Band: IRONFLAME 🇺🇸
Titel: Worlds To Conquer
Label: High Roller Records
VÖ:14/08/26
Genre: Heavy/Power Metal

Tracklist

01. Night Closes In
02. Legion of Fire
03. Dynasties Fall
04. Where Cauldrons Burn
05. Shadow Slave
06. Crimson Shores
07. Valhalla is Calling
08. Worlds to Conquer
09. Death’s Immortal Flame (CD Bonustrack)

 

Besetzung

Andrew D’Cagna – Vocals
Jesse Scott – Guitar
Quinn Lukas – Guitar
James Babcock – Bass
Noah Skiba – Drums

 

Bewertung:

4,5/5

Cleveland, Heavy Metal und eine klare Idee

Cleveland ist eine Stadt, aus der seit Jahrzehnten immer wieder interessante Heavy-Metal-Musik kommt. Auch Andrew D’Cagna gehört zu dieser Szene. Der Musiker aus Ohio war im Laufe seiner Karriere in verschiedenen Bands unterwegs, darunter BRIMSTONE COVEN und ICARUS WITCH. Mit IRONFLAME hat er allerdings ein Projekt geschaffen, bei dem er seine musikalischen Vorstellungen ziemlich kompromisslos umsetzen kann.

IRONFLAME wurden 2016 gegründet. Seitdem sind fünf Alben erschienen, angefangen bei „Lightning Strikes The Crown“ über „Tales Of Splendor And Sorrow“, „Blood Red Victory“, „Where Madness Dwells“ bis hin zu „Kingdom Torn Asunder“. Bei „Worlds To Conquer“ steht D’Cagna wieder im Mittelpunkt. Er schreibt die Songs, kümmert sich um einen großen Teil der Instrumentierung und übernimmt den Gesang. Unterstützt wird er dabei von Jesse Scott und Quinn Lukas an den Gitarren, James Babcock am Bass sowie Noah Skiba am Schlagzeug. Schon nach den ersten Minuten merkt man, hier wurde nicht versucht, aus IRONFLAME plötzlich etwas anderes zu machen.

Der erste Eindruck sitzt

„Night Closes In“ ist ein ziemlich passender Einstieg. Der Song kommt ohne langes Vorgeplänkel aus und stellt sofort die wichtigsten Zutaten vor. Klassische Gitarrenriffs, ein treibender Rhythmus und eine Melodie, die sich nicht erst nach fünf Durchläufen entfaltet. D’Cagnas Gesang passt hervorragend dazu. Seine Stimme besitzt Charakter und klingt angenehm eigenständig.

„Legion of Fire“ legt danach noch etwas nach. Der Song hat mehr Druck und marschiert regelrecht nach vorne. Gleichzeitig bleibt die Melodieführung erhalten. Genau diese Balance zwischen Härte und Eingängigkeit macht IRONFLAME interessant.

Bei „Dynasties Fall“ wird es etwas epischer. Der Song wirkt breiter und lässt den Gitarren mehr Platz. „Where Cauldrons Burn“ bringt anschließend wieder etwas mehr Bewegung ins Spiel. Hier zeigt sich, dass das Album nicht nur aus schnellen Riffs und großen Refrains besteht. Es gibt kleine Tempowechsel und unterschiedliche Stimmungen, die das Gesamtbild auflockern.

Alte Geschichten, neu erzählt

Thematisch bewegen sich IRONFLAME auf vertrautem Terrain. Schlachten, Feuer, Macht, Untergang und nordische Mythologie gehören zu den Bildern, die immer wieder auftauchen. Für Heavy Metal ist das alles andere als ungewöhnlich. Entscheidend ist deshalb nicht unbedingt das Thema selbst, sondern ob die Musik dazu passt.

Bei „Shadow Slave“ funktioniert das sehr gut. Der Song wirkt etwas düsterer und schwerer als einige der vorherigen Stücke. „Crimson Shores“ setzt wieder stärker auf Melodie und Atmosphäre.

Mein persönlicher Favorit in diesem Bereich ist „Valhalla is Calling“. Der Titel lässt kaum Zweifel daran, was einen erwartet, aber der Song funktioniert trotzdem. Der Refrain hat diese klassische Metal-Qualität, bei der man sich ziemlich schnell dabei ertappt, innerlich mitzusingen. Genau solche Momente braucht ein Album wie dieses.

Mit „Worlds to Conquer“ folgt danach der Titelsong. Hier bekommt man im Grunde die Essenz der gesamten Platte serviert. Die beiden Gitarren von Jesse Scott und Quinn Lukas liefern die melodischen und riffbetonten Passagen, James Babcock und Noah Skiba halten den Song rhythmisch zusammen. Darüber steht D’Cagnas Gesang, der dem Stück seine eigene Note gibt.

Keine Angst vor klassischen Metal-Tugenden

Was mir an „Worlds To Conquer“ besonders gefällt, ist die Tatsache, dass IRONFLAME ihre musikalische Linie nicht ständig erklären müssen. Die Band spielt einfach ihren Metal.

Das klingt vielleicht banal, ist aber gar nicht so selbstverständlich. Viele Produktionen versuchen heutzutage, möglichst modern, besonders oder außergewöhnlich zu klingen. IRONFLAME gehen einen anderen Weg. Die Band setzt auf Riffs, Melodien, Gitarrensoli und Refrains, die funktionieren sollen. Punkt.

Dabei klingt die Platte keineswegs wie eine staubige Kopie vergangener Zeiten. Natürlich sind die Einflüsse des klassischen Heavy Metal deutlich zu hören. Trotzdem besitzt „Worlds To Conquer“ genug Eigenständigkeit, damit man nicht permanent darüber nachdenkt, an welche Band aus den 1980ern dieser oder jener Abschnitt erinnert.

Auch die Produktion passt dazu. Die Gitarren stehen klar im Vordergrund, Bass und Schlagzeug liefern ordentlich Fundament und der Gesang bleibt jederzeit verständlich. Dadurch wirkt das Album druckvoll, ohne unnötig glattgebügelt zu sein.

Ein Album für die lauten Momente

Der Bonustrack „Death’s Immortal Flame“ beendet den Silberling und fügt sich problemlos in das Gesamtbild ein. Er wirkt nicht wie ein schnell nachgeschobener Zusatz, sondern rundet die Platte ordentlich ab.

„Worlds To Conquer“ ist kein Album für Hörer, die bei jeder Veröffentlichung nach einem völlig neuen Sound suchen. Wer dagegen Heavy Metal wegen seiner Riffs, seiner Melodien und seiner großen Refrains liebt, dürfte mit IRONFLAME ziemlich viel Freude haben.

Die Platte hat Ecken und Kanten, bleibt dabei aber jederzeit zugänglich. Einige Songs brauchen keine lange Anlaufzeit, andere entfalten ihren Reiz erst nach mehreren Durchläufen. Genau das macht für mich einen Teil des Reizes aus. Man bekommt nicht alles auf einmal serviert.

Andrew D’Cagna und seine Mitstreiter liefern mit „Worlds To Conquer“ ein Album ab, das seine Wurzeln kennt und dazu steht. Kein unnötiger Schnickschnack, keine musikalische Selbstverliebtheit. Dafür jede Menge Heavy Metal, der nach vorne geht und trotzdem genug Melodie besitzt.

Fazit: Insgesamt ist „Worlds To Conquer“ von IRONFLAME ein beeindruckendes Album, das die Erwartungen erfüllt und durch seine Energie, Melodie und handwerkliche Qualität überzeugt.

Internet

IRONFLAME - Worlds To Conquer - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.