Tracklist
01. Ira Dos Deuses
02. Hom Dai
03. Múmia
04. Escravo
05. Astennu
06. Papiro
07. Ouro Perdido
08. Bastet
09. Anúbis
10. Osíris
11. Hieróglifo
12. Maldição
13. Tutankhamon
Besetzung
Stefano Garrido – vocals
Ricardo Teixeira – guitar
Ricardo Merícias – bass
Filipe Brandão – drums
Eine junge Band mit klarer Vision
Die portugiesische Formation SANDMIND existiert erst seit Oktober 2022, wirkt auf ihrem Debüt aber erstaunlich gefestigt. Das Quartett um Sänger Stefano Garrido sowie die drei Instrumentalisten Ricardo Teixeira (Gitarre), Ricardo Merícias (Bass) und Filipe Brandão (Schlagzeug) setzt auf klassischen Heavy-Metal, angereichert mit modernen Groove-Elementen und einer ordentlichen Portion Druck. Schon die Grundidee hinter »13 Pragas Infernais« zeigt, dass hier mehr als nur Riffarbeit im Vordergrund steht! Das Album ist ein Konzeptwerk über das Alte Ägypten, komplett auf Portugiesisch eingesungen.
Zwischen Tradition und Härte
Musikalisch bewegt sich die Band sicher zwischen traditionellem Heavy-Metal und groovigem Modern-Metal. Die Gitarrenarbeit von Ricardo Teixeira ist dabei zentral, satte Riffs, klar strukturiert, selten verspielt, dafür mit einem starken Fokus auf Wiedererkennungswert. Songs wie »Ira Dos Deuses« oder »Escravo« setzen früh den Ton an. Druckvoll, direkt und mit einem Hang zu hymnischen Refrains.
Die Rhythmussektion liefert das nötige Fundament. Besonders das Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug sorgt für eine gewisse Erdigkeit, die den Songs Gewicht verleiht. Gerade in »Hom Dai« oder »Astennu« zeigt sich, wie gut die Band Groove und klassische Metal-Strukturen miteinander verzahnt.
Stimme als treibende Kraft
Stefano Garridos Gesang ist einer der markantesten Faktoren auf dem Album. Statt auf hohe, klassische Metal-Vocals zu setzen, dominiert hier eine rauere, aggressivere Herangehensweise. Das passt erstaunlich gut zum thematischen Rahmen. Die Geschichten rund um Götter, Flüche und Mythologie wirken durch diese stimmliche Wucht greifbarer und weniger pathetisch, als man es vielleicht erwarten würde.
Dabei bleibt genug Raum für eingängige Hooks. »Múmia« und »Ouro Perdido« zeigen, dass Härte und Melodie sich nicht ausschließen müssen. Garrido findet oft genau die Balance zwischen Druck und Zugänglichkeit.
Konzept mit rotem Faden
Das Alte Ägypten ist kein bloßes Dekor, sondern zieht sich konsequent durch alle 13 Tracks. Titel wie »Bastet«, »Anúbis«, »Osíris« oder »Tutankhamon« machen das sofort deutlich. Auch musikalisch versucht die Band, Atmosphäre zu schaffen, weniger durch exotische Instrumente, sondern durch Struktur, Dynamik und Spannungsaufbau.
»Papiro« und »Hieróglifo« stechen hier besonders hervor. Beide Tracks arbeiten stärker mit Tempo-Wechseln und einem leicht mystischen Unterton, ohne dabei den metallischen Kern zu verlieren. Das Konzept bleibt also stets eingebettet in das, was die Band am besten kann, harte, eingängige Songs schreiben.
Höhepunkte und kleine Schwächen
Zu den stärksten Momenten zählen »Ira Dos Deuses«, »Escravo« und »Anúbis«. Hier greifen Riffs, Gesang und Dramaturgie perfekt ineinander. Auch »Maldição« überzeugt mit einer düsteren Grundstimmung, die dem Album gegen Ende noch einmal zusätzliche Tiefe verleiht.
Ein paar kleinere Schwächen lassen sich dennoch ausmachen. Manche Songs ähneln sich im Aufbau stärker, als es nötig wäre. Gerade im Mittelteil des Albums hätte etwas mehr Variation gutgetan. Auch die Produktion ist solide, aber nicht herausragend, sie transportiert die Energie, lässt aber gelegentlich Feinheiten vermissen.
Sprache als Stärke
Ein spannender Aspekt ist die Entscheidung, das Album komplett auf Portugiesisch zu halten. Das verleiht »13 Pragas Infernais« eine eigene Identität, die sich deutlich von vielen englischsprachigen Produktionen im Genre abhebt. Selbst für Hörer, die die Sprache nicht verstehen, funktioniert das Material erstaunlich gut, weil Rhythmus und Klang der Texte stark mit der Musik verzahnt sind.
Blick nach vorne
Bemerkenswert ist, dass die Band bereits an neuem Material arbeitet. Das nächste Album soll sich thematisch mit Portugals Entdeckungszeitalter im 15. Jahrhundert beschäftigen. Einige dieser Songs wurden offenbar schon live getestet. Das deutet darauf hin, dass SANDMIND nicht nur ein kurzfristiges Projekt ist, sondern langfristig denkt.
»13 Pragas Infernais« ist ein starkes Debüt, das zeigt, wie viel Potenzial in dieser jungen Band steckt. Die Mischung aus klassischen Metal-Elementen, modernen Grooves und einem klar durchgezogenen Konzept funktioniert über weite Strecken sehr gut. Kleinere Schwächen im Songwriting und in der Produktion verhindern zwar die Höchstwertung, ändern aber nichts daran, dass hier ein überzeugender erster Schritt gelungen ist.
Mit einer Bewertung von 4 von 5 Punkten positioniert sich das Album klar im oberen Bereich aktueller Genre-Veröffentlichungen. Wer Heavy Metal mit Konzept, Druck und einer eigenen Note sucht, sollte hier definitiv reinhören.
Fazit: SANDMIND verbinden auf »13 Pragas Infernais« schwere Gitarrenriffs mit einer tiefgründigen Geschichte und schaffen so ein einzigartiges Hörerlebnis.






