes Riff, kräftige Stimme und genug Stadionluft, ohne gleich peinlich auf den Mond zu zeigen. Grant Hendrix setzt auf Gitarrenarbeit mit Rückgrat, während Austin Hendrix stimmlich rau, melodisch und schön nach vorne singt. Das ist kein glattgebügelter Casting-Rock, sondern Musik mit echter Körpertemperatur.

»Another Lie« zieht die Zügel etwas enger und zeigt, dass DÅZR auch in kompakteren Rocknummern funktionieren. Der Song lebt von seinem direkten Aufbau und einer starken Hookline. Matthew Shranko gibt dem Material am Bass die nötige Bodenhaftung, während Shalor O’Bryant das Schlagzeug nicht nur verwaltet, sondern ordentlich anschiebt. Da wackelt nichts unnötig, aber es atmet noch. Sehr wichtig.

ZWISCHEN CLUBBÜHNE UND GROSSER GESTE

Mit »Night Lady«, »Unsatisfied« und »Fly Away« zeigen DÅZR, dass sie nicht nur ein Tempo kennen. Die Band schiebt Melodie, Schmutz und Rock-Pathos zusammen, ohne dabei in Zuckerwatte zu kippen. Besonders stark ist, dass die Songs nach Bühne klingen. Man hört förmlich, dass dieses Material nicht für Laptop-Lautsprecher geschrieben wurde, sondern für heiße Clubs, klebrige Böden und Leute, die am nächsten Morgen eine leicht beleidigte Nackenmuskulatur haben.

»Down We Go« und »Tough« bringen mehr Druck in die zweite Albumhälfte. Hier sitzt der Hard-Rock-Motor besonders sauber. Die Riffs haben Griff, die Drums bleiben präsent, und der Gesang besitzt genug Dreck, um nicht nach bravem Retro-Fotoalbum zu klingen. Klar, DÅZR erfinden das Rad nicht neu. Aber sie montieren es verdammt ordentlich an einen alten Muscle Car und treten dann beherzt aufs Gas.

BALLADE, BISS UND DER LETZTE SCHLAG

»Can’t Take It Anymore« ist der emotionale Ruhepunkt der Platte. Die Nummer zeigt, dass DÅZR auch die große Rockballade können, ohne komplett im Kitsch zu baden. Natürlich wird hier mit offenem Hemd und Herz auf dem Tresen gearbeitet, aber hey: Genau dafür ist Hard Rock doch auch da. Manchmal muss die Faust eben kurz runter, damit die Hand ans Herz kann.

Der Titeltrack »Do Or Die« beendet das Album dann passend kämpferisch. Hier wird noch einmal deutlich, worum es bei dieser Band geht: Haltung, Energie und das Gefühl, dass Rockmusik nicht aus zwanzig Spuren Sicherheitsnetz bestehen muss. Vier Musiker, vier Instrumente, fertig ist die Laube. Oder in diesem Fall: fertig ist der Verstärkerbrand.

FAZIT:

»Do or Die« ist ein starkes Debüt von DÅZR, das vor allem durch Ehrlichkeit, Spielfreude und handgemachte Rock-Energie punktet. Die Band klingt nicht wie ein nostalgisches Kostümfest, sondern wie eine junge Formation, die alte Tugenden ernst nimmt: starke Riffs, echte Vocals, ein drückendes Fundament und Songs, die live ziemlich sicher noch besser funktionieren als auf Platte.

Kleine Abzüge gibt es, weil manche Nummern stilistisch recht nah beieinander liegen und der ganz große Überraschungsmoment noch fehlt. Aber als Debüt macht »Do or Die« vieles richtig. Wer auf klassischen Hard Rock, sleazige Gitarren, große Hooks und ehrliche Bühnenenergie steht, sollte hier definitiv ein Ohr riskieren.

Die stärksten Songs sind »Hold The Line«, »Another Lie«, »Night Lady«, »Can’t Take It Anymore« und »Do Or Die«. Für Fans von Guns N’ Roses, Mötley Crüe, L.A. Guns, Skid Row und modernem Classic Rock mit ordentlich Schub ist das Album eine runde Sache. Nicht perfekt, aber verdammt lebendig. Und manchmal ist genau das mehr wert als jede polierte Hochglanzfassade.

Videoclip

Internet

DÅZR - Do or Die - CD Review

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