SPLENDIDULA – Absentia

SPLENDIDULA - Absentia - album cover

Band: SPLENDIDULA 🇧🇪
Titel: Absentia
Label: Argonauta Records
VÖ: 03/04/26
Genre: Atmospheric Black Doom Metal

Tracklist

01. Absentia (Feat. Tim Yatras)
02. Echoes Of Quiet Remain (Feat. Aaron Stainthorpe)
03. Donkerte
04. Dalkuldar
05. Kilte
06. Let It Come To An End

 

Besetzung

Joachim Taminau – Drums, Bass and Synths
Kristien Cools – Vocals
Guy Van Campenhout – Guitar and Vocals

 

Bewertung:

3,5/5

Im Schatten des Verlusts

Mit »Absentia« öffnen SPLENDIDULA ein neues Kapitel, eines, das von Trauer und persönlicher Verletzlichkeit geprägt ist. Die belgische Formation, bestehend aus Joachim Taminau an Schlagzeug, Bass und Synths, Kristien Cools am Gesang sowie Guy Van Campenhout an Gitarre und Gesang, hat in diesem Werk einen Sound geschaffen, der tief in die Abgründe von Verlust und Reflexion eintaucht. Entstanden nach dem Tod mehrerer enger Weggefährten, darunter Bassist Peter Chromiak, verschmilzt das Album Black- und Doom-Metal-Elemente mit atmosphärischen Passagen, die fragile Momente der Stille einfangen.

Musik zwischen Dunkelheit und Zerbrechlichkeit

Das Opener-Stück »Absentia«, unterstützt vom australischen Multiinstrumentalisten Tim Yatras, setzt gleich den Ton an. Ein schwerer, fast dröhnender Rhythmus, unterlegt mit flächigen Synth-Klängen, über denen Cools’ Gesang wie eine verletzliche Stimme durch die Schatten schwebt. Hier treffen Metal-typische Härte und introspektive Momente aufeinander. Es ist die Art von Eröffnung, die nicht nur die Trauer der Band, sondern auch ihre Bereitschaft, diese öffentlich zu machen, hörbar macht.

»Echoes Of Quiet Remain« featuring Aaron Stainthorpe, Frontmann von MY DYING BRIDE, führt diesen Weg fort. Die Stimme Stainthorpes legt sich wie Nebel über die Gitarrenarbeit Van Campenhouts, die zwischen melancholischem Doom und Black-Metal-Attacken pendelt. Das Stück lebt von Kontrasten, laute, fast schreiende Passagen wechseln sich mit stillen Momenten ab, die den Hörer in eine Art introspektiven Raum ziehen.

Mit »Donkerte« taucht die Band tiefer in die instrumentale Dichte ein. Hier stehen die Synths von Taminau stärker im Vordergrund, während das Schlagzeug eher pulsierend als treibend wirkt. Die Gitarre zeichnet dunkle, verzerrte Muster, die an einen schwelenden, unaufhörlichen Schmerz erinnern. Der Track vermittelt ein Gefühl von innerer Einkehr, beinahe meditativer Natur, das in starkem Kontrast zu den aggressiveren Stücken steht.

Klangliche Experimente und epische Spannungen

»Dalkuldar« wirkt wie eine Brücke zwischen den vorherigen Stücken. Die Gitarrenriffs sind repetitiv, fast hypnotisch, während die Vocals von Cools eine Mischung aus Klage und Reflexion liefern. Taminau schafft es, das Schlagzeugspiel als treibendes Element zu nutzen, ohne die melancholische Stimmung zu zerstören. Das Stück zeigt, wie SPLENDIDULA die Grenzen zwischen Doom- und Black-Metal verwischen, um eine Atmosphäre der Spannung und Erwartung zu erzeugen.

»Kilte« setzt auf minimalistische Ansätze, die einen intensiven Fokus auf den Gesang legen. Das Stück wirkt beinahe wie eine Ballade inmitten der sonst dichten Klanglandschaften. Hier kommt die Verletzlichkeit der Band besonders stark zum Ausdruck. Die reduzierte Instrumentierung erlaubt es, dass die Emotionalität im Vordergrund steht, die Trauer spürbar wird, ohne dass sie melodisch überzogen wirkt.

Mit »Let It Come To An End« beschließt das Album einen Kreis. Die Gitarren öffnen sich zu epischen Flächen, die Synths legen eine leise, aber drängende Spannung darüber, während das Schlagzeug das Tempo hält, ohne zu dominieren. Es ist ein Abschluss, der sowohl kathartisch wirkt als auch den schmerzhaften, introspektiven Kern des Albums zusammenfasst. SPLENDIDULA lassen hier eine Art Resignation mitschwingen, die zugleich Befreiung andeutet.

Atmosphäre als zentrales Element

Was »Absentia« von vielen vergleichbaren Veröffentlichungen abhebt, ist die konsequente Verschmelzung von Atmosphäre und Metal-Strukturen. SPLENDIDULA verzichten nicht auf die charakteristischen Härten des Genres, sondern setzen sie gezielt ein, um die emotionalen Spannungen der Songs zu unterstreichen. Die Fragilität, die Cools’ Gesang transportiert, kontrastiert bewusst mit der Schwere von Taminau und Van Campenhout. Diese Dynamik macht das Album spannend, obwohl es stellenweise in melancholische Tiefen abtaucht, die nicht jedermanns Geschmack treffen.

Die Gastauftritte sind kein Selbstzweck, sondern verstärken die narrative Kraft der Songs. Yatras’ Beitrag auf »Absentia« bringt rhythmische Schärfe, während Stainthorpe auf »Echoes Of Quiet Remain« den narrativen Bogen erweitert. Beide Tracks markieren Höhepunkte, die das emotionale Spektrum von Trauer, Wut und Resignation ausloten.

Mit »Absentia« beweist SPLENDIDULA, dass sie mehr sind als eine Black/Doom-Metal-Band. Sie liefern ein Werk, das trotz der Genre-typischen Härte empfindsam und introspektiv bleibt. Die Produktion ist klar, die Arrangements ausgefeilt, und doch wirkt alles organisch und unmittelbar. Es gibt Momente, in denen die Songs etwas langatmig erscheinen, besonders bei den instrumentalen Passagen, aber das stört den Fluss nicht wesentlich.

Insgesamt verdient das Album solide 3,5 von 5 Punkten. Für Hörer, die atmosphärischen Metal schätzen, der Emotion und musikalische Intensität verbindet, ist »Absentia« eine lohnende Erfahrung, ein Werk, das sowohl die Trauer als auch die kreative Kraft der Band hörbar macht.

Fazit: »Absentia« markiert einen bedeutenden Meilenstein für SPLENDIDULA.

Internet

SPLENDIDULA - Absentia - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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