Band: Searching For Calm
Titel: Celestial Greetings
Label: Mystic Production
VÖ: 2010
Genre: Crossover / Post Punk / Experimental
Bewertung: 3/5
Written by: Robert

Wenn man sich das Cover von Searching For Calm’s Scheiblette „Celestial Greetings” ansieht könnte man glauben es handle sich um ein Bildbearbeitungs- bzw. Publisher Programm. Vom Cover sollte man sich aber nicht beirren lassen, denn Piotr Gruenpeter (bass), Jakub Basek (bass), Michal Maslak (voc), Michal Augustyn, Michal Maslak (guit) und Bartosz Licholap (drums) bieten feinsten Progressive Rock / Post Rock, welcher ganz schön Crossover klingt. Was etwas sperriger beginnt endet auf dem Album mit gelungen etwas leichter aufnehmbaren Sounds. So ist für den Genrefan einiges reingepackt worden.

Der Beginn von „Screens“ klingt vorerst leicht Stoner lastig, doch schon legt man diesen Einfluss ad acta und greift mit eine treibenden Rhythmik komplett durch. Ein flottes Tänzchen legen die Polen sofort aufs Bankett. Diesen Einfluss reichert man ordentlich an und geht es auch oftmals etwas funkiger an, doch auch punkigere Einsätze der rockigen Art werden hinzu gemixt. Das Endergebnis ist farbenprächtiger wie es nicht sein könnte.

Als Startsequenz beim darauf folgenden „The Fall“ bedient man sich einem kräftigen Funkschuss. Mit alternativen Rockklängen hantiert man genauso wie mit bluesigen Einflüssen. Teils sacht, teils wieder etwas kräftiger setzt man mit einer weiteren Runde in Sachen experimentellerer Musik fort. Gelungen verknüpft man alle Linien und das ist ein bemerkenswertes Ergebnis, denn die komplexe Soundstruktur so miteinander unter Dach und Fach zu bringen verlangt viel Können.

Klarer und vermehrt im breitentauglichen Eck angesiedelt schiebt man „Follow“ nach. Massentaugliche Rockklänge wurden mit ganz sachten Soundarrangements ausgeschmückt. Die Mixtur weiß zu überzeugen und zu begeistern, denn selten erlebt man solche erfrischende Klänge von anderen Kapellen. Die Polen legen aber eine Spielfreude an den Tag die ordentlich ansteckt.

Rotzrockiger stimmt man nun „Transformation“ an. Vorerst regiert ein sehr rauer – dreckiger Sound das Geschehen. Zwar klingt es so als wolle man stark durchgreifen, doch schon dreht man stark am Ruder und serviert uns idyllische Klänge der feinsten Sorte. Als Verschönerung des Ganzen sind die kraftvollen Ruckstarts nur noch das Tüpfelchen auf dem I.

Genießerisch beginnt man nun „The Eyes“ und sofort erschließen sich einem auf ein Neues genussvolle, romantische Klänge. Hierbei kann man sich ohne langes Nachdenken zurücklehnen und sich von den warmherzigen Soundklängen verwöhnen lassen. Sehr verspieltes Programm das man sich bei einem guten Whiskey gönnen sollte, das erhebt die Stimmung erheblich.

Zwar startet man „Once In A Lifetime” etwas poppiger, auch die von mir sehr verhassten Reggae Klänge blitzen hier durch. Tja eigentlich nicht sonderlich mein Ding, aber durch die Vielzahl von stimmlichen Soundbeigaben überzeugt man auch hier. Zwar vermehrt im alternativen Eck, aber mit vielen schmucken Klängen die nicht unbeeindruckt lassen.

„Airs And Graces“ ist ein dreckiger Rotzrocker, dem man einen guten Schuss Punk verpasst hat. Tolle Abgehmucke der etwas wilderen, als auch ungestümen Art. Mit fetzigen Rhythmen lädt man ein abzugehen was das Zeug hergibt. Durch die wilde Ausrichtung zwar etwas Gewöhnungsbedürftig, aber nach dem zweiten, dritten Durchlauf steckt man ordentlich an.

Zu Beginn „Celestial“ erschließen sich einem sehr ruhige Soundstrukturen, die teils warmherzig, teils etwas dunkler das Stimmungsbild sound mäßig wieder geben. Etwas Grunge lastiger Sound, den man mit idyllischen Beimischungen verstärkt.

Ein wildes Spiel steht bei „Splendid View“ als Start, doch schon schreitet man etwas kompakter voran. Zwar einmal mehr von der etwas Massentauglichen Seite, doch durch die progressiven Spielereien entfernt man sich sehr stark vom Kommerz. Teilweise etwas Blues, als auch Funk lustiger führt man uns durch eine Runde bei der man laut aufhorcht. Satte, farbenprächtige Mischung die es in sich hat. Kurzes rein hören ist hier fehl am Platz, für diesen Song sollte man sich viel Zeit nehmen!

„Sorcerer“ beginnt eben mit einem sehr magischen Soundbeigeschmack. Leichte, ruhige Klänge stehen vorerst im Vordergrund. Fort gesetzt wird das Ganze im leicht rockigen, teils progressiv Farbton. Beiderseits bedient man sich ausgewogen und offeriert uns einmal mehr eine sehr gelungene Runde in Sachen Post Rock Klangkunst.

Sehr lieblich lässt man zum Schluss „Consensus“ anlaufen. Noch einmal werden alle Einflüsse ausgewogen ins Rennen geworfen. Zwischen herb rockend und dann wieder romantisch werden einige Soundgefilde aufgesucht und mit Wegweisern verbunden.

Fazit: Sehr experimenteller Happen, den man wirklich nur Fans empfehlen kann die Sound mäßig weit über den Tellerrand hinauszublicken im Stande sind. Jener der sich angesprochen fühlt für den tut sich bei diesem Album eine weite Klangreise auf, von der man nicht so schnell wieder kehrt. Eines braucht man für diese Langrille, nämlich viel Zeit!!!!

Tracklist:

01. Screens
02. The Fall
03. Follow
04. Transformation
05. The Eyes
06. Once In A Lifetime
07. Airs And Graces
08. Celestial
09. Splendid View
10. Sorcerer
11. Consensus

Besetzung:

Piotr Gruenpeter (bass)
Jakub Basek (bass)
Michal Maslak (voc)
Michal Augustyn, Michal Maslak (guit)
Bartosz Licholap (drums)

Internet:

Searching For Calm @ MySpace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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