Band: Star One
Titel: Victims Of The Modern Age
Label: Inside Out
VÖ: 2010
Genre: Progressive Metal/Rock
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Der Name Arjen Anthony Lucassen dürfte jedem Rock/Metal Fan wohl ein Begriff sein. Durch seine bisher gebotene Arbeit hat er sich einen Spitzenplatz in den Annalen der Musikgeschichte verdient. Der Worcaholic ist einfach unglaublich, vor allem was seine Musik anbelangt und dadurch gilt seine Person als Spitzenreiter in Sachen treibender progressiver Klangkunst. Nach „Space Metal (2002)“
und „Live On Earth (2003)“ aus der Star One Ära steht nun das nunmehr dritte Werk an gehört zu werden. Selbiges trägt den Titel „Victims Of The Modern Age” und dabei hat er sich wieder eine Riege guter Mitarbeiter und Gäste um sich geschart.

Recht einfühlsam, teils idyllisch, aber mit einem leichten dunklen Charakter wird der Silberling mit dem Intro „Down The Rabbit Hole“ begonnen. Satte Synthy Sounds treffen auf ein stattliches, wuchtiges Soundkleid. Diese Eröffnung bleibt binnen Zehntelsekunden sofort im Gehörgang stecken.

Die Mischung von vorhin wird auch beim nun folgenden „Digital Rain“ beibehalten. Allerdings kommt ein sehr erdiger Grundrhythmus hinzu, welcher das Stück etwas kerniger, als auch ungeschliffener klingen lässt. Quer durchs Stück wird der Song mit einem ordentlichen Tempo am Laufen gehalten und obwohl die Vocalisten oftmals versuchen etwas verträumter zu klingen, folgt ihnen die Rhythmusfraktion zu keinem Zeitpunkt. Komplexe Strukturen sind zwar vorhanden, wurden aber mit einer leicht zu folgenden Technik eingespielt und so wird man nicht gleich von vielen Seitenhieben erschlagen.

Im erdig rockenden Kraftrockbereich wird mit „Earth That Was“ weiter gemacht. Traditionelle Keyboardklänge duellieren sich zu Beginn mit tiefer getriggertem Gitarrenspiel. Fortan geht es aber etwas beschaulicher von statten. Besonders bemerkenswert sei hier das Duett der Gesangsakrobaten zu nennen, welche durch ihren geilen Gesang den Song auf eine höhere Klangebene hieven. Sehr monumental – hymnisch einerseits. Doch auf der anderen Seite klingt das Ganze wieder deutlich treibender und irgendwie, kann auch am Gesangsbeitrag von Tony Martin liegen, erinnert der Song sehr stark an Black Sabbath Tracks vom „Tyr“ Album, nur halt deutlich Synthy lastiger und progressiver.

Sehr rau und ungeschliffen wird nun „Victim Of The Modern Age“ angestimmt. Unterwandert wird dies sofort durch einen hymnisch – melodischen Gitarrenbeitrag des Metal Riesen Arjen. Sehr interessante Soundstrucktur die sofort mit einem ewig bleibenden Wiedererkennungswert zum Angriff ansetzt. Leichte progressive Schübe wurden als Beimischung beigefügt, allerdings klingt der Track etwas einfacher gestrickt. Vor allem die steten Melodiewechsel verfehlen ihre Wirkung nicht und bescheren einen satten Hörgenuss.

Deep Purple lastige Rhythmen stehen bei „Human See, Human Do” ganz klar im Vordergrund. Allerdings nur vorerst und somit als Eingang fürs Stück zu sehen. Zwar hält man an altbewährten Rockklängen fest, jagt diese aber mit einem enormen Tempo durch die Boxen. Die zusätzliche Komplettierung erfolgt durch sacht eingesetzte Hintergrund Synthy Sounds. Gesanglich bietet man einen tollen Querschnitt zwischen einfühlsam und herb ab rockend.

Ein dröhnender Keyboardeingang, vermischt durch leichte melancholische Züge verfehlen bei der Einleitung „24 Hours“ nicht ihre Wirkung. Durch den ruhigeren Eingang lässt man laut aufhorchen und gespannt die Ohren spitzen was nun folgen wird. Wer auf bombastische Sounds mit einer Breitseite aus dem Savatage Lager bzw. den leider viel zu früh aufgelösten Stygma IV (vor allem der Vocalist klingt sehr stark nach Richie Krenmaier) steht der bekommt hier die komplette Vollbedienung. Sehr monumentaler Track der trotz seiner großen Spagat Sprünge toll und locker aufzunehmen ist.

„Cassandra Complex“ wird durch einen Mix aus orientalischen und Synthy lastigen Klängen durch die Boxen gejagt. Das weckt das Interesse ungemein und man sitzt auf einem Nadelkissen was nun folgen wird. Kurz gesagt das Mischverhältnis wird beibehalten, allerdings werden auch treibendere, bissigere Klänge, als auch leicht idyllische Rock Sounds hinzugegeben. Weiterhin baut der Mastermind auf monumentale Klänge mit viel Wiedererkennungswert.

Elektro Experimentalklänge, gefolgt von einem harten Modern Metal Sound der Marke Pain stehen beim nun nachgeschobenen „It’s Alive, She’s Alive, We’re Alive“ ganz klar im Vordergrund. Dies steigert das Hörvergnügen ungemein dabei sind auch die modernen Soundroots sehr behilflich, welche man mit ganz leichten traditionellen Sound vermengt hat, wobei aber erst genannte ganz klar Wegweisend sind.

Natürlich hoffen wir nicht dass der Titel „It All Ends Here“ Programm ist. Gut fürs Album (no, na) ist es ein treffender Titel, aber für die Geschichte Star One hoffen wir das nicht. Gut zurück zum Song selbst, eine wuchtige Einleitung ebnet hier den Weg, welche vorerst in einer sehr gemütlichen Weiterführung in Sachen Gemüts, als auch Genussmusik mündet. Diese eingeschlagene Richtung behält man zwar bei, allerdings kommen auch schroffere Klänge zum Vorschein die ihre Wirkung nicht verfehlen und bestens mit den dezenteren fusionieren.

Fazit: Meister Arjen Anthony Lucassen uns sprachlos zu hinterlassen. Unglaubliches Album das man sich nicht nur als Progressive Fan zulegen sollte. Hier wird Musikgeschichte geschrieben und man muss sich jede gottverdammte Note vom ersten bis zum letzten Ton geben.

Tracklist:

01 Down The Rabbit Hole 1:20
02 Digital Rain 6:23
03 Earth That Was 6:08
04 Victim Of The Modern Age 6:27
05 Human See, Human Do 5:14
06 24 Hours 7:20
07 Cassandra Complex 5:24
08 It’s Alive, She’s Alive, We’re Alive 5:07
09 It All Ends Here 9:46

Besetzung:

Arjen Anthony Lucassen (guit), hammond, mellotron, minimoog & solina strings)
Ed Warby (drums)
Peter Vink (bass)
Joost van den Broek (keys)
Gary Wehrkamp (guit)

Sir Russell Allen (voc)
Damian Wilson (voc)
Dan Swanö (voc)
Floor Jansen (voc)

Special guest vocalists 

Tony Martin
Mike Andersson
Rodney Blaze

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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