Band: Sacrum
Titel: Days Of Quarantine
Label: Selfreleased
VÖ: 2009
Genre: Experimental Progressive
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Wenn man Argentinien hört wird man als erstes auf Maradonna bzw. Fußball und nicht auf Metal tippen. Mir war bis dato auch nur Rata Blanca aus diesen Gefilden bekannt. Dies ändert sich nun mit den Progressive Metallern Sacrum, die ebenfalls wie ihre Landsmänner aus Buenos Aires stammen. Seit 2003 arbeiten die Jungs schon an ihrem Material und konnten schon eine Ep mit Namen „Transgenia“ und ein Full Length Album 2008 veröffentlichen welches sich „Cognition“ nennt. Nun ist man mit einer kleinen Line Up Veränderung zurück und in der Besetzung Martin Guerrero (guit & back voc), Talo Silveyra (voc), Diego Cipolla (bass) und Agustín Acosta (drums) wurde nun der Nachleger „Days Of Quarantine“ aus dem Schmiedeofen geholt. Progressiver, feinster Stahl befindet sich auf dem Langeisen, welches am 05.08.09 erscheinen wird. Also Freunde der feinen, verspielten Musik dieses Machwerk ist genau eure Kragenweite.

Bereits zu Beginn von „Survive“ wird die volle Breitseite offeriert. Obwohl man zu Beginn des Silberlings sich etwas erdiger rockend präsentiert. Steht dem Output als Eröffnung sehr gut und man kann zu den Klängen recht gut abshaken bzw. rocken was das Zeug hergibt. Auch diese Truppe kann sich nicht davor verstecken das sie aus Südamerika stammt. Denn diese Bands haben den Europäischen etwas vorne weg und zwar die Spielfreude mit der sie rüber kommen. Da macht auch diese Band keinen Heal darum und dadurch kann man sich genussvoll auf eine abwechslungsreiche Reise zwischen modernen und traditionellen Progressive Metal entführen lassen. Im erdigen Bereich wird auch beim folgenden „Pressure“ weiter gemacht, obwohl man sich hier deutlich sanfter, verspielter, als auch melancholischer zeigt. Dadurch ist eine feine Hymne mit vielen sanften Refrainparts entstanden, die wiederum werden immer wieder durch kurze Verzerrungen abgelöst. Das progressive Gebräu wurde dennoch kompakt auf einen Konsens gebracht und man wird nicht gleich vollends von einem Brett an Soundspielereien erschlagen. Vor allem die harten Zwischengrowls sind ein weiter Gustohappen den man hier für uns parat hat. Deutlich verhaltener wird nun „Dazing Silence“ nachgeschoben. Sanfter Rocker im klareren Bereich der hier aus den Boxen schallt. Die Vocals hat man fast durchwegs ohne Verzerrungen eingesetzt und auch die kurzen Einsätze sind äußerst dezent ausgefallen. Einige kräftige Ausbrüche lässt sich die Rhythmusfraktion nicht nehmen und kann auch den Fronter dazu bewegen etwas kraftvoller durchzustarten bevor man wieder in die ruhigen Gewässer zurück kehrt. Mit akustischen Flamenco Gitarren wird nun „The Unknown“ nachgeschoben. Sanfte Melodien wehen hier warmherzig dem Hörer um die Ohren und verleiten zum sanften Genuss. Vorsicht, so ganz ruhig wird hier dennoch nicht gewerkt, auch wenn man fast durchwegs mit einem verhaltenen Tempo auskommt. Vor allem im Refrainteil gibt es eine kraftvolle Überraschung die recht hymnenhaft klingt und das gewisse Etwas ist. Auch „Eternity“ wurde mit einer ruhigen Einleitung ausgestattet. Hier verweilen die Argentinier aber durchwegs in der sanften Ecke und die Linie wird konsequent gehalten. Somit ist ein recht balladesker Song entstanden, wo vor allem der Frontmann seine Gesangskünste vollends unterstreicht und