TRIUMPHER – Piercing The Heart Of The World

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Band: TRIUMPHER 🇬🇷
Titel: Piercing The Heart Of The World
Label: No Remorse Records
VÖ: 06/03/26
Genre: Epic Heavy/Extreme Metal

Tracklist

01. Black Blood
02. Destroyer
03. The Mountain Throne
04. Ithaca (Return Of The Eternal King)
05. Vaults Of Immortals
06. The Flaming Sword
07. Erinyes
08. Naus Apidalia

 

Besetzung

Mars Triumph – Vocals
Christopher Tsakiropoulos – Guitars
Mario Ñ Peters – Guitars
Stelios Zoumis – Bass
Agis Tzoukopoulos – Drums

 

Bewertung:

4/5

Der erste Kontakt mit TRIUMPHER erfolgte über YouTube. Die Thumbnails sind irreführend und lassen offen, ob die Griechen altmodischen Black oder Pagan Metal machen. Hört man in die ersten beiden Singles „Black Blood“ und „Ithaca (Return Of The Eternal King)“ rein, bleibt die Verwirrung aufrecht: Musikalisch sind hier Parallelen zu Bands wie WATAIN, PRIMORDIAL und MANOWAR zu hören – aber wie zur Hölle passt das alles zusammen?

Drei Alben in sechs Jahren und eine klare Vision

TRIUMPHER wurden erst 2020 gegründet, haben aber bereits zwei Alben veröffentlicht: Ihr Debüt „Storming The Walls“ (2023) bekam bereits nach einem Jahr seinen Nachfolger mit „Spirit Invictus“. Während das Debüt den Stil der Band bereits sehr gut vorstellte, brachte „Spirit Invictus“ dank verbesserter Produktion und präziseren Songstrukturen die Intention noch besser auf den Punkt. Die Intention ist es, epischen Heavy Metal mit Elementen aus dem Extreme-Metal-Sektor, insbesondere Black Metal, zu kreieren. Insofern waren meine ersten Band-Assoziationen nicht so weit gefehlt. Allerdings fügt sich diese Beschreibung erst zu einem kohärenten Klangbild zusammen, wenn man sich ein Album von TRIUMPHER zur Gänze anhört. Schauen wir uns also das neue Material auf Piercing The Heart Of The World“ an:

Episches Intro, grandioser Gesang

Mit Regenschauer, einer zischenden Brise und Donner werden wir von „Black Blood“ empfangen. Es galoppiert mit angenehmem Tempo in die Schlacht. Der Chor pulsiert im Hintergrund und verleiht dem Lied eine dramatische Färbung. Sänger Mars Triumph demonstriert in dieser Nummer bereits sein umfangreiches Gesangstalent. Er nutzt vorwiegend die Belting-Technik, was die Gesangspassagen mächtig und kraftvoll klingen lassen. Im Refrain stellt er uns seine Falsettstimme vor, die in zweiter Audiospur richtig hohe, kraftvolle Töne à la King Diamond produziert. Und als wäre das nicht beeindruckend genug, grölt er kehlig und tief am Ende des Refrains, um die Lyrics zusätzlich gesanglich zu verstärken. Mars Triumphs sanfter, griechischer Akzent verleiht dem Ganzen außerdem einen charmanten Wiedererkennungswert.

Orchester und Chor in harmonischer Symbiose mit Heavy und Extreme Metal

Obwohl der Gesang bereits einen massiven Epik-Faktor bringt, gibt es ein weiteres Detail in TRIUMPHERs Stilmix, das die geballte Faust in die Höhe recken lässt: orchestrale Arrangements. Sie akzentuieren gezielt und fein die dramaturgischen Höhen und Tiefen der Lieder. Sie fügen sich organisch in die kraftvollen E-Gitarren, dem Schlagzeug und Bass ein. Die orchestralen Elemente erzeugen automatisch eine theatralische Atmosphäre, die häufig von Chorgesängen begleitet und zusätzlich verstärkt werden. Auf den ersten beiden Liedern, „Black Blood“ und „Destroyer“, wird die harmonische Symbiose aus Heavy und Extreme Metal, Orchester und Chor besonders stark demonstriert.

