Kerrigan-Wayfarer-Coverartwork

Band: KERRIGAN 🇩🇪
Titel: Wayfarer
Label: High Roller Records
VÖ: 27/03/26
Genre: Heavy Metal

Tracklist

01. Torchbearer
02. Asylum
03. The Ice Witch
04. Surrender
05. Wayfarer
06. Blood and Steel
07. Dystopia
08. Fighter
09. Red Light Tower

 

Besetzung

Jonas Weber – Vocals, Guitars
Bruno Schotten – Guitars
Jakob Zeblin – Bass
Jonathan Döring – Drums

 

Bewertung:

4/5

Während sich aktuell die Heavy-Metal-Urgesteine auf ihre Pensionierung vorbereiten und der Sound des Genres zunehmend moderner wird, kommen KERRIGAN um die Ecke und drehen die Zeit zurück. Würde man ihr neues Album ohne jegliche Hintergrundinformation anhören, könnte man dessen Veröffentlichungsdatum ohne Weiteres in den 1980ern schätzen. Umso stärker zieht „Wayfarer“ den Hörer in seinen Bann, wenn man realisiert, dass es das Werk einer jungen Band ist, die 2019 gegründet wurde. Es ist nach „Bloodmoon“ (2023) ihre zweite Scheibe und setzt dort fort, wo das Debüt endete. Weiterhin verwurzelt im klassischen Heavy Metal der 80er besticht „Wayfarer“ mit hörbarem Spielspaß, Liebe zum Detail und positiven Emotionen.

In den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen

Meine erste Begegnung mit KERRIGAN erfolgte, indem ich mir ihre Single „The Ice Witch“ anhörte. Das Intro hat etwas Heroisches, der Sound etwas Nostalgisches. Wie bereits oben erwähnt, könnte das Album aus den 80ern stammen. Während KERRIGAN sicherlich nicht die einzige junge Metal-Band ist, die das 80er-Flair wiedererweckt (ich denke da z. B. an EVIL INVADERS, UNTO OTHERS), ist ihr Zugang wohl einer der authentischsten. Der Sound wurde so gemischt, dass er sehr klar ist, aber trotzdem diesen Nostalgie-Faktor übermittelt. Das alleine war für mich schon ein Grund, genauer hinzuhören. Spätestens beim Refrain von „The Ice Witch“ war ich endgültig überzeugt. Es ist ein Refrain, der sofort im Gedächtnis bleibt. Die Eishexe hat mich in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen und nach der fünfzehnten Wiederholung freue ich mich immer noch auf das Lied. So soll’s sein!

Abwechslung mit klarer Linie

Aber was ist mit den übrigen acht Liedern? Das Programm wird ausnahmslos durchgezogen, aber mit mehr Abwechslung, als man vielleicht erwarten würde. Die Kernelemente, die „Wayfarer“ ausmachen, bleiben erhalten: catchy Refrains, lässige Riffs und Up-Beat-Melodien. Es ist ein Album, das die Stimmung hebt, das sowohl im Hintergrund als auch als bewusste Hörkost gut funktioniert. Tempowechsel und ein reiches Angebot an verschiedenen Riffs und Schlagzeugrhythmen bringen Schwung in die Scheibe. Besonders „Surrender“ und „Blood And Steel“ stechen hervor mit einem frecheren Ton. Letzteres kurbelt die Blutzirkulation in der Nackenregion mit einem besonders lässigen Galopp-Riff an.

Prägnanter Gesang

Neben dem authentischen Old-School-Sound trägt die Stimme von Jonas Weber einen unfassbaren Mehrwert zur Musik bei. Er hat eine sehr charakteristische Stimmfarbe. Sie klingt sanft und lieb, hat aber viel Power und emotionale Ausdrucksstärke. Gerade letzteres macht die Lieder so zugänglich und ehrlich. Die Lyrics und Stimmungen, die kommuniziert werden, erwachen dank der Gesangsvariationen die Titel zum Leben und erlauben eine Verschmelzung mit der Musik. Ich kann mir vorstellen, dass Jonas‘ Stimme nicht Jedermanns Sache ist, aber gerade deswegen ist sie so  fesselnd.

Ein Album zum Hineinfühlen

Anstatt die einzelnen Lieder unter die Lupe zu nehmen, bleibe ich bei „Wayfarer“ grob und betrachte es als Summe seiner Teile. Wie bereits erwähnt, lädt es einen zum Hineinfühlen ein, zum Vergessen des Alltags. Man hört es und ist automatisch gut gelaunt. Es verleitet auch ein bisschen zum Träumen. In diesem Sinne sei das Artwork der Scheibe hervorzuheben, das ein gutes visuelles Spiegelbild zur musikalischen Komponente bietet. Der gesichtslose, verhüllte Wanderer auf seinem schwarzen Pferd vor einem galaktischen Nachthimmel ist düster und episch. Die Reise, auf der wir ihn begleiten, ist abenteuerreich.

Fazit: „Wayfarer“ von KERRIGAN entführt uns auf eine energiegeladene Reise zurück in die 80er und lässt die Ursprünge des Heavy Metal wieder aufleben. 

Internet

KERRIGAN – Wayfarer

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