Band: Pegasus
Titel: The Epic Quest
Label: MDD
VÖ: 2010
Genre: Melodic Black/Heavy Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Unter der Rubrik zu früh gefreut läuft das neuste Machwerk „The Epic Quest“ von Pegasus. Als großer Verehrer der australischen Namenskollegen hatte ich schon gedacht, ja endlich ein neues Lebenszeichen. Doch diese Truppe mit demselben Namen kommt aus deutschen Landen. Zwar fabriziert auch diese Kapelle eine Art Power Metal, der ist aber weniger von True Allüren geprägt, vielmehr bauen die Germanen auf Symphonic Anleihen. Auch hat sich der Frontmann eher dazu entschlossen Death/Thrash lastiger ins Mikro zu brüllen.

Fantasievoll und anregend macht man uns den Silberling mit dem Intro „…Return To Fantasy“ sogleich schmackhaft. Natürlich kommt das dazugehörige Klischee dabei nicht zu kurz und man stellt sich sogleich einen Film vor in der Art wie das Coverbild wiederspiegelt.

Bei „Overlord“ prescht man kompromisslos los und agiert sehr speedig. Dabei kommen Symphonic und auch einige Gitarrenfrickeleien nicht zu knapp rüber. Doch auch ein etwas Death – thrashiger Rhythmus der etwas an gewisse skandinavische Vertreter erinnert kommt dabei nicht zu knapp zum Einsatz. Alles in allem ein imposanter Opener, doch kommt mir irgendwie vor die weibliche Sängerin hätte man anderwärtig auf dem Album eingesetzt, denn Thorsten Müller brüllt sie dermaßen ins Abseits das einem ein grinsen ins Gesicht gezaubert wird. Mit ihm macht das Ganze deutlich mehr Spaß und auch kommt der Track etwas härter rüber. Anyway schlecht würde ich die weibliche Gesangskollegin nicht bezeichnen, vielmehr macht Thorsten eine deutlich bessere Figur zu dem Stück.

Bombastisches Keyfutter eröffnet etwas sachter „Farewell“, doch schon brettern die Germanen wie wild dahin, natürlich im Beiwagen genügend ausgereifte Symphonic Anleihen. Erneut brüllt Meister Müller uns Gischt und Galle ins Gesicht, während seine Kollegen hierbei etwas gleichberechtigter zu beschwichtigen versucht. Allerdings gelingt ihr das nur ganz leicht, denn einmal mehr überzeugt der männliche Kollege mit seinem rauen Brüllorgan. Gut mischt man rhythmisch Bombast, Symphonien und allerlei an harten Soundstrukturen zu einem stattlichen Gebräu zusammen das einen satten Angriff auf die Ohren vollführt.

Ein kurzes Zwischenintro bietet man mit „Riot Of The Highlords“ das dunkle Fantasyträume musikalisch rüberbringt.

Nahtlos knüpft man mit „Dark Times“ an, wo man genau dort weiter macht wo man uns mit dem Zwischenintro übergeleitet hat. Erneut baut man auf rauere, barsche Strukturen die man recht gekonnt mit einer Vielzahl an Melodien, als auch Symphonien vereint. Tempomäßigt hat man sich hierbei etwas gebremst und so wandelt man eher auf stampfenden – kraftvollen Pfaden. Deutlich ungehobelter kommt der Track rüber, da hier der Frontmann komplett den Gesang übernommen hat.

Speedige Rakete schießt man dem Hörer sogleich mit „Paladin“ hinterher und dabei jagt man uns mit einem thrashigen Power Spiel das man reichhaltig immer wieder mit sachten Melodien, als auch Frickeleien abrundet. Erneut hat man die Sängerin ins Abseits gestellt und so überwiegt der Fronter etwas mehr. Macht auch bei solchen Abgehtracks mehr Sinn und man kann zu dieser Granate seine Rübe durchschütteln und abgehen wie die sprichwörtliche Post.

Ein orchestraler Orgeleingang steht bei „Queen Of Elves“ als Eröffnung zur Verfügung und dabei wird es sehr heroisch. Gefolgt ist dieser Eingang deutlich bretternden, doch wie sollte es auch anders sein, dem Titel entsprechen hat hier komplett das Sagen. Dadurch mag man vielleicht glauben der Song ist dadurch handsamer ausgefallen. Tja in gewissen Passagen versucht die Lady uns mit lieblichem Sing – Sang zu bezirzen, doch die Rhythmuskollegen jagen fast unbeirrbar dahin. So wirkt der Track auch deutlich ausgereifter und auch nicht so brav.

