Band: Running Wild
Titel: Rapid Foray
Label: Steamhammer/SPV
VÖ: 26.08. 2016
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Daniel

Mmh, wenn der Chefinquisitor von RAPID FORAY schwärmt, obwohl das Thema RUNNING WILD für ihn eigentlich schon lange keine Rolle mehr spielt, wird man als Fanboy neugierig und bettelt geradezu, das Review machen zu dürfen. Nach circa 30 Durchläufen in zwei Tagen steht eines fest:
Die Kritiker werden auch diesmal wieder reichlich meckern, und auch diesmal wieder berechtigterweise.
Die Hauptkritikpunkte (kein Bandgefüge, Drumcomputer sowie zu wenig Metal und der nasale Gesang) wurden zwar teilweise entschärft, doch das wird den Leuten nicht den Wind aus den Segeln nehmen. Dabei ist das neue Soloalbum von Rolf durchaus eine positive Überraschung, der allerdings auch wieder Schwächen anhaften.

Da wäre zuerst einmal wieder die „Studiobesetzung“, die im Promowaschzettel nur den Oberpiraten aufweist. Und das „Drumming“ ist auch diesmal nicht gerade sensationell, allerdings erträglicher. Da hat der Programmierer ganz gute Arbeit geleistet, sofern hier kein Mensch hinter den Kesseln saß (do you remember Roques en Vogues?).
Auch ein Totalausfall ist mit dem Käsegurkengeschwurbelkitsch By The Blood In Your Heart, auf das Herr Kasparek besonders stolz ist, zu beklagen. „Wacken Wild“ meets „Runningtiano“, da quillt der Schleim aus den Boxen.
Desweiteren ist der Gitarrensound einfach nur verkackt. Okay, das ist eine persönliche Meinung, aber ich stehe halt nicht auf diese „modernen“ Schwammgitarren und das 32 kbit -Feeling, auch wenn ich nach zwei, drei Durchgängen damit leben kann, und nicht nur als Hardliner, sogar muss!

Denn dem entgegen steht, dass der gute Rolf seine Vocals wieder in alter Manier vorträgt – nimmt man das bereits bekannte und starke Into The West einmal aus – und ein Album, das zu gut zwei Dritteln aus Songs besteht, für die ich die letzten 20 Jahre getötet hätte.
Mit Rapid Foray, Black Skies, Red Flag, Warmongers, Black Bart, Into The West, dem Instrumental The Depth Of The Sea Nautilus, Blood Moon Rising und dem gelungenen Longtrack Last Of The Mohicans gibt es klassischen RUNNING WILD – Stoff in der Tradition der Port Royal/Death Or Glory – Phase, wobei man mit Warmongers und Black Bart auf Anhieb zukünftige „Band“klassiker präsentiert.
Hinzu kommt, dass es Rolf diesmal über die gesamte Albumlänge geschafft hat, seine Spielfreude zu bündeln. Das macht die metallischen „Midtemporocker“ Stick To Your Guns und Hellestrified, die stilistisch eher in die The Brotherhood – Phase passen, ebenfalls zu sehr starken Tracks.
Am signifikantesten für die Güte des Albums ist, dass die eher musikalisch leicht beschwingten, partytauglichen Into The West und Rapid Foray , die vor drei Jahren noch Highlights gewesen wären an die man sich als Nerd geklammert hätte, diesmal leichte Ausschläge nach „unten“ sind.

Klar ist, wer ein neuen Klassiker erwartet, der wird auch diesmal wieder enttäuscht sein. Allerdings gilt festzuhalten:
„Rock `N Rolf is facing the wind and riding the (shit)storm“, denn RAPID FORAY hat es in sich und ist für sich ein sehr starkes Metalalbum, das sogar in der Bandhistorie teilweise qualitativ mit den Mittneunzigern mithalten kann.
Als man das einstige Flagschiff mit Shadowmaker aus den tiefen der Meere hob, war es nicht mehr als ein Wrack, das selbst mit verstärkten Planken auf Resilient nicht komplett überzeugen konnte. Nun ist die Jolly Roger wieder auf Kurs, wenn auch nur mit einem Kapitän und ohne Besatzung.

Trackliste:

01. Black Skies, Red Flag
02. Warmongers
03. Stick To Your Guns
04. Rapid Foray
05. By The Blood In Your Heart
06. The Depth Of The Sea Nautilus
07. Black Bart
08. Hellestrified
09. Blood Moon Rising
10. Into The West
11. Last Of The Mohicans

Besetzung:

Rolf Kasparek

Running Wild im Internet:

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