MYRATH – Wilderness of Mirrors

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Band: MYRATH 🇹🇳
Titel: Wilderness of Mirrors
Label: earMUSIC
VÖ: 27/03/26
Genre: Oriental Symphonic Metal

Tracklist

01. The Funeral
02. Until the End
03. Breathing Near the Roar
04. Les Enfants Du Soleil
05. Still the Dawn Will Come
06. The Clown
07. Soul of My Soul
08. Edge of the Night
09. Echoes of the Fallen
10. Through the Seasons

 

Besetzung

Zaher Zorgati – Vocals
Malek Ben Arbia – Guitars
Anis Jouini – Bass
Kevin Codfert – Keyboards, Pianos & Vocals
Morgan Berthet – Drums

 

Bewertung:

4/5

MYRATH lassen ihre Herkunft auf magische Weise in ihren Metal-Mix einfließen. Mit Mitgliedern aus Tunesien und Frankreich schöpfen sie aus einem musikalischen Kulturgut, das unserem westlich geprägten Gehör frische Melodien vorsetzt. Die Einflüsse aus afrikanischen, indischen und europäischen Traditionen werden in ein Symphonic- und Progressive-Metal-Geflecht eingewoben. Nicht umsonst wird ihr Stil von Fans und Kritikern gerne als „Blazing Desert Metal“ beschrieben. Nach über zehn Jahren Bandkarriere haben MYRATH einige Meilensteine erreicht, darunter Auftritte auf namhaften Festivals wie dem HELLFEST sowieso einer Performance beim FIFA World Cup in Qatar vor vier Jahren.

Nach nur zwei Jahren ändern sich stilistische Tendenzen

Nach gerade einmal zwei Jahren präsentieren uns MYRATH bereits den Nachkömmling von „Karma“. Der aktuelle Longplayer, „Wilderness of Mirrors“, knüpft mühelos an und unterstreicht abermals die Vision der Band, deutet aber auch Veränderungen an. Das neue Werk klingt noch einen Ticken bombastischer in der Produktion. Die Gitarren und der Bass werden jedoch an manchen Stellen von den symphonischen Elementen in den Schatten gestellt. Generell fällt eine Tendenz auf, die deutlich stärker Richtung Symphonic Metal geht. Gleichzeitig sind progressive Elemente weniger als markantes Stilmittel zu erkennen, sondern mehr als auflockernden Details, die für Aha-Momente sorgen.

Ein feiner Grat zwischen Kitsch und Schönheit

Vorneweg sei erwähnt, dass bei mir persönlich sehr schnell der Kitsch-Radar anschlägt, wenn ich mich in die Symphonic- oder Power-Metal-Welt begebe. Was mir bei MYRATH aber sofort gefallen hat, war die Stimme von Zaher Zorgati. Seine Energie, Feinfühligkeit und Spannweite sind schlichtweg bewundernswert. Er erinnert mich auch ein wenig an Russell Allen (SYMPHONY X) und das ist ein Vergleich, den ich wirklich nicht leichtfertig aufstelle! Zahers Stimmlage bewegt sich im Mittelfeld – würde er hauptsächlich mit Kopfstimme und lieblicher Stimmfarbe singen, wäre es mir sicher zu viel Kitsch. Gepaart mit der dramatischen, orientalischen Musik bekommt das Album eine verdammt lebendige Aura, die mich richtig verzaubert hat.

Ein Album zum Loslassen

Was „Wilderness of Mirrors“ außerdem gut verkörpert ist Leichtigkeit. Es gibt Metalheads, die zwischendurch Abwechslung zum Grölen, Blastbeats und co. willkommen heißen und dafür eignet sich dieses Album perfekt. Insbesondere Lieder wie „Les Enfants Du Soleil“, „Until the End“, „The Clown“ und „The Funeral“ erwärmen das Herz, animieren zum Mitsingen und sorgen für gute Stimmung. Mit besonders einprägsamen Refrains gehen sie einfach ins Ohr und schwierig aus dem Kopf.

Weniger progressiv als erwartet

Wie bereits oben erwähnt ist auf „Wilderness of Mirrors“ eine deutliche Bewegung weg vom Progressive Metal zu beobachten. Obwohl das Album in Summe mit Emotionalität, bombastischer Produktion und einem spannenden, kulturellen Musik-Mix überzeugt, vermisst man die Prog-Raffinesse. Es war schlichtweg das Tüpfelchen auf dem i, das MYRATH von anderen Bands, die orientalische Musik mit Metal kombinieren, unterschied. „Wilderness of Mirrors“ könnte ein böses Omen bedeuten, das in der Metal-Szene immer für Aufregung sorgt: eine Entwicklung in Richtung massentauglicher Musik. Aber wer weiß das schon… Nichtsdestotrotz ist „Wilderness of Mirrors“ ein Album, das auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig wird – ganz im Gegenteil. Es bietet großartige Momente und viel Abwechslung.

Fazit: Mit „Wilderness of Mirrors“ schlagen MYRATH eine etwas andere Richtung ein, in der Progressive Metal weniger im Vordergrund steht, Lebendigkeit und Emotionen dafür klar in den Fokus rücken.

Internet

MYRATH – Wilderness of Mirrors

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