Mit vielen, fast schon Gothic lastigen Symphonien stimmt man nun „Painful Dreams“ an und das behält man bei der etwas längeren Überleitung komplett bei. Genussvoll und sanft, aber auch sehr dunkel – melancholisches Instrumental.

Medival angehaucht wird nun „Dragons Of Hope“ angestimmt und dabei wandelt man vorerst auf sehr folkloristischen Pfaden. Immer mehr rückt man mit härteren Geschützen nach, allerdings baut man auf eine farbenprächtige, sehr abwechslungsreiche Rhythmik. Diese kommt etwas hymnischer, epochaler, aber auch deutlich progressiver rüber.

„The Challenge“ kommt mit einem sehr witzigen Tastenspiel daher und wird sogleich von einer schmetternden Gitarrenfraktion unterbuttert sodass das Tastenspiel vermehrt ins Abseits gerät. Alles in allem baut man auf eine Rhythmik mit der viele Bands Ende 90, Anfang 2000 auf sich aufmerksam gemacht haben. Gut man kann jetzt sagen abgelutscht oder gar einfallslos, davon würde ich aber abraten, denn mit einer erfrischenden Spielweise wird uns das Stück schmackhaft gemacht.

Vermehrt im skandinavischen Fährwasser wird mit „Dungeon Master – Part 2“ weiter gemacht. Abgerundet wird das Bretterspiel, als auch die Keyboardläufe mit satten – bombastischen Melodien. Zwischen ungestüm barsch und handsam – idyllisch wird komplett durch gewechselt und somit vollführt man ein sehr kunterbuntes Gemisch das ordentlich beeindruckt.

Heroisch, aber auch sehr traurig steht der nächste Zwischentrack mit „The Battle Is Won“ an. Heldensagen aller Art kommen einem bei diesem Soundklang sofort dabei in den Sinn.

Nun holt man sogleich bei „End Of The Quest“ zum nächsten Rundumschlag aus und dabei jagt man die Hörerschaft mit viel Tempo und Wind im Rücken vermehrt vor sich her. Zwischen Tastenorgien des Keyboarders, als auch einer Vielzahl von rhythmischen Abgehattacken wird ausgiebig Gebrauch gemacht und mit diesem Mischverhältnis kann man sehr gut überzeugen.

„Die Legende der schwarzen Fee“ kommt nun mit einer sehr medivalen Klangauswahl daher und dies unterwandert man mit satten, bretternden Gitarrenläufen. Sehr epochal, aber auch etwas Gothic lastiger wird dabei der Weg bestritten.

Gewitterklänge und Glockenschläge läuten den letzten Track im Bunde „Midnight Past“ ein. Dieses Stück klingt sehr epochal und vor allem mit der dazugehörigen bretternden Gitarrenarbeit schlägt man etwas ungestümer die Schneisen. Sehr heroisches Stück bei dem man Fäuste reckenden Mitmachmomente eingebaut hat.

Fazit: Gut den Preis für Innovation wird man jetzt nicht unbedingt gewinnen. Das muss man auch nicht, denn das Album ist sehr gut ausgefallen, auch wenn jetzt nicht unbedingt was Neues dabei ist. Sicher mag man glauben dass man solche Sachen zu oft schon gehört hat, allerdings offeriert uns die Truppe eine Spieltechnik welche mit viel erfrischendem Spiel locker zu überzeugen vermag. Auch setzt man sich locker aus dem Mittelfeld mit diesem hinweg. Freunde von Symphonic Metal Sachen wird man sicher überzeugen und durch die barsche Gesangsarbeit kommt das Material nicht so glatt poliert daher.

Tracklist:

01. …Return To Fantasy
02. Overlord
03. Farewell
04. Riot Of The Highlords
05. Dark Times
06. Paladin
07. Queen Of Elves
08. Painful Dreams
09. Dragons Of Hope
10. The Challenge
11. Dungeon Master – Part 2
12. The Battle Is Won
13. End Of The Quest
14. Die Legende der schwarzen Fee
15. Midnight Past

Besetzung:

Thorsten Müller (bass & voc)
Ralf Kletti (keys)
Thomas Verebes (drums)
Kim Neuweiler (guit)
Christian Liebhardt (guit)

Internet:

Pegasus Website

Pegasus @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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