cover artwork FOURNIER Fournier

Band: FOURNIER 🇳🇿
Titel: Fournier
Label: Caligari Records
VÖ: 22/05/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Cast Adrift
02. Constructing the Ark
03. Supreme Ornaments
04. An Angel with a Bullet

Besetzung

Joe Wright – Guitars, Vocals
Daz Murray – Guitars
Jef Lepper – Bass, Drums

Quintin Ellery – Sound Design & Support

Bewertung:

4/5

Die neue Band aus Neuseeland FOURNIER präsentiert ihr erstes Werk „Fournier„, ursprünglich ein Demo-Tape, das jetzt als Album veröffentlicht wird, das Release kann auch einfach als „Demo“ gefunden werden. Sie beschreiben sich selbst: „Songs about the end of humanity, written at the end of the world„, ein Satz, der viel über ihre Vision und auch über ihren musikalischen Ansatz aussagt.

Technische Fähigkeiten schnell unter Beweis gestellt

Mit gruseligen und schaurigen Geräuschen, Schreien und Klängen der Verzweiflung startet das Album, eine zu lange Intro-Passage in den ersten Song „Cast Adrift„, gefolgt von massiven Riffs und solidem Rhythmus in finsterer Atmosphäre. Sie beweisen schnell ihre Musikalität und technischen Fähigkeiten. Ein erdrückender Klang, tiefgestimmte Gitarren und eine unermüdliche Leadgitarre, alles ergänzt durch tiefe Growls, verdoppelt durch plötzliche Schreie. Guter Death Metal, ein sehr guter Opener, ein vielversprechender Start.

FOURNIER kommen aus Wellington, sind immer noch eine sehr junge Band, 2023 gegründet. Erwartungsgemäß spielen alle Gründungsmitglieder noch in der Band: Joe Wright an Gitarren und Vocals, Daz Murray an Gitarren und Jef Lepper verantwortlich für Bass und Drums. Auch als Bandmitglied gelistet ist Quintin Ellery, spielt allerdings kein spezifisches Instrument, erwähnt als „sound design & immoral support„.

Das Album setzt sich fort in langsamerem Tempo in „Constructing the Ark„, dramatischere Akkorde, mit derselben Entschlossenheit und Leidenschaft. Noch komplexere Leadgitarre, und das Tempo zieht langsam an, der ganze Klang wird raffinierter, während der Song fortschreitet. Mit fast geflüsterten Vocals und ein wenig im Hintergrund, der Klang kompensiert mit heruntergestimmter Rhythmusgitarre, kommt mit erdrückenden, massiven Akkorden. Zum Song-Ende setzt gnadenlose Rhythmussektion viel Dynamik ins Stück, ein weiterer überzeugender Track.

Sehr gute Produktion für Demo-Tape

Die Produktion ist sehr gut, besonders in Anbetracht, dass das angeblich ein Demo-Tape sein soll. Ausbalanciert zwischen allen Instrumenten, mit vollem Klang, eine wirklich gute Errungenschaft. Sicher hilft auch das präzise Spiel der Band, das zu erreichen. Die Tatsache, dass Vocals manchmal sehr niedrig gemixt sind, ist höchstwahrscheinlich eine künstlerische Vision und behindert nicht das Gesamthörerlebnis.

Viel langsamer, mit der ersten Passage fast in Doom-Territorium, kommt „Supreme Ornaments“ mit langer Eröffnungssequenz, bevor sie den Angriff starten, und das wahnsinnig schnelle Tempo macht ein gutes Gegengewicht zu den langsamen Eröffnungsakkorden. Frenetisches Schlagzeugspiel, quietschende und dissonante Leadgitarre, funktionieren sehr gut im großartigen Kontext. Weniger direkt, experimenteller, aber nichts, das die Gesamtatmosphäre und Stimmung des Albums vermindert. Mit sehr guten Passagen, eine interessante Komposition.

Der Abschlusstrack „An Angel with a Bullet“ kehrt zu fokussierterer Komposition und dichterer Klanglandschaft zurück. Vocals kommen dominanter, die Riffs sind schnell und solid. Wieder weichen einige Tempowechsel den ganzen Song auf, insgesamt dennoch ein guter und respektiert den Ansatz der Band. Endet mit gruseligen Geräuschen, wie es startete, mehr wie ein Klischee als eine interessante Passage oder mit musikalischer Relevanz, jeder macht das allerdings, also wurde es fast zum Muss.

Vielversprechendes Debüt mit Potenzial

Eine gute kurze Arbeit, ein vielversprechendes Debüt, ein guter Weg, sich einem breiteren Publikum zu präsentieren. Die Tatsache, dass ein Demo unter einem Label erscheint, ist auch ein Zeichen der Anerkennung ihrer Arbeit. Und das ist total verdient, weil „Fournier“ ein Werk ist, kondensiert in sehr kurzen Raum, und sie schafften es, guten Gebrauch dieser 18 Minuten mit wirklich guten Songs zu machen.

Dunkler und komplexer Klang, klar verwurzelt in Old-School Death Metal, auch mit gewissem modernem Ansatz. FOURNIERs Debüt gibt Hoffnung für ein Full-Album, wo sie Kreativität und Power voll entfesseln können. Sie sind technisch, sie sind talentiert und klar sind sie voll von Leidenschaft. Und diese Qualitäten sollten genug sein, um ihnen eine gute Zukunft zu bringen.

Fazit: FOURNIER liefern mit „Fournier“ vielversprechendes Death-Metal-Debüt, technisch versiert, leidenschaftlich, kurz aber überzeugend.

Internet

FOURNIER - Fournier

Vorheriger ArtikelVITRIFIER im Interview: Brutales Deathgrind-Chaos mit tödlichem Humor