TOTAL ANNIHILATION – Mountains Of Madness

cover artwork TOTAL ANNIHILATION Mountains Of Madness

Band: TOTAL ANNIHILATION 🇨🇭
Titel: Mountains Of Madness
Label: Testimony Records
VÖ: 16/01/26
Genre: Thrash Metal, Death Metal

Tracklist

01. The Art of Torture
02. Mountains of Madness
03. Illusion
04. Chokehold
05. Choose the Day
06. Age of Mental Suicide
07. Nyctophobia
08. Beneath the Cross
09. Invisible Conflagration
10. Lost Forever
11. Hate Remains

Besetzung

Daniel Altwegg – Vocals
Nicolas Stelz – Guitars
Jürgen Schmid – Guitars
Michael Lautenschläger – Drums
Niklaus Denger – Bass

Bewertung:

2,5/5

Die Schweizer Thrash und Death Band TOTAL ANNIHILATION kehrt mit einem neuen Album zurück, das als Feier ihres 20-jährigen Bestehens gilt. „Mountains Of Madness“ versprach viel, kommt aber am Ende als ein Album, das keine echte musikalische Richtung hat.

Guter Start, aber schnell gestört

Ein sehr gesunder Thrash Metal Rhythmus und Sound eröffnet das Album. Direkt, ohne unnötige Intros hat „The Art of Torture“ alle Zutaten eines qualitativ hochwertigen Thrash-Songs: gnadenloses Schlagzeug, einschneidender Bass, gute Riffs, ein melodisches Solo, bellende Vocals und im Refrain gemeinsam geschriene Reime. Aber eine ambiente Passage mit Schreien im Hintergrund und einer melodischen Gitarre stört irgendwie den guten Flow. Ein finaler Sonic Attack versucht die Kontrolle zurückzugewinnen, aber der solide erste Eindruck ist bereits verändert.

Mit einem delikaten akustischen Gitarrenduo setzt sich das Album fort. Der Titelsong „Mountains of Madness“ ist klar langsamer und nicht so technisch beeindruckend, aber immer noch mit einigen kraftvollen Riffs und dämonischen Schreien. Doch der Song wirkt kraftlos im Vergleich zum Opener – zu viel Akzent auf Atmosphäre, experimentell, aber nicht überzeugend. Die positive Attitüde kehrt zurück in „Illusion„, nicht nur mit schnellen Riffs, sondern auch raspelnden Schreien und donnerndem Drumming. Nicht sehr melodisch allerdings, ein Song, der mehr mit Technik als mit Komposition beeindruckt.

Die in Basel ansässige Band TOTAL ANNIHILATION wurde 2006 gegründet. „Mountains Of Madness“ ist das vierte Album der Band. Während der Bandgeschichte haben viele Line-up-Wechsel ihre Karriere beeinflusst, und jetzt ist Sänger Daniel Altwegg das einzige verbliebene Gründungsmitglied. Neben ihm bilden Nicolas Stelz an den Gitarren und Michael Lautenschläger an den Drums den Kern der Band. Zwei weitere Musiker, die am Album teilnahmen, haben die Band inzwischen verlassen: Gitarrist Jürgen Schmid und Bassist Niklaus Denger.

Stilistische Unentschlossenheit statt Bereicherung

Die nächsten Songs bewegen sich zwischen den zwei Ansätzen der Band – zwischen schnell und langsam, zwischen melodisch und technisch. „Chokehold“ versucht all das zu versöhnen: langsame Verse gefolgt von verrückt schnellem Refrain, von geschrienen Vocals zu hochgepitchten Shrieks. „Choose the Day“ klingt viel mehr nach einem Death Metal Song – alle Thrash-Einflüsse, die in den ersten Songs dominant waren, sind jetzt verschwunden. Aber ein typisches Thrash Metal Solo versucht die Welten wieder zu verbinden, und in „Age of Mental Suicide“ schließen sich einige klare Riffs einem Thrash-lastigeren Ansatz im zweiten Teil des Songs an. Die stilistische Unentschlossenheit ist etwas, das man in der Musik von TOTAL ANNIHILATION spüren kann, und anstatt die Musik zu bereichern, zeigt die Kombination der Stile mehr eine zusammenhanglose Band.

