INVICTUS – Nocturnal Visions

cover artwork INVICTUS Nocturnal Visions

Band: INVICTUS 🇯🇵
Titel: Nocturnal Visions
Label: Memento Mori / Me Saco Un Ojo
VÖ: 26/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Intro
02. Abyssal Earth Eradicates
03. Altar of Devoted Slaughter
03. Lucid Dream Trauma
04. Persecution Madness
05. Dragged Beneath The Grave
06. Frozen Tomb
07. Wandering Ashdream
08. Nocturnal Visions

Besetzung

Toshihiro Seki – Bass
Haruki Tokutake – Drums
Takehitopsy Seki – Guitars, Vocals

Bewertung:

4/5

Die japanische Death-Metal-Band INVICTUS präsentiert mit ihrem neuen Album „Nocturnal Visions“ eine weitere Auseinandersetzung mit einem alten, äußerst brutalen Death-Metal-Verständnis. Nach dem von Fans und Kritikern gleichermaßen positiv aufgenommenen Debüt zeigt sich der Sound nun leicht verändert, bleibt aber weiterhin tief in infernalischer und zerstörerischer Klangästhetik verwurzelt.

Dunkle Auftaktgewalt und technische Präzision

Unheilvoll und zunächst beinahe melodisch eröffnet das „Intro“, doch rasch übernehmen dissonante Gitarren das Kommando, bevor „Abyssal Earth Eradicates“ unmittelbar zuschlägt. Ein massiver Basslauf mit extrem tiefem Ton, sirrende Gitarren, tiefe Growls und eine dichte Instrumentierung dominieren den Sound. Der Bass bleibt präsent und technisch verspielt, während schnellere Passagen das hohe spielerische Niveau der Band offenlegen. Druckvoll, erdrückend und dennoch beweglich – ein überzeugender und vielversprechender Einstieg.

INVICTUS stammen aus Nagano, wurden 2015 gegründet und „Nocturnal Visions“ ist ihr zweites Full-Length-Album, ergänzt durch zahlreiche Demos und EPs in der bisherigen Diskografie. Das Trio besteht seit Beginn aus denselben Mitgliedern: Toshihiro Seki am Bass, Haruki Tokutake am Schlagzeug und Takehitopsy Seki an Gitarre und Gesang. Diese Konstanz spiegelt sich in einem spürbar eingespielten Zusammenspiel wider.

Altar of Devoted Slaughter“ setzt auf einen ähnlichen, rauen und aggressiven Klang. Im Midtempo gehalten, tragen massive Riffs den Song, während die Leadgitarre selten, aber gezielt eingreift. Die Komposition ist einfacher strukturiert, wirkt jedoch entschlossener. Ein langes, stark dissonantes Solo unterstreicht, dass Melodie hier zweitrangig ist – entscheidend sind Wucht und morbide Atmosphäre. „Lucid Dream Trauma“ klingt erbarmungslos und höllisch; der Schlussteil bringt neue Energie und ein hohes technisches Niveau, mit beeindruckenden Gitarrenläufen und unnachgiebigem Rhythmus. Ein klares Highlight.

Rohproduktion und konstante Bedrohung

Persecution Madness“ folgt mit einer anderen Struktur: schneller, mit frenetischem Schlagzeugspiel, präzise verzahnter Instrumentierung und einer makabren Grundstimmung. Die Riffs sind konstant stark, das Solo technisch, aber weniger dissonant. Ein weiterer Höhepunkt. „Dragged Beneath The Grave“ beginnt erneut mit erstickendem Tempo und Klang, wuchtigen Drums und etwas verspielteren Gitarren, bleibt insgesamt jedoch drückend und furios – erneut ein sehr starker Moment des Albums.

Die Produktion ist roh und betont die tiefen Frequenzen. Abgesehen von der Leadgitarre ist der Sound dicht und kompakt gemischt, was einen enormen Druck erzeugt. Der Bass ist klar hörbar und verleiht dem Klangbild Tiefe, während die Rhythmussektion äußerst präzise agiert. Die Gitarren sind gut platziert, besonders die Solos treten deutlich hervor, während der Gesang etwas weiter im Hintergrund bleibt. Insgesamt transportiert die Produktion die Intention der Band sehr deutlich und unterstützt die aggressive, wütende Grundstimmung.

Mit „Frozen Tomb“ kehrt die Band zu einem weniger melodischen Ansatz zurück, behält aber Tempo und Angriffslust bei. Dissonant, rau und laut, beeindruckt der Song dennoch mit massiven Riffs und technischer Ausführung. „Wandering Ashdream“ zeigt sich technisch und unerbittlich, mit starken Riffs bei moderatem Tempo. Der Abschlusstrack und Titeltrack „Nocturnal Visions“ bewegt sich überwiegend im Midtempo-Bereich, bleibt jedoch kraftvoll und bestimmt, mit einer klar erkennbaren melodischen Linie. Die letzten Passagen kippen kurz in ein doomiges Tempo, bevor das Stück nochmals extrem beschleunigt – ein durchdachter Aufbau und ein eindrucksvolles Ende.

Düstere Entwicklung und schlüssiger Abschluss

Nocturnal Visions“ klingt deutlich anders als das Vorgängerwerk: eine völlig andere Produktion, weniger klare Strukturen und ein roheres Gesamtbild. Während das Debüt transparenter und melodischer war, erzeugt der neue Ansatz eine andere Wahrnehmung der Musik. Beide Varianten funktionieren im Kontext der Band, zeigen jedoch unterschiedliche Entwicklungsstufen und einen konsequenten Fortschritt auf ihrem gewählten Weg.

Zahlreiche starke Momente, überzeugende Riffs, eine geschlossene Atmosphäre und solides Songwriting prägen „Nocturnal Visions“. Der rohe Sound passt hervorragend zur Musik, das stetig vorwärtsdrängende Tempo ebenso wie die gezielten Tempowechsel. Eine durchweg intensive und lohnende Veröffentlichung für Genre-Fans.

Fazit: „Nocturnal Visions“ zeigt INVICTUS gereift, technisch stark und klanglich düsterer – ein rohes, druckvolles Death-Metal-Album mit überzeugender Atmosphäre.

Internet

INVICTUS - Nocturnal Visions

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