Tracklist
01. Heimaland
02. Solin Vaugna
03. Theinajau
04. Saivør
05. Vætna
06. Hjarta
Besetzung
Søren Sol Koldsen-Zederkof – lead & backing vocals, overtone flute
Mads Medom Papsø Laursen – lead guitars
Janus Holst Aaen – guitars, backing vocals
Jakob Kiilerich – bass
Tim Sejr Wettendorff Larsen – drums
Es gibt Debütalben, bei denen man schon nach wenigen Minuten merkt, dass eine Band noch auf der Suche nach ihrem eigenen Sound ist. Und dann gibt es Veröffentlichungen wie „Hjarta“. Das erste Album der dänischen Formation MAUNAH klingt erstaunlich geschlossen, erwachsen und vor allem so, als hätten die Musiker schon einige gemeinsame Jahre hinter sich. Dabei ist die Band noch vergleichsweise jung.
Ganz aus dem Nichts kommt diese musikalische Reife allerdings nicht. Sänger Søren Sol Koldsen-Zederkof dürfte vielen durch seine langjährige Tätigkeit mit der nordischen Folkband KRAUKA bekannt sein. Auch unter dem Namen LOS hat er bereits mehrere Alben veröffentlicht. Gitarrist Mads MP Laursen bringt ebenfalls Erfahrung aus früheren Projekten wie IRONGUARD und ENCYRCLE mit. Bei MAUNAH treffen also Musiker aufeinander, die ihre eigenen musikalischen Erfahrungen mitbringen und daraus etwas Neues entstehen lassen. Und genau das hört man „Hjarta“ an.
Doom, der sich Zeit nimmt
MAUNAH spielen Doom und Post-Metal, aber glücklicherweise nicht nach einem starren Bauplan. Die sechs Songs leben von Atmosphäre und Dynamik. Mal drücken die Gitarren schwer und dunkel nach vorne, dann wird plötzlich wieder Platz geschaffen für ruhigere Passagen. Die Band hat keine Eile und genau das passt hervorragend zu ihrer Musik.
„Heimaland“ eröffnet das Album mit dieser Mischung aus Schwere und Weite. Statt den Hörer sofort mit möglichst viel Wucht zu überrollen, bauen MAUNAH ihre Stimmung langsam auf. Gitarren, Bass und Schlagzeug greifen ineinander und lassen einen Klang entstehen, der gleichzeitig massiv und offen wirkt. Dazu kommt der charakteristische Gesang von Koldsen-Zederkof, der sich hervorragend in diese dunkle Atmosphäre einfügt.
Mit „Solin Vaugna“ und „Theinajau“ wird dieser Weg konsequent weitergeführt. Besonders angenehm ist dabei, dass MAUNAH ihre Songs nicht mit unnötigen Ideen vollstopfen. Die Stücke dürfen sich entwickeln. Ein Riff bekommt die Zeit, die es braucht, eine Melodie wird nicht nach wenigen Takten wieder fallengelassen und auch die ruhigeren Momente haben ihren festen Platz.
Das ist gerade im Doom ein großer Pluspunkt. Schwere funktioniert schließlich nicht nur über Lautstärke oder möglichst tiefe Gitarren. Entscheidend ist, was die Musik dabei auslöst. MAUNAH schaffen es, eine gewisse Spannung über längere Passagen aufrechtzuerhalten, ohne dass die Songs langweilig werden.
Zwischen Dunkelheit und nordischer Atmosphäre
Eine interessante Ergänzung im Sound von MAUNAH ist die Obertongesangsflöte, die ebenfalls von Koldsen-Zederkof gespielt wird. Sie gibt den Songs eine zusätzliche, fast archaische Note und passt erstaunlich gut zum ansonsten schweren Klangbild. Dabei wirkt das Instrument nie wie ein Fremdkörper oder ein aufgesetztes Stilmittel.
„Saivør“ und „Vætna“ gehören zu jenen Stücken, in denen sich die unterschiedlichen Einflüsse der Band besonders schön miteinander verbinden. Die Gitarren von Mads MP Laursen und Janus Holst Aaen können gewaltig klingen, ohne alles andere unter sich zu begraben. Jakob Kiilerich legt am Bass das notwendige Fundament, während Tim Sejr Wettendorff Larsen am Schlagzeug für Bewegung sorgt, ohne die Songs unnötig hektisch werden zu lassen.
Überhaupt funktioniert das Zusammenspiel der sechs Musiker ausgesprochen gut. Jeder Teil hat seinen Platz und trotzdem klingt das Album nie übermäßig durchkonstruiert. Gerade diese Balance macht „Hjarta“ so angenehm.
Der Titelsong „Hjarta“ bildet schließlich den passenden Abschluss. Hier laufen viele der zuvor etablierten Elemente zusammen. Die Band setzt nicht auf einen künstlich erzeugten großen Schlussakkord, sondern lässt die Musik ihre Wirkung ausspielen. Das passt zum gesamten Album und hinterlässt am Ende eher das Gefühl, eine musikalische Reise beendet zu haben, als einfach sechs Songs durchgehört zu haben.
Für Mix und Mastering war Jens Moss Thorsen von Mossy Production in Aarhus verantwortlich. Die Produktion ist druckvoll, lässt den Instrumenten aber genügend Raum. Gerade bei einem Album, das so stark von Atmosphäre lebt, ist das entscheidend. Die Gitarren haben Gewicht, der Bass bleibt präsent und auch die ruhigeren Elemente gehen nicht im Gesamtsound unter.
„Hjarta“ ist letztlich ein Debüt, das deutlich mehr bietet als nur ein erstes Lebenszeichen einer neuen Band. MAUNAH bringen Erfahrung, gute Ideen und vor allem ein erstaunlich sicheres Gespür für Atmosphäre zusammen. Die sechs Songs wirken durchdacht, ohne steril zu klingen, und schwer, ohne sich ständig in endlosen Riffwiederholungen zu verlieren.
Wer Doom und Post-Metal mag und dabei gerne etwas über den klassischen Genre-Rahmen hinausblickt, sollte MAUNAH definitiv auf dem Radar behalten. „Hjarta“ ist ein bemerkenswert reifes Debüt und macht vor allem eines, Lust darauf, zu hören, was von dieser Band noch kommt.
Fazit: „Hjarta“ von MAUNAH ist ein Album, das den Zuhörer auf eine emotionale Reise mitnimmt und dabei stets modern und relevant bleibt.