beweist das der Bursche zu den ganz großen in der Szene gehört. Genug gerastet, denn pünktlich als Wachrüttler wird nun „Quarantine“ nachgeschoben. Einem sehr exeperimentellen Stück, mit vielen Spielereien und vor allem die Gitarrenarbeit erinnert sehr stark an White Zombie bzw. Minsitry. Dadurch schnellt auch der Härtegrad steil nach oben, was man hier als willkommene Abwechslung nach dem ruhigen Vorgänger sehen kann. Nun wird es bei „Keeping me Alive“ wieder etwas melodischer, als auch deutlich Power Metal lastiger. Nette, feinen Keyboardarrangements hat man hier mit sägendem Gitarrenstahl vereint und auf einen Nenner gebracht. Diese Mischung wurde nun mit einigen progressiven Schüben komplettiert und unterm Strich haben die Jungs aus Südamerika eine gute Headbangernummer geschaffen zu der es gilt die Haare zu schütteln. Ruhig mit lieblichen, orchestralen Arrangements schiebt man uns nun „Recalling“ in den Rachen. Zu vielen Spielereien lässt man sich hier hinreißen, doch immer wieder kehrt der Trupp in einen erdigen Hauptbereich zurück, von wo aus man immer wieder nach allen Seiten hin und her spielt und so eine gute Mischung im progressiven Bereich parat hat. Deutlich düster ist hier der Gesamteindruck was dem Song noch das gewisse Quäntchen bescheinigt. Mit „Dancing Stars“ wird es einmal mehr sehr sanft. Besonnene Gesänge werden hier erst einmal durch akustisches Spiel begleitet. Erst nach einer Minute wird man wachgerüttelt, denn nun präsentiert man sich deutlich kraftvoller und auch einige bombastische Arrangements lässt man immer wieder durchblicken. Die ruhige Einleitung wird uns auch beim folgenden „Forbidden“ geboten. Wobei man aber nur dezent sich von der eingeschlagenen Linie weg bewegt. Sanfte Nummer mit vielen Bombastschüben, die das eine ums andere mal mit einem Donnerwetter unterbrochen werden. Vor allem bei diesen reißt es einen ordentlich aus dem verträumten Eck und wühlt gewaltig auf. Von der Machart sehr ähnlich ist nun „Midnight Sun“ ausgefallen, somit könnte man hier von einem zweiten Part reden, dennoch verweilt hier die Formation mehr im melodischen Bereich als Ablöse, der nur durch einige erdige Ausbrüche vollendet wird. Im Mittelteil gibt es noch als Draufgabe eine gute modern, progressiv in Szene gesetzte Spielerei die aufhorchen lässt. Nach einer etwas längeren, ruhigen, klaren Einleitung bei „The Last Trace“ lässt man sich immer wieder zu kurzen, modernen Ausrutschern bewegen. Diese sind sehr herb und roh ausgefallen, was für meinen Teil recht interessant und farbenbunt klingt. Mit dem Bonustrack „Animal“ verabschieden sich Sacrum von uns. Eine recht Power Metal lastige Nummer mit vielen melodischen, elektronischen, als auch erdigen Schüben. Gute Mischung mit spanischen Lyrics die dem Song den gewissen Touch verleihen.

Fazit: Sauber was uns hier lecker verpackt aus Südamerika angeboten wird. Für alle Fans der verspielten Musik heißt es hier zugreifen und sich auf ein gutes Klangexperiment gefasst machen.

Tracklist:

01 Survive
02 Pressure
03 Dazing Silence
04 The Unknown
05 Eternity
06 Quarantine
07 Keeping me Alive
08 Recalling
09 Dancing Stars
10 Forbidden
11 Midnight Sun
12 The Last Trace
13 Animal (Bonus Track)

Besetzung:

Martin Guerrero (guit & back voc)
Talo Silveyra (voc)
Diego Cipolla (bass)
Agustín Acosta (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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