Der Dämpfer in der Tracklist

Nachdem die ersten drei Lieder die Stimmung konsequent vorangetrieben haben, leitet „Ithaca (Return Of The Eternal King)“ eine Verschnaufpause ein. Im Intro rauschen leise Wellen im Hintergrund. Die Gitarren werden isoliert von Schlagzeug und Bass. Mars Triumph singt zuerst tief und sanft, steigert sich schrittweise in höhere Töne. Das Lied klingt höchst emotional und verletzlich. Nach der Hälfte werden in fast lehrbuchartiger Manier die E-Gitarren wieder an den Strom angeschlossen und verzerrt. Auch der Bass und das Schlagzeug kommen wieder zum Einsatz. Das Tempo bleibt entspannt, aber die instrumentellen und orchestralen Erweiterungen bescheren der zweiten Hälfte eine großzügige Portion Epic Heavy Metal. Der nächste Titel, „Vaults Of Immortals“, ruiniert für mich dafür jedes Mal das Momentum. Es dauert nicht einmal zwei Minuten, ist rein akustisch, die Stimme gewohnt bombastisch, aber das war‘s. Meiner Meinung nach hätte man das Lied später – vielleicht sogar am Ende – in der Tracklist platzieren oder ganz weglassen können.

Holprige Fortsetzung

„The Flaming Sword“ greift die Energie der ersten Lieder auf, aber weniger überzeugend. Es ist geradlinig und weniger ausdrucksstark. Der Chor hat nicht denselben Effekt wie z. B. in „Black Blood“ und Extreme-Metal-Elemente, die die Stimmung vorantreiben, fehlen zur Gänze. Letzteres steht immerhin beim nächsten Titel gleich zu Beginn wieder im Fokus. „Erinyes“ galoppiert aggressiv voran mit einem thrashigen Beat und einem ansteckenden Riff. In der Bridge steht der Bass im Rampenlicht, welcher mit mysteriösen Gitarrenmelodien und feinen Beckenschlägen begleitet wird. Der Refrain wird erst in der Mitte vorgestellt und dieser befördert die Stimmung in ein düsteres Ambiente. Geisterhafte, hohe Schreie runden „Erinyes“ ab.

Epischer Abschluss

Der letzte Titel ist gleichzeitig der längste mit knapp neuneinhalb Minuten. Diese Länge muss erst einmal gerechtfertigt werden! Tatsächlich verkörpert „Naus Apidalia“ mehr die epische Heavy-Metal-Seite von TRIUMPHER. Die Black-Metal-Elemente wurden zur Gänze weggelassen, aber sie fehlen hier auch nicht. Die Griechen konzentrieren sich auf Spannungsaufbau und Dramaturgie. Musikalisch wird das anhand von Hymnenartigen Strophen und ruhigen, atmosphärischen Momenten umgesetzt. Der rote Faden ist durchgehend erkennbar. Abgerundet wird das Lied durch den Spannungsbogen, der am Ende aufgeht, wo noch einmal der Beginn des Liedes aufgegriffen wird. Es endet ohne große Umschweife genau auf den Punkt – neuneinhalb Minuten, die wie im Flug vergehen.

Epic Heavy Metal ohne Kitsch

TRIUMPHER zeigen aufPiercing The Heart Of The World“, dass Epic Heavy Metal ganz ohne Kitsch auskommt. Orchestrale Arrangements und Chöre untermalen das metallische Sound-Gewitter subtil aber kraftvoll. Die Stimme ist unglaublich facettenreich und verleiht jedem Lied eine energievolle Essenz. Die Gitarrenmelodien, -soli und -riffs treiben die Songs voran und setzen den akustischen Rahmen, welcher von Schlagzeug und Bass unterstützt wird. Die ausgewählten Extreme-Metal-Elemente werden überlegt eingesetzt und landen jedes Mal einen Volltreffer. Sie werden nicht übertrieben eingebaut und sind mehr als Geniestreich zu verstehen, die im Geflecht des epischen Heavy Metals eine essentielle Rolle spielen.

Großartiger Sound

Der Sound wird diesem Koloss mehr als gerecht. Piercing The Heart Of The World“ klingt schlicht und einfach mächtig. Das Schlagzeug hat einen angenehmen, dumpfen Sound, die Gitarren werden zu keiner Zeit verschluckt. Der Fokus liegt zwar auf dem Gesang, fügt sich aber trotzdem organisch in das Klangbild ein, ohne isoliert zu wirken. Die orchestralen Kompositionen und Chöre wurden harmonisch inkludiert. Der Bass dröhnt dezent und tritt an bestimmten Stellen in den Fokus, wo er glänzen kann.

Fazit:  Piercing The Heart Of The World“ von TRIUMPHER kombiniert epischen Heavy Metal mit  überlegt eingesetzten Extreme-Metal-Elementen, die ein unglaublich kraftvolles Klangbild ergeben, das Lust auf Mehr macht.

Internet

TRIUMPHER – Piercing The Heart Of The World

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