Transilvania-Band
Photo Credit: Alina Savage

Interview: Robert RESCH Fotos: Alina Savage

Hallo zusammen, danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, mit uns zu sprechen. TRANSILVANIA haben kürzlich ihr neues Album Magia Posthuma veröffentlicht, und wir wollten ein bisschen hinter die Kulissen blicken – über die Entstehung des Albums, eure musikalische Entwicklung und die Gedanken, die hinter euren Songs stehen.

Transilvania-1
Photo Credit: Alina Savage

Wie fühlt es sich an, Magia Posthuma endlich veröffentlicht zu haben, nach der Arbeit und der Vorbereitungszeit?

Irgendwie gut, aber auch irgendwie unglaublich. Es waren wirklich sehr intensive Monate. Man wartet lange und dann ist der Tag plötzlich da.

Gibt es eine persönliche Geschichte hinter dem Albumtitel?

Der Titel schwirrt schon seit der Anfangszeit in unseren Köpfen und wurde erst für das richtige Release eingesetzt.

Der Albumtitel klingt mystisch – was steckt dahinter?

Es geht um das Konzept von Wirkung über den Tod hinaus. Nicht nur im Sinne von Unsterblichkeit, sondern wie ein Fluch, der weitergetragen wird. Etwas, das du erschaffst, entzieht sich dir irgendwann komplett – und lebt sein eigenes, oft hässlicheres Leben.

Gab es Momente im Studio, in denen ihr euch selbst überrascht habt?

Da gab es einige. Hauptsächlich überraschte uns, wie umfangreich die Produktion dann letztendlich ausfiel. Aber auch darüber, wie gut das neue Line-up bis an seine Grenzen gehen kann. Dies unterschrieb die Zusammenarbeit zwischen den neuen Mitgliedern endgültig und beschwor eine tiefe Bruderschaft.

Welche Songtexte liegen euch persönlich am meisten am Herzen und warum?

Definitiv ist das „The Faustian Bargain”. Hier spiegeln sich Aufopferung und Hingabe zu seiner eigenen Verwirklichung wider. Ohne triftigen Grund und Vision wird dein Schaffen eine charakterlose Erscheinung bleiben, die im Schatten der Zeit verschwindet.
Transilvania-3
Photo Credit: Alina Savage

Gibt es einen Song, der besonders schwierig zu schreiben oder einzuspielen war?

Jeder Song hatte seine Tücken. Wie schon gesagt, muss jeder an seine Grenzen gehen, um den maximalen Wert der Komposition zu erreichen.

Wie hat sich euer Sound im Vergleich zu früheren Alben entwickelt?

Kompromissloser drückt es am besten aus. Die Konstruktion, die im Songwriting entstanden ist, wurde während der Aufnahme perfektioniert. Keine Abschläge, nur hundertprozentige Umsetzung.

Durch die neuen 2 Member kommen natürlich neue Einflüsse dazu. Welche Einflüsse außerhalb des Metal haben in Magia Posthuma Einzug gefunden?

Pauschal lässt sich das nicht sagen, da jeder Song externe Einflüsse verfügt. Daher wäre dies sehr schwierig aufzulisten. Beeinflussungen passieren auch sehr im Unterbewusstsein, was es noch schwieriger macht, explizit Künstler oder Genres zu nennen.

Wie wichtig ist euch die Live-Performance der Songs im Vergleich zur Studioaufnahme?

Beides erfordert verschiedene Herangehensweisen. Was im Studio mehr Druck aus künstlerischem oder technischem Gründen verlangt, kann Live eine ganze Performance vernichten. Es verlangt eine klare Differenzierte Anschauung wie das Werk die Darbietung unterstützen kann, ohne dabei das Gefühl der Aufnahme zu zerstören.

Gab es Konflikte oder kreative Differenzen innerhalb der Band beim Schreiben des Albums?

Natürlich, und die konnte nie objektiv geklärt werden. Es kam zu Diskussionen mit Zähnen, Krallen, die aber eigene Überzeugung zu den Songs stärkten.
Transilvania-2
Photo Credit: Alina Savage

Wie viel von eurer eigenen Persönlichkeit steckt in den Songs?

Die persönlichen Einflüsse in das Konzept der Band sind essenziell. Die Band könnte ohne den Hang zu Tod und Teufel gar nicht existieren.

Habt ihr bestimmte Rituale oder Gewohnheiten beim Songwriting oder im Studio?

Nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Gibt es ein Lied, das für euch eine Art persönliche Botschaft trägt?

Tuberculosis Reigns. From the cunt of the damned the devil’s salvation spreads.

Wie geht ihr mit den Erwartungen eurer Fans um, gerade nach bisherigen Alben?

Der es richtig hört, wird es verstehen.

Welche Themen oder Ideen habt ihr bewusst vermieden oder ausgelassen?

Es finden sich sämtliche Themen wieder, die jedoch Raum für Interpretation lassen. Es wird bis auf den Tod alles mit Verachtung behandelt und Lobpreisungen an Götzen und Lenker findet ihr vergeblich.

Gab es Momente, in denen ihr selbst nicht wusstet, wohin ein Song euch führen würde?

Man fängt immer mit dem bekannten weißen Blattpapier an. Die Führung übernehmen meistens unergründliche Gedanken, die einen unbewussten Wunsch erfüllen.

Wie seht ihr eure Rolle innerhalb der Black/Thrash Metal Szene?

Wir sehen uns nicht als Teil dieser Szene da wir mittlerweile in allen verschiedenen Genres Kontakte pflegen, auch die die mit Metal gar nichts zu tun hat. Die Rolle ist daher auch nicht wichtig, sondern weiter für subkulturelle Ereignisse Sorge tragen.
Transilvania-4
Photo Credit: Alina Savage

Welche Reaktionen aus der Szene oder von Fans haben euch bisher am meisten bewegt?

Die Reaktion zu unserem neuen Album waren überwältigend und übertrafen sämtliche Erwartungen.

Wenn ihr nur einen Song des Albums jemandem zeigen könntet, der euch noch nicht kennt, welcher wäre das und warum?

Wir wählten “Set the Tombs on Fire” als erste Single, um ein umfassenden ersten Eindruck unseres neuen Albums darzulegen.

Wie geht es für TRANSILVANIA nach Magia Posthuma weiter – gibt es bereits Ideen oder Pläne fürs nächste Kapitel?

Die gibt es, aber es ist noch nicht ganz klar, was als erstes passieren wird.

TRANSILVANIA – Interview