cover artwork THE SCALAR PROCESS Agnomysticism

Band: THE SCALAR PROCESS 🇫🇷
Titel: Agnomysticism
Label: Transcending Obscurity Records
VÖ: 29/05/26
Genre: Progressive/Technical Death Metal

Tracklist

01. Physical Conquest
02. Far From The Flesh
03. Incessant Continuum [feat. Andy Thomas]
04. Illness [feat. Justin Mckinney]
05. Affluent Marea
06. A Breathing Moment
07. Agnomysticism
08. Lack Of Colors
09. Sigil
10. In A Light Frame

Besetzung

Mathieu Lefevre – vocals
Eloi Nicod – guitars
Vincent Amar – Bass
Thomas Giroud – Drums
Lucas Martinez – Guitars

Bewertung:

3,5/5

Die französische Band THE SCALAR PROCESS kehrt fünf Jahre nach ihrem Debüt mit neuem Album zurück, „Agnomysticism„, das einmal mehr versucht, die Stärke und technische Fähigkeit der Band auszudrücken und all das in melodische und moderne Weise zu setzen.

Gemäßigter Opener mit technischen Fähigkeiten

Das Album eröffnet sehr soft und melodisch, Akustikgitarren, die langsam Platz für dynamischeren Klang machen. „Physical Conquest“ ist eine Mischung aus Deathcore und Technical Death Metal, nicht zu schnell, nicht zu aggressiv, ein gemäßigter Ansatz aus allen Gesichtspunkten. Alternierende Tempos, permanente Wechsel in melodischer Linie mit Demonstration guter technischer Fähigkeiten. Nicht exzessiv in irgendetwas, ein moderater Ansatz, ein guter Opener.

THE SCALAR PROCESS kommen aus Besançon, wurden 2016 gegründet. Neben dem Gründungsmitglied, Gitarrist Eloi Nicod, versammelte sich langsam das aktuelle Lineup mit Vocalist Mathieu Lefevre, Bassist Vincent Amar, Schlagzeuger Thomas Giroud und dem zweiten Gitarristen Lucas Martinez. Alles technische Musiker mit Erfahrung auf der lokalen Szene.

Ein wildererer Klang kommt in „Far From The Flesh„, Growls werden ergänzt durch diverse Backing Vocals, die Gitarren weben viele Melodien, die sich miteinander verflechten und komplexe Klanglandschaft erzeugen, vielschichtig und polyrhythmisch. Ein inspirierterer Song als der vorherige, immer noch mit vielen Passagen in Deathcore verwurzelt, scheint, als wäre das tatsächlich das Genre, das man hört. Ein Song, der durch seine Komplexität von Klängen beeindruckt, die sorgfältig ausbalancierte Melodie und Aggressivität.

Klare Produktion mit starker Dynamik

Die Produktion ist sehr gut, klar und mit starker Dynamik, alle Instrumente ausbalanciert zusammengebracht. Sorgfältig gemixt, mit klarem Akzent auf atmosphärischen Passagen, die auch besser eingefangen wurden, der entgegengesetzte Klang, die massive und explosive volle Dissonanz kommt ein bisschen roher, sichert damit den Kontrast.

Sehr melodisch und leicht, „Incessant Continuum“ zuerst von Leadgitarre dominiert, mit dem Rest der Instrumente, die plötzlich in einer Aggressivitätsexplosion beitreten. Gastvocals von Andy Thomas (Black Crown Initiate, Rivers of Nihil) geben klaren Einfluss mit massiverer Vocal-Präsenz, auch im Clean-Vocals-Ansatz. Gnadenlose Drums und besser ausgedrückte Rhythmusgitarre geben dem Song viel Gewicht, alles in allem eine viel überzeugendere Komposition.

Der nächste Song „Illness“ bringt einen weiteren Gastmusiker, diesmal die Gitarren ergänzend, Justin Mckinney (The Zenith Passage, ex-The Faceless). Ein viel simplerer Song, ohne die extra Ornamentierung, an die wir uns bereits gewöhnt haben, mit klarem Fokus auf die Gitarren-Parts, lässt den Gastmusiker auf bestimmten Passagen glänzen.

Und das Album setzt sich fort, ohne zu sehr im Klang zu wechseln, wird vielleicht softer. „Affluent Marea“ langsam, leicht und melodisch. „A Breathing Moment“ genau das Gegenteil, laut, aggressiv mit guten Riffs, auch besserer Technik, ein Song, der in diesem aggressiveren und dynamischeren Klang bleibt und der Band sehr gut passt. Ein direkter Ansatz, einer der besten Songs auf dem Album.

Der Titelsong „Agnomysticism“ setzt mehr oder weniger den vorherigen Track fort, bringt mehr Melodie mit emotionalen Akustikpassagen, eine Melodie, die weiterläuft, selbst wenn sie voll technisch werden und näher an Death Metal. Beeindruckende Leadgitarre, ziemlich abrasiver Mittelteil, wo sie versuchten, die Melodie vom Song zu schütteln mit unklarem Resultat. „Lack Of Colors“ kommt dissonant und wieder voll aggressiv, ein Wechsel zwischen Gegensätzen, der einmal mehr die Unentschlossenheit in der Komposition unterstreicht.

Um die Arbeit zu komplettieren, kehrt „Sigil“ zu atmosphärischen Klängen zurück, elektronische Musik, eine seltsame und zweifelhafte Wahl. Schöne ambiente Musik allerdings, so falsch im allgemeinen Kontext, ein kompletter Fehlschlag von der Band mit dieser Wahl. Schließlich der Abschlusssong „In A Light Frame„, wo alle Stile und Ansätze einmal mehr kollidieren, auf eine Weise ein würdiger Abschluss des Albums.

Unentschiedenheit verhindert wahres Glänzen

Ein Mittelweg, der das Album verhindert, wirklich zu glänzen. THE SCALAR PROCESS fühlen sich irgendwie unentschieden in ihrem Ansatz, gefangen zwischen melodisch und aggressiv, wählen, zwischen all dem zu bleiben. Voll von übermelodischen Momenten, ein Album mit interessanter musikalischer Ideen, nicht immer voll ausgedrückt. Elektronische Musik einfügen, ambient, fühlt sich so falsch an und zeigt einmal mehr – falls notwendig – dass sie keine klare Vision haben, welche Art Musik sie machen sollten.

Erinnert an Fallujah, Allagaeon oder The Zenith Passage, sogar Obscura von Zeit zu Zeit, ein Klang, der den modernen und melodischen Ansatz zu Technical Death Metal einfängt. Eine bessere Arbeit als ihr Debüt-Album, leicht entschiedener und mit klarerem Ansatz zu ihrem musikalischen Stil, immer noch voll von Momenten, wo sie sich zurückgehalten, selbstzensiert und unaufrichtig fühlen. Ohne Kohäsion, aber mit guten Momenten, doch insgesamt ein fragmentiertes Werk.

Fazit: THE SCALAR PROCESS zeigen mit „Agnomysticism“ technische Fähigkeiten, scheitern an fehlender Kohäsion und Unentschlossenheit zwischen melodisch und aggressiv.

Internet

THE SCALAR PROCESS - Agnomysticism

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