HAEMOTH - Black Dust - cover artwork

Band: HAEMOTH 🇫🇷
Titel: Black Dust
Label: Agonia Records
VÖ: 22/05/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Ashen Remains
02. Blood Atonement
03. When The Dust Finally Settles
04. D = IX
05. Human Defects
06. Dead Frequency
07. Incense Of The Last Rite
08. Fragments Of The Sign
09. Black Dust
10. Void Theory
11. Stigmata

 

Besetzung

Haemoth – vocals, bass, guitar
Syht – drums

 

Bewertung:

2/5

»Black Dust« ist das vierte Album der französischen Black-Metal Formation HAEMOTH und markiert eine Rückkehr, die lange auf sich warten ließ. Fünfzehn Jahre nach »In Nomine Odium« meldet sich das Duo mit einer Veröffentlichung zurück, die bewusst keinen Neuanfang im klassischen Sinn darstellt, sondern eher eine Fortsetzung einer sehr eigenen Klangwelt.

Rückkehr ohne Nostalgie

Seit der Gründung im Jahr 1999 bewegt sich HAEMOTH im Spannungsfeld zwischen klassischem Black-Metal und einer stark deformierten, fast körperlosen Klangästhetik. Hinter dem Projekt steht der Musiker Haemoth selbst, der Gitarre, Bass und Gesang übernimmt. Ergänzt wird er seit Jahren durch Schlagzeuger Syht. Die Konstellation ist stabil, die Ausrichtung ebenso, reduziert, kalt, kompromisslos.

Im Vergleich zu seinem anderen Projekt SPEKTR verzichtet HAEMOTH weiterhin konsequent auf Ambient oder industrielle Einschübe. Stattdessen steht ein direkter, fast grobkörniger Black-Metal im Mittelpunkt, der sich weniger über Atmosphäre im klassischen Sinn definiert, sondern über Reibung, Disharmonie und eine konstante Unruhe im Klangbild.

Klangbild zwischen Druck und Leere

»Black Dust« klingt bewusst unangenehm. Die Gitarren sind tief gestimmt, stark verzerrt und oft so verdichtet, dass einzelne Linien eher als Flächen wahrgenommen werden. Der Bass arbeitet im Untergrund, während das Schlagzeug eine stoische, fast mechanische Präsenz entwickelt. Syht spielt dabei nicht verspielt, sondern funktional, manchmal fast stoisch wiederholend.

Die Produktion lässt wenig Raum für Klarheit im klassischen Sinn. Stattdessen entsteht ein dichter, staubiger Klangkörper, der den Titel des Albums sehr direkt widerspiegelt. Alles wirkt wie unter einer Schicht aus Asche begraben, ohne dass die Musik dabei ihre Struktur verliert.

Zwischen Kontrolle und Zerfall

Inhaltlich bewegt sich das Album durch Motive von Schuld, Entfremdung und innerer Leere. Die Texte sind knapp gehalten und eher funktional eingebettet, was dem Gesamtbild entspricht. HAEMOTH setzen nicht auf erzählerische Entwicklung, sondern auf Zustände.

Auffällig ist die konsequente Vermeidung von klassischen Höhepunkten. Stattdessen arbeiten die Songs mit Wiederholung und subtilen Verschiebungen. Kleine Veränderungen im Riff oder in der Rhythmik reichen aus, um Spannung zu erzeugen. Diese Herangehensweise zieht sich durch das gesamte Album und macht es eher zu einem gleichförmigen Strom als zu einer Sammlung einzelner Stücke.

Einzelne Titel stechen kaum durch musikalische Brüche hervor, sondern eher durch minimale Verschiebungen im Gesamtfluss. Besonders »Dead Frequency« und der Titeltrack »Black Dust« zeigen die typische Mischung aus monotoner Härte und unterdrückter Dynamik am deutlichsten.

Leistung und Grenzen

Musikalisch bleibt das Album konsequent innerhalb der eigenen Parameter. Genau darin liegt sowohl Stärke als auch Schwäche. Die klare Vision ist jederzeit hörbar, gleichzeitig fehlt es an Momenten, die über das bereits Bekannte hinausführen. Viele Passagen wirken bewusst reduziert, aber auch vorhersehbar in ihrer Entwicklung.

Gerade im Mittelteil verliert das Album etwas an Spannung, da sich Strukturen stark ähneln und die Idee der Wiederholung nicht immer neue Facetten erzeugt. Die Produktion unterstützt diesen Eindruck, indem sie kaum Kontraste zulässt.

»Black Dust« ist ein geschlossenes, aber forderndes Werk. Es verlangt Geduld und die Bereitschaft, sich auf eine sehr monotone, fast starre Interpretation von Black-Metal einzulassen. Innovation spielt hier keine große Rolle, vielmehr geht es um Konsequenz in der Umsetzung einer bestehenden Idee.

Die Bewertung fällt entsprechend zurückhaltend aus. 2 von 5 Punkten spiegeln ein Album wider, das zwar eine klare Handschrift trägt, aber über lange Strecken zu wenig Varianz bietet, um wirklich nachhaltig zu wirken.

Fazit: Mit »Black Dust« kehren HAEMOTH zurück in die Black-Metal-Szene, doch das Album bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Internet

HAEMOTH - Black Dust - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.