Band: DEATH KOMMANDER 🇬🇧
Titel: The Great Offensive
Label: F.D.A. Records
VÖ: 1408/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Intro
02. Pay With Your Blood
03. Operation Eisenfaust
04. Onwards
05. Shellshock
06. Flamethrower
07. The March
08. Outro

 

Besetzung

Matt – Drums
Ben – Guitars
Kruxator – Vocals
Hardy – Bass
Oli – Guitars

 

Bewertung:

4/5

Zurück an die Todesbleifront

DEATH KOMMANDER gehören zu jener Sorte Band, die gar nicht erst versucht, ihren Death Metal freundlich aussehen zu lassen. Die britische Truppe setzt auf schwere Gitarren, donnernde Drums und eine Atmosphäre, die nach Stahl, Dreck und verbrannter Erde klingt. Nach „Never to Grow Old“ melden sich Matt an den Drums, Ben und Oli an den Gitarren, Hardy am Bass und Kruxator am Mikrofon nun mit „The Great Offensive“ zurück.

Ganz neu ist das Material allerdings nicht. Die Band hat die vier Songs ihrer 2018 veröffentlichten Demo „Summer Offensive“ noch einmal komplett im Studio eingespielt. Dazu kommen zwei überarbeitete Stücke vom Debüt „Pro Patria Mori“. Aus altem Material ist damit eine Veröffentlichung entstanden, die deutlich moderner und druckvoller klingt, ohne die ursprüngliche Handschrift von DEATH KOMMANDER über Bord zu werfen.

Schwer, dreckig, kompromisslos

Nach dem kurzen „Intro“ geht’s mit „Pay With Your Blood“ sofort zur Sache. Keine lange Anlaufzeit, kein überflüssiges Geplänkel. Die Gitarren setzen sofort eine Wand in Bewegung, das Schlagzeug heftigen Druck dahinter, und Kruxators Stimme passt sich dem Geschehen perfekt an. Sein Gesang klingt derb, tief und angepisst, genauso, wie ich mir das bei dieser Art von Death Metal vorstelle. „Operation Eisenfaust“ dürfte bei den Fans schwerer, groovender Death-Metal-Riffs Tore einrennen.

Der Song walzt nicht einfach nur nach vorn, er hat diesen speziellen Rhythmus, der einem unweigerlich in den Nacken geht. Die Gitarrenarbeit von Ben und Oli sorgt dabei für ordentliche Bewegung, ohne den Song unnötig zu verkomplizieren. Mit „Onwards“ kommt die Band dann etwas von der Stelle weg und hält den Druck trotzdem oben. Jetzt stellt sich heraus, dass DEATH KOMMANDER ihre Songs nicht mit technischen Spielereien aufblähen müssen. Die Wirkung kommt aus der Einheit der einzelnen Instrumente. Das Schlagzeug treibt, der Bass hält alles zusammen, und die Gitarren liefern die nötige Schwere.

Eine klare Verbeugung vor BOLT THROWER! Wer den Namen BOLT THROWER liest, ahnt wahrscheinlich recht schnell, wo bei „The Great Offensive“ der Hammer hängt. Die Einflüsse sind nirgends zu überhören. Schwere Midtempo-Passagen, marschierende Rhythmen und diese typische Mischung aus Brutalität und Groove prägen das Album. DEATH KOMMANDER verstecken ihre Vorbilder nicht, sie tragen sie ziemlich offen zur Schau.

Trotzdem funktioniert die Platte auch als Eigenständige. Die Songs kommen nicht wie lieblos zusammengeschraubte Kopien daher, sondern wie Stücke einer Band, die ganz genau weiß, welchen Death Metal sie spielen möchte. Das macht „The Great Offensive“ angenehm bodenständig.

„Shellshock“ gehört zu den Songs, bei denen diese Mischung besonders gut aufgeht. Der Titel passt beinahe zu gut zur Musik, alles klingt schwer, dicht und bedrückend. „Flamethrower“ legt noch mal eine Schippe drauf, wuchtige Riffs und ein Groove, der ordentlich nach vorne geht.

Der Marsch geht weiter

Ein kleines Highlight ist „The March“. Der Titel deutet es an, aber es wird mehr als ein Marschrhythmus daraus. Der Song entfaltet einen schönen Sog und gehört zu den Nummern, die sich nach mehrmaligem Hören immer mehr festbeißen.

Gerade bei einer Veröffentlichung, die überwiegend aus neu aufgenommenem Material besteht, stellt sich natürlich die Frage, ob diese Neuauflage überhaupt notwendig war. Die Antwort fällt bei DEATH KOMMANDER relativ leicht. Ja, sie war es. Die Songs haben durch die neue Produktion deutlich an Gewicht gewonnen. Gleichzeitig wurde ihnen nicht jede Kante wegpoliert.

Der Sound von „The Great Offensive“ ist nicht überproduziert. Die Gitarren dürfen scheppern, das Drum knallen, der Bass gut hörbar sein. Das ergibt ein Klangbild, das zur Musik passt und nicht versucht, aus einer dreckigen Death-Metal-Band ein Hochglanzprodukt zu machen.

Kein neues Schlachtfeld, aber ordentlich Feuerkraft

„The Great Offensive“ erfindet den Death Metal natürlich nicht neu. Das will die Band vermutlich auch gar nicht. DEATH KOMMANDER konzentrieren sich auf das, was sie können: schwere Riffs, treibende Rhythmen, aggressive Vocals und eine konsequente Kriegsatmosphäre.

Genau deshalb funktioniert die Scheibe. Sie ist ehrlich und kommt ohne überflüssigen Ballast aus. Die Neuaufnahme von „Summer Offensive“ und die überarbeiteten Stücke von „Pro Patria Mori“ fügen sich erstaunlich gut zu einem Gesamtbild zusammen. Nach dem Schluss „Outro“ bleibt vor allem eines hängen, DEATH KOMMANDER haben Songs ordentlich aufgemotzt. Wer etwas mit der klassischen Death-Metal-Schule anfangen kann und BOLT THROWER zu seinen Lieblingen zählt, sollte hier unbedingt reinhören.

Fazit: „The Great Offensive“ ist kein Album für den gepflegten Hintergrund. Die Platte will laut gehört werden und funktioniert am besten, wenn die Gitarren ordentlich drücken und der Nacken langsam die Kontrolle übernimmt.

Internet

DEATH KOMMANDER - The Great Offensive - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.