Die Produktion ist okay, der Sound fängt einen typischen Thrash-Sound ein. Aber ein riesiger Akzent fällt auf die Vocals, die den gesamten Sound komplett kontrollieren. Die Instrumente bleiben zu sehr im Hintergrund, mit nur seltenen Situationen, wo die Lead-Gitarre wirklich glänzt – ansonsten bleibt alles hinten. Keine beeindruckende Rhythmussektion in Bezug auf Präsenz wegen desselben gedämpften Sounds. Aber diese Charakteristiken werden bei sehr genauem und analytischem Hören offenbart, nicht etwas, das das Hörerlebnis behindert. Und das fühlt sich mehr nach einer künstlerischen Entscheidung an als nach einer schlechten Produktion.

Vereinzelte Highlights in unentschlossener Musik

Ein weiterer starker und kraftvoller Start im nächsten Song „Nyctophobia„, und diesmal ein eingängiger Refrain, solide Riffs, gutes Tempo, ein gut integriertes Solo – die Vocals klingen überzeugender als auf anderen Songs. Ein guter Thrash-Moment, simpel und ohne viele Ablenkungen, und das ist genau das, was ihn zu einem der Höhepunkte des Albums macht.

Beneath the Cross“ eröffnet mit einer cinematischen Passage, dann startet die mahlende Maschine. Gnadenloser Rhythmus und ein galoppierendes Riff halten das gute Momentum aufrecht, das mit dem vorherigen Song kreiert wurde, auch wenn der Refrain nicht sehr inspiriert ist und sie den guten Flow wieder mit derselben cinematischen und atmosphärischen Passage ändern. Eine langsame und atmosphärische Passage mit gesprochenen Vocals und nur einer Lead-Gitarre ändert wieder komplett die Stimmung. Der gute Thrash-Moment ist komplett aufgelöst mit dem nicht sehr inspirierten finalen Teil. „Invisible Conflagration“ kommt langsam und mit einem Versuch, atmosphärisch und finster zu sein, aber der Mangel an Melodie macht es nur zu einem weiteren erzwungenen und uninspirierten Füll-Song. Definitiv nicht der beste Moment der Band.

Der Mangel an Richtung setzt sich fort mit „Lost Forever„, das Gang-Shouts mit einem schwachen Rhythmus und gesprochenen Vocals kombiniert. Aber es ist nur ein Intermezzo, bevor der finale Song einsetzt. „Hate Remains“ ist nur eine Fortsetzung des Interludes, dieselbe melodische Linie und Shouts – der Grund, das in zwei zu spalten, kommt ohne gute Argumente. Hektisch, aber wieder nicht wirklich Thrash Metal, Akkorde und Riffs, die nicht gut verbunden sind, und das Resultat – der Song ist nicht überzeugend.

Songwriting als Hauptproblem

Das Problem von TOTAL ANNIHILATION auf „Mountains of Madness“ ist hauptsächlich das Songwriting. Nicht viele wirklich eingängige oder unvergessliche Momente. Sie beweisen, dass sie gute Musik machen können, aber den Sound zu verkomplizieren resultiert in ziemlich mittelmäßiger Thrash-Musik. Nicht schlechte Musik, aber auch nichts, was man sich notwendigerweise nochmal anhören will.

Zu viele atmosphärische Momente, die weder im Thrash-Genre noch im Death Metal betrachtet werden können, und nicht melodisch genug, um in eine andere Genre-Richtung zu gehen. Dieser Mangel an Fokus auf eine klare Richtung resultiert in zu vielen Füll-Songs – nicht dynamisch, aber auch nicht melodisch. Es gibt Momente, wo sie technisch beeindrucken, aber das sind isolierte Passagen in einem Meer von unentschlossener und unfokussierter Musik.

Fazit: Nicht melodisch, ohne echte Power – ein mittelmäßiges Album von TOTAL ANNIHILATION. „Mountains Of Madness“ fängt die Aufmerksamkeit nicht wirklich ein.

Internet

TOTAL ANNIHILATION - Mountains Of Madness - CD Review

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