Tracklist
01. Driven By Death
02. Verrot
03. The Black Flame
04. These Wounds Never Healed
05. She Carries The Curse
06. Devils Stone
07. Vlaamse Vloek
Besetzung
I. – Drums, Vocals
R. – Bass
P. – Guitars, Backing Vocals
Die holländische Black Metal Band DOODSWENS (Niederländisch für „Todeswunsch“) hat eine klare Vision über das, was sie auf dem zweiten LP der Band machen – auch das selbstbetitelte Album „Doodswens„. Das wird besser von der Band selbst erklärt: „Wenn du kurz davor warst, dein Leben zu beenden, oder öfter darüber nachdenkst als nicht, dann lebst du mit einem Todeswunsch. Ein schweres Gefühl, wie eine graue Wolke, die um dich schwebt, nach Atem ringend und deine Sicht verschwimmen lässt. Das ist für niemanden verständlich. Außer für diejenigen, die mittendrin gefangen sind. Doch dieses Album handelt nicht vom Aufgeben. Es handelt davon, Stärke zu finden, über jemanden, der neue Energie zurückgewinnt, nachdem er dem Tod gegenüberstand. Dieses Album handelt nicht vom Wünschen des Todes, sondern vom Tod des Wunsches.“
Beeindruckender Opener mit verzweifelten Vocals
Klänge okkulter Rituale begrüßen den Hörer im Album – „Driven By Death“ setzt fort mit aggressivem Black Metal Sound, verzweifelte Vocals unterstreichen das mit Heulen und Kreischen, und frenetisches Drumming setzt hohes Tempo. Gitarren setzen noch mehr Dissonanz in den Gesamtsound, kalte, misanthropische Atmosphäre ist evident in jeder Note, und die gequälten Vocals betonen das. Ein beeindruckender Song, ein solider Opener ins Album.
DOODSWENS kommen aus Eindhoven und sind das Projekt von I. (Inge van der Zon), die Drums und Vocals spielt. Sie startete die Band 2017, übernahm Vocal-Aufgaben erst 2024 – auch der Moment, als die anderen Mitglieder beitraten: R. (Riccardo Subasi) am Bass und P. (Peter Rebel) an Gitarren und Backing Vocals.
Melodischer, mit Tremolo-gepickten Lead-Gitarren-Akkorden, setzt „Verrot“ fort mit infernalischen Vocals, eine sehr gut rhythmisierte Gitarre füllt den ganzen Klang. Der Track bleibt zwischen melodisch und aggressiv, mit guten Momenten für beide Ansätze. Abrasive und dissonante Instrumentierung reflektiert perfekt die Shrieks oder Schreie in einem sehr gut ausbalancierten Sound zwischen melodisch und aggressiv – ein Höhepunkt des Albums.
Produktion fängt natürliche, ehrliche Gefühle ein
Die Produktion setzt den Klang nah an rohe Sounds, fühlt sich dennoch nicht unklar an. Die Gitarren fangen den roheren Sound besser ein, während der Rest der Instrumente und die Vocals klarer im Gesamtmix sind. Dennoch ein typischer Black Metal Ton, und wichtiger: Die Produktion schaffte es, den finalen Sound natürlich fühlen zu lassen, als würde die Band ehrlich Gefühle ausdrücken.
Wieder atmosphärische Klänge eröffnen „The Black Flame„, bevor eine langsame, bestrafende Melodie startet. Die schmerzerfüllte und traurige Stimmung wird betont durch geheulte, verzweifelte Schreie mit wichtigem Backing-Vocals-Beitrag. Ein Song voll von Nostalgie und emotional, all das auch in dynamischen Passagen eingefangen. Sehr guter Song dennoch, eine komplexe Komposition, die es schafft, all die Emotionen in einen Klang zu kombinieren, der sich immer noch rasend und leidenschaftlich anfühlt.
Und die melancholische Klanglandschaft setzt sich fort in „These Wounds Never Healed“ – noch verzweifeltere und leidenschaftlichere Vocals. Das gesamte Tempo des Albums ist kontinuierlich gefallen vom rasenden Start, und hier sind wir fast in Depressive Black Metal Zone. Dennoch ein Sound, den DOODSWENS sehr gut kontrolliert und der ihnen gut passt. Und „She Carries The Curse“ unterstreicht diese Atmosphäre noch mehr mit kriechendem langsamem Rhythmus und sehr trauriger Klanglandschaft. Roher im Sound, voll von Melancholie – hier erreichen die trostlosen und negativen Gefühle der Band einen Maximalpunkt.
„Devils Stone“ kehrt zu ritualistischem und mystischem Sound zurück, gleichzeitig eine Fortsetzung dessen, was das Album bis zu diesem Punkt geboten hat. Fast entleert von Aggression, mit Passagen, die dynamisch bleiben, langsam und melodisch. Nicht übermäßig melodisch allerdings – Dissonanz spielt auch eine wichtige Rolle. Der finale Song „Vlaamse Vloek“ eröffnet harmonisch und nicht sehr uptempo, viel simpler in Kompositionen, dennoch überzeugend in diesem Ansatz – ein Song, der sich durch den finalen Punkt in dissonanten und abrasiven Klang entwickelt, ein gutes Album-Ende.
Reifes Selbstbewusstsein auf eigenem Pfad
Irgendwie weit von dem, was man erwarten sollte, nachdem man die Band live gesehen hat – was wir hier haben, ist eine Mid-Tempo-Art von Black Metal, besonders in der zweiten Hälfte, auch sehr melodisch und mit Verzweiflung, die auch die Kontrolle über die allgemeine Stimmung übernimmt. Komfortabel in aggressiven und langsamen und melodischen Bereichen ihrer Musik klingen DOODSWENS wie eine reife Band, die selbstbewusst ihrem Pfad folgt.
Das echte Talent von I. liegt im Ausdrücken von Emotionen, besonders durch ihre Stimme, aber auch im kompositorischen Ansatz, und auf „Doodswens“ bekommen wir Musik, die im Hörer resoniert, sowohl durch atmosphärische als auch aggressive Noten. Weniger ritualistisch oder okkult, ein Album, das mit versteckteren Gefühlen und angeborenen menschlichen Emotionen spielt. Und dennoch ein gutes Album.
Fazit: DOODSWENS erkunden mit „Doodswens“ den Tod des Todeswunsches – emotional resonant, melodisch und atmosphärisch mit überzeugenden Vocals.






