Band: Keep of Kalessin
Titel: Kolossus
Label: Nuclear Blast
VÖ: 2008
Genre: Melodic Black/Death Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Wie es die Trondheimer Black Metaller Keep Of Kalessin bei all ihren Nebengeschäften auch noch schaffen Alben zu veröffentlichen ist mir schleierhaft. Wahrscheinlich schlafen Obsidian Claw (guit), Thebon (voc), Wizziac (bass) und Vyl (drums) kaum, denn seit ihrer Gründung 1993 hat man trotz der Nebenjobs auch noch einen gehörigen Backkatalog „Skygger av Sorg Demo“ (1997), „Through Times of War“ (1997), „Agnen: A Journey Through the Dark“ (1999), „Reclaim EP“ (2003) und „Armada“ (2006) veröffentlicht.
Nun sind sie mit ihrem neuesten Streich „Kolossus“ zurück und alle Schwarzseelen sollen sich schon mal bereit machen.

„Origin“ nennt sich das Intro und schon hier merkt man dass die Jungs viele Ideen einbauen, vor allem die orientalischen Klänge lassen mich aufhorchen. „A New Empire’s Birth“ kracht dann im Anschluss aus den Boxen. Diese Band ist unglaublich, technische Raffinesse gepaart mit vielen Düstertrademarks und bretternden Arrangements hageln hier auf den Hörer hernieder. Die Norweger wissen wie man ausgewogen klingen muss und so reihen sich diese Herrschaften bei mir binnen Sekunden in meine persönliche Bestenliste zwischen Rotting Christ und Behemoth ein. Die Wechsel zwischen bombastischen Arrangemtens mit melodischer Ausrichtung hin zu schnellen, speedigen Parts sind phänomenal. Deutlich schneller geht es nun bei „Against the Gods“ weiter. Etwas mehr traditionellere Black Metal Klänge wurden hier verarbeitet die an alte Glanztaten an Dimmu Borgir und Cradle of Filth erinnern, wohlgemerkt mit weniger Bombast. So klingt das ganze sehr trocken und hämmert ordentlich rau daher und ist eine gute Abwechslung und Langeweile kommt bei den Düstermetallern aus dem Norden zu keinem Zeitpunkt auf. Was zusätzlich ein wahrer Hörgenuss ist sind die Vocalwechsel. So wird hier einerseits ordentlich reingegrunzt und gekreischt und andererseits kommen immer wieder sauber gesungene Rauvocals zum Einsatz. Richtig fette Breaks dröhnen zu Beginn von „The Rising Sign“ aus den Lautsprechern. Im Anschluss dreht man den Gashahn voll auf und brettert wieder schnell daher. Superbe Wechsel stehen auch hier am Speiseplan und so klingt die Nummer trotz ihrer Bahnbrechenden Geschwindigkeit sehr ausgewogen. Im Mittelteil übertreffen sich die Burschen selber und kredenzen uns feinste Klänge und vor allem das Klavierintermezzo ist eine gute Abwechslung und unterm Strich erzeugt man so einen farbenbunten Klangteppich mit viel Ausgewogenheit. „Warmonger“ ist auf diesem Album mein absoluter Favorit. So sind die Duettvocals ein wahrer Hörgenuss und die Seitenhexer schütteln sich super Riffs und Breaks aus den Ärmeln. Die Vocals sind etwas mehr im klaren Bereich angesiedelt und passen zum Gesamtsound sehr gut. Eine schöne Bangernummer ist den Jungs hier gelungen. Bei „Escape the Union“ findet ein Fastspeedwechsel zwischen kurzen langsameren Pausen und schnellen Arrangements statt. Auch auf die Bombastschiene wurde etwas mehr bedacht genommen, aber nur etwas. So hat man einen feinen Düstertrack geschaffen der viel Abwechslung für den Zuhörer parat hat. Ruhig und beschaulich startet nun „The Mark of Power“. Die Ruhe wehrt etwas länger, aber nach etwa zwei Minuten kommt wieder Endzeitstimmung auf und die Herrschaften liefern wieder das volle Brett. Auch hier kommt es zu mehrmaligen Wechseln und Keep of Kalessin haben ein Goldhändchen für Ausgewogenheit, so ist alles auf seinem richtigen Platz. Der gleichnamige Albumtrack „Kolossus“ steht an vorletzter Stelle. Deutlich mehr Bombastarrangements wurden eingebaut und vor allem die heroischen, orientalischen Elemente sind eine Wucht. Die schnelleren Ausreißer sind einfach atemberaubend und da bleibt einem beim Zuhören die Spucke weg. Den Abschluss macht „Ascendant“. Zum Schluss werden noch einmal alle Register gezogen. Supereber schneller Abschluss und alle Schwarzseelen sollen sich schon mal gleich die kommenden Livetermine beim Metalfest mit Kataklysm, Mobrid Angel und Co merken, denn da werden die Herrschaften von Keep of Kalessin mit von der Partie sein.

Fazit: Feine Düstermetal Scheibe die einen Ehrenplatz bei mir bekommt. Wer auf Black Metal mit vielen feinen technischen Raffinessen steht und Bands wie Rotting Christ und Behemoth verehrt sollte sich gleich auf den Weg in den Plattenladen zum einmaligen Durchhören des neuesten Streichs von Keep of Kalessin machen. Vorsicht!!!: Suchtfaktor schon vorprogrammiert.

Tracklist:

01. Origin 02:28
02. A New Empire’s Birth 05:50
03. Against the Gods 08:46
04. The Rising Sign 07:27
05. Warmonger 05:20
06. Escape the Union 07:49
07. The Mark of Power 04:55
08. Kolossus 07:15
09. Ascendant 04:31

Besetzung:

Obsidian Claw (guit)
Thebon (voc)
Wizziac (bass)
Vyl (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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