GLUTTONY – Eulogy To Blasphemy

GLUTTONY – Eulogy To Blasphemy - album cover

Band: GLUTTONY 🇸🇪
Titel: Eulogy To Blasphemy
Label: FDA Records
VÖ: 13/03/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Intro
02. All These Trees Are Gallows
03. Hung From Entrails
04. Excoriation Thrall
05. Eulogy to Blasphemy
06. Awoken in Autopsy
07. A Face Devoured by Rats
08. Corpses Eating Corpses
09. Threshold to Nonexistance
10. A Haunting Wordless Choir
11. Immured by Rotting Corpses
12. Burn

 

Besetzung

Anders Härén – Guitars
John Henriksson – Drums
Max Bergman – Bass
Magnus Ödling – Vocals

 

Bewertung:

4/5

Grabrede für den Verfall

Die schwedische Death-Metal-Szene hat über Jahrzehnte hinweg einen unverwechselbaren Klang geprägt: dreckig, morbid und kompromisslos. Aus genau diesem Umfeld stammen GLUTTONY. Die Band verbindet die Tradition des klassischen skandinavischen Death-Metal mit einer besonders dunklen, fast klaustrophobischen Atmosphäre. Das aktuelle Line-up besteht aus Anders Härén (Gitarre), John Henriksson (Drums), Max Bergman (Bass) und Magnus Ödling (Vocals). Gemeinsam liefern sie Musik, die sich tief im Untergrund verwurzelt fühlt und dennoch modern genug klingt, um nicht wie ein reines Retro-Projekt zu wirken.

Mit ihrem Album »Eulogy to Blasphemy« präsentieren die schwedischen Deather eine finstere Sammlung aus Brutalität, morbider Bildsprache und kompromisslosem Songwriting. Die Platte wirkt wie ein langer Abstieg in feuchte Katakomben, aus denen es kein Entkommen gibt.

Ein Sound wie aus der Gruft

Die Produktion des Albums trägt entscheidend zur Wirkung bei. Aufgenommen wurde das Material im Studio Blastbeat in Sundsvall, gemischt von Jonas Jönsson im Studio LV5 und gemastert von Henrik Heinrich in den Nevo Studios. Das Ergebnis klingt bewusst roh und körperlich. Gitarren sägen mit einer dichten, fast schmutzigen Textur, während Bass und Schlagzeug eine wuchtige Grundlage bilden.

Besonders das Schlagzeugspiel von John Henriksson fällt auf. Seine Drums sind druckvoll, aber nie steril. Blastbeats und Midtempo-Grooves wechseln sich organisch ab. Dadurch bekommt das Album eine Dynamik, die viele moderne Death-Metal-Produktionen vermissen lassen.

Magnus Ödlings Gesang liegt irgendwo zwischen tiefem Growl und verwesendem Kehlgesang. Seine Stimme wirkt weniger wie ein klassischer Frontmann-Gesang, eher wie ein weiteres Instrument im Klangkörper der Band. Genau das verstärkt die düstere Atmosphäre.

Vom Galgenbaum bis zur Autopsie

Schon das kurze »Intro« setzt die Stimmung: unheilvolle Klänge, die direkt in »All These Trees Are Gallows« überleiten. Der Song wirkt wie ein brutaler Weckruf. Riffkaskaden treffen auf ein treibendes Tempo, während der Text eine Welt voller Hinrichtungsfantasien zeichnet.

»Hung From Entrails« geht noch eine Spur aggressiver vor. Die Gitarrenarbeit von Anders Härén zeigt hier ihre stärkste Seite. Dicke Riffs, die stark im Old-School-Death-Metal verwurzelt sind, wechseln sich mit dissonanten Passagen ab. Der Song fühlt sich gleichzeitig chaotisch und präzise an.

Mit »Excoriation Thrall« und dem Titeltrack »Eulogy to Blasphemy« verschiebt sich der Fokus stärker auf Atmosphäre. Die Band arbeitet mehr mit schleppenden Tempi und düsteren Harmonien. Gerade der Titeltrack entwickelt eine fast rituelle Wirkung, als würde ein schwarzer Gottesdienst zelebriert.

Ein weiteres Highlight ist »Awoken in Autopsy«. Hier zeigen GLUTTONY ihre Fähigkeit, brutal und groovend zugleich zu sein. Das Stück lebt von einem massiven Rhythmus, der sich tief ins Gedächtnis fräst.

Makabre Bilderwelten

Auch thematisch bleibt das Album konsequent im düsteren Spektrum. Songtitel wie »A Face Devoured by Rats«, »Corpses Eating Corpses« oder »Immured by Rotting Corpses« lassen wenig Raum für Interpretationen. GLUTTONY arbeiten bewusst mit extremen, teilweise grotesken Bildern.

Diese Texte funktionieren weniger als narrative Geschichten, sondern eher als Momentaufnahmen aus einer Welt des Verfalls. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die gut zur Musik passt: morbide, kalt und gleichzeitig faszinierend.

»Threshold to Nonexistence« gehört zu den eher epischen Momenten der Platte. Der Song baut langsam Spannung auf und steigert sich in eine dichte Wand aus Gitarren und Drums. Danach wirkt »A Haunting Wordless Choir« fast wie ein düsteres Intermezzo, bevor das Album mit »Immured by Rotting Corpses« noch einmal voll zuschlägt.

Der Abschluss »Burn« fühlt sich wie ein letzter, wütender Ausbruch an. Keine versöhnlichen Töne, kein ruhiger Abgang. Das Album endet so brutal, wie es begonnen hat.

Tradition mit eigener Handschrift

GLUTTONY bewegen sich klar im Einflussbereich klassischer schwedischer Death-Metal-Bands. Der HM-2-artige Gitarrensound, die schweren Riffs und die düstere Atmosphäre erinnern an die goldene Ära des Genres.

Trotzdem wirkt das Album nicht wie eine Kopie alter Klassiker. Die Band setzt stärker auf eine dunkle, fast okkulte Stimmung und vermeidet zu eingängige Strukturen. Viele Songs entwickeln sich langsam und setzen auf bedrückende Klangflächen, statt auf schnelle Hooks.

Gerade diese Mischung aus Old-School-Wurzeln und moderner Klangdichte macht den Reiz von »Eulogy to Blasphemy« aus. Die Musik klingt vertraut, ohne berechenbar zu sein.

GLUTTONY liefern mit »Eulogy to Blasphemy« ein Death-Metal-Album ab, das tief im Genre verwurzelt ist und dennoch genug eigene Identität besitzt, um herauszustechen. Die rohe Produktion, das starke Riffing und die kompromisslose Atmosphäre sorgen dafür, dass die Platte über die gesamte Laufzeit hinweg intensiv bleibt.

Nicht jeder Song bleibt sofort im Gedächtnis. Dafür entfaltet sich das Album mit jeder weiteren Rotation stärker. Wer düsteren, schweren Todesblei mit klarer Underground-Mentalität schätzt, wird hier viel entdecken. Ein finsteres, ehrliches Stück Elchtodesblei, das den Geruch von Moder und kaltem Stahl förmlich hörbar macht.

Fazit: »Eulogy to Blasphemy« von GLUTTONY ist eine kraftvolle Hommage an den Death-Metal, die sowohl musikalisch als auch atmosphärisch beeindruckt.

Internet

GLUTTONY – Eulogy To Blasphemy - CD Review

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Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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