Tracklist
01. Master of the Skies
02. Dark City
03. You Can Not Kill My Soul
04. It’s Over
05. Son of Light
06. If Tomorrow Never Comes
07. Now You Are Gone
08. Light Turns Low
09. Mastodon
10. Master of the Skies (Reprise)
Besetzung
Magnus Ekwall – Vocals
Christian Carlsson – Guitar
Roger Nilsson – Bass
Jolle Atlagic – Drums
THE QUILL gehören seit Jahren zu den verlässlichen Größen im Grenzbereich zwischen Heavy-Rock und Stoner-Metal. Die Schweden haben sich nie groß um Trends geschert, sondern ihren eigenen, erdigen Sound gepflegt. Mit Magnus Ekwall am Mikrofon, Christian Carlsson an der Gitarre, Roger Nilsson am Bass und Jolle Atlagic am Schlagzeug steht eine Besetzung, die genau weiß, wie man Druck aufbaut, ohne die Kontrolle zu verlieren.
Dunklere Farben, vertrauter Kern
Mit »Master Of The Skies« schlägt die Band ein weiteres Kapitel auf. Die Richtung ist klar, weniger Sonnenuntergang, mehr Nachtfahrt. Die Songs wirken dichter, stellenweise sogar bedrückend, ohne dabei ihre Zugänglichkeit zu verlieren. Produziert wurde erneut in den 491 Studios mit Erik Nilsson, der den Bandsound inzwischen so präzise einfängt, dass jede Nuance sitzt.
Was sofort auffällt, hier wird nichts neu erfunden. Stattdessen konzentrieren sich THE QUILL auf das, was sie schon immer stark gemacht hat. Riffs, die sich festsetzen. Rhythmen, die nach vorne gehen. Und Melodien, die sich nicht aufdrängen, sondern langsam greifen.
Ein Einstieg mit Gewicht
Der Opener und Titeltrack »Master Of The Skies« legt die Messlatte hoch. Schwer, breit und mit einer unterschwelligen Bedrohlichkeit versehen, zieht der Song sofort in den Bann. Ekwalls Stimme wirkt rauer als auf früheren Veröffentlichungen, fast so, als hätte er noch eine zusätzliche Schicht Staub eingeatmet.
»Dark City« geht noch einen Schritt weiter. Hier verdichtet sich die Atmosphäre, die Gitarren bauen ein fast klaustrophobisches Klangbild auf. Der Groove bleibt dabei stets im Mittelpunkt, was typisch für die Band ist. Sie verlieren sich nie im Detail.
Zwischen Druck und Melodie
»You Can Not Kill My Soul« bringt dann eine kleine Öffnung ins Klangbild. Der Song arbeitet stärker mit Dynamik, lässt Luft zwischen den schweren Passagen und zeigt, dass THE QUILL mehr können als nur Druck. Genau diese Balance macht das Album spannend.
Mit »It’s Over« und »Son of Light« folgt ein Doppelpack, der die melodische Seite betont. Besonders »Son of Light« bleibt hängen. Der Refrain hat diese unaufdringliche Größe, die sich erst nach ein paar Durchläufen vollständig entfaltet.
Die ruhigeren Momente sitzen
»If Tomorrow Never Comes« und »Now You Are Gone« gehören zu den ruhigeren Stücken der Platte. Hier zeigt sich, wie sicher die Band mittlerweile mit Tempo und Intensität umgehen kann. Nichts wirkt erzwungen. Die Songs nehmen sich Zeit, ohne zu zerfasern.
Gerade »Now You Are Gone« hat eine melancholische Tiefe, die man so in dieser Form nicht unbedingt erwartet hätte. Es ist einer dieser Tracks, die leise anfangen und sich dann langsam festsetzen.
Rückkehr zur Wucht
»Light Turns Low« und »Mastodon« holen das Album wieder zurück in schwerere Gefilde. Vor allem »Mastodon« lebt von seinem massiven Riffing und einer fast stoischen Rhythmik. Hier zeigt sich die Band in ihrer rohesten Form, ohne Schnörkel, ohne Umwege.
Der Abschluss mit »Master of the Skies (Reprise)« wirkt wie ein Kreis, der sich schließt. Kein großes Finale, eher ein Nachhall, der das Album stimmig abrundet.
Produktion und Sound
Die Produktion ist druckvoll, aber nie überladen. Jedes Instrument hat seinen Platz, ohne dass der Gesamtsound auseinanderfällt. Besonders der Bass von Roger Nilsson bekommt genug Raum, um die Songs zusätzlich zu erden. Die Gitarren klingen warm und gleichzeitig bissig, während das Schlagzeug präzise und direkt bleibt.
Ekwalls Gesang steht klar im Vordergrund, ohne dominant zu wirken. Genau diese Balance sorgt dafür, dass die Songs als Einheit funktionieren.
»Master Of The Skies« ist kein Album, das mit großen Gesten arbeitet. Es überzeugt durch Konsequenz und Erfahrung. THE QUILL wissen genau, was sie tun und verzichten bewusst auf Experimente, die nicht zu ihnen passen würden.
Die dunklere Grundstimmung gibt der Platte eine zusätzliche Tiefe, ohne den Kern der Band zu verändern. Es ist ein Album für Hörer, die keine Effekthascherei brauchen, sondern ehrlichen, schweren Rock mit Substanz.
Fazit: »Master Of The Skies« zeigt eine Band, die ihren Sound verfeinert hat, ohne dabei ihre Identität aufzugeben.






