Band: Strangeways
Titel: Perfect World
Label: Frontiers Records
VÖ: 2010
Genre: Rock
Bewertung: 1,5/5
Written by: Robert

Strangeways wurden bereits in ihrer Entstehungsphase immer wieder mit Foreigner verglichen. Diesen Vergleich wird man wohl mit dem neuesten Machwerk „Perfect World“ ablegen, denn an die Klasse vonForeigner kann man überhaupt nicht anknüpfen. Eine neue Runde in Sachen AOR erwartet uns von Terry Brock (voc), Ian J. Stewart (guit), Warren Jolly (bass), Jim Drummond (drums) und David „Munch“ Moore (keys) ganz klar, aber man es eher und fast ausschließlich auf den Mainstream Markt abgesehen.

Der Opener „Perfect World“ galoppiert recht flott daher. Nette Strukturen im leichten, streckenweise sehr kommerziellen AOR Stil. Rhythmisch verabreicht man uns eine Runde Abtanzmusik im leichten lieblichen Spiel. Alles in allem ein passabler Song, allerdings wirkt die Stimme von Terry sehr kraftlos, wobei dieser Frontmann zu mehr in der Lage ist keine Frage.

Noch mehr im lieblichen Ecke hat man sich mit „Borderlines“ verschanzt. Verträumtes Spiel steht ganz klar im Vordergrund. Eine Runde Kuschelrock schalt hier aus den Boxen und bei diesem Stück kommt Mr. Brock deutlich besser hervor. Feinfühlig pinselt man uns im schmalzigen Stil den Bauch.

Etwas räudiger und rauer rockt man bei „Movin On“ weiter. Gute Mucke die man sehr ungeschliffen präsentiert. Solche Songs können viel mehr überzeugen als die Mainstream Schiene die man mit den Vorgängersongs angesteuert hat. Toller Song der ins Gehör geht und einen guten Eindruck hinterlässt. Vor allem das raue – erdige Gitarrenspiel ergänzt sich gut mit den typischen AOR Roots.

Leider kann man die Linie nicht halten und so gibt es mit „Time“ schon wieder den nächsten Schmusesong. Im glasklaren Bereich kleistert man uns die Gehörgänge zu. Sicher jetzt nicht schlecht, aber irgendwie hätte man doch erhofft dass es als Fortsetzung einen ähnlichen Song wie den Vorgänger gibt. Balladeske Stücke haben ihren Anreiz keine Frage, aber persönlich muss ich sagen klingt der Song dermaßen brav, dass man ihn auch auf unserem Propaganda Sender Ö3 spielen könnte.

„Crackin‘ Up Baby“ knüpft dort an wo man uns mit dem Vorgänger zurück gelassen hat. Eine weitere Kuschelrunde also. Dennoch muss man sagen es geht den Jungs nicht zu kommerziell von der Hand wie vorhin. Sicher schmalzige Klänge im idyllischen Soundkleid präsentiert man uns auch hier, aber eben nicht so Mainstream lastig. Eine sehr entspannende Klangsituation in der man uns mit diesem Track befördert.

Leicht Blues – rockig geht es mit „Liberty“ weiter und das abermals im breitentauglichen Stil. Sehr guter Gesang der eine weitere Mainstream Runde vergessen lässt. Alles in allem hinterlässt man abermals einen zu glatt polierten Eindruck.

Weiter geht es mit dem Massentauglichen „One More Day“ welches wiederum etwas mehr für die Kuschelfraktion geschaffen ist. Vermehrter und stärker tendiert man in die schmalzige Richtung und solche Stücke könnten auf dem X-ten Kuschelrock Sampler stehen.

„Bushfire“ ist da wieder von einem ganz anderen Kaliber. Leichte monumentale Rockgeschütze werden aufgefahren die zu beeindrucken wissen. Dreckige Gitarrenrhythmen sägen eine breite Schneise und werden durch den streckenweise hymnischen Gesang von Terry gut ergänzt.

Bereit für eine weiteren Schmusesong? Egal oder nicht mit „Too Far Gone“ lädt man wieder zum besinnlichen Kuscheln ein. Zu Gute halten muss man der Truppe das es nicht so schmalzig rüber kommt. Lieblich schon aber nicht so kitschig wie bei so manch anderem Song der Kapelle. Auch wird der Song durch leichte hymnische Züge im feinfühligen Spiel gut aufgewertet.
Vermehrte breitentaugliche – hymnische Geschütze werden bei „Can t Let You Go“ aufgefahren. Auch hier schafft man es leider nicht über eine sachte Spielrhythmik hinaus. Ganz nett, aber eben irgendwie fehlt es an dem gewissen Anreiz.

Wer noch nicht genug vom Kuschel hat, für den serviert man mit „Say What You Want“ (was für ein Wunder) noch einmal etwas für entspannende Momente. Weiterhin wird am braven Spiel festgehalten und versucht erst gar nicht kerniger durchzugreifen.

Fazit: Viele Hits die auch auf einem X-beliebigen Kommerz Sender laufen könnten sind vorhanden. Das Machwerk hat auch seine starken Tracks, leider sind diese zu rar gesiedelt. Die Truppe könnte schon will aber augenscheinlich nicht kräftiger rüber kommen. Somit ein Silberling für die ganz braven AOR Liebhaber. Eher unterer Durchschnitt, da gibt es eindeutig bessere Truppen und Alben aus diesem Genre.

Tracklist:

01. Perfect World 4:47
02. Borderlines 5:15
03. Movin On 4:54
04. Time 6:03
05. Crackin‘ Up Baby 5:03
06. Liberty 4:28
07. One More Day 5:18
08. Bushfire 7:00
09. Too Far Gone 4:37
10. Can t Let You Go 6:05
11. Say What You Want 5:15

Besetzung:

Terry Brock (voc)
Ian J. Stewart (guit)
Warren Jolly (bass)
Jim Drummond (drums)
David „Munch“ Moore (keys)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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