Tracklist
01. Koroze
02. Astrální vize
03. Trollmor
04. Znesvěcení slunce
05. Možnost volby (Gride cover)
Besetzung
Káca – Bass
Matyáš – Drums, Vocals
Pája – Guitars
Rozvik – Guitars, Vocals
Der erste Schlag dieser jungen, leidenschaftlichen Metalheads aus Tschechien: Old-School-Death-Metal, gespielt von Schülern. Ihr Sound entsteht aus einer fauligen Mischung aus klassischem Death Metal und zugleich zerfallenden wie frischen Einflüssen, geschmiedet im chaotischen Teenageralter. TEMORA Debüt-Demo erschien zunächst über Filth Junkies Records. Inzwischen haben sie sich bei einem anderen Label entschieden, ihre Arbeit einem größeren Publikum zu präsentieren – eine sehr gute und verdiente Entscheidung. Nachdem man bereits bei ihren Live-Auftritten von ihrer Leidenschaft, aber auch vom technisch präzisen und kontrollierten Spiel beeindruckt sein konnte, überzeugen sie nun erneut mit ihrem Debüt „Demo 2025“.
Düsterer Auftakt und technischer Einstieg
Eine unheilvolle Atmosphäre eröffnet das Album: dissonante Akkorde, eine Klanglandschaft, die langsam immer mehr Rhythmus und Aggressivität entwickelt. „Koroze“ entfesselt dann vollständig die Kraft und Entschlossenheit der Band, mit wechselnden Rhythmen, einer dissonanten, quietschenden Leadgitarre und einer höhlenartig tiefen, dämonischen Growl-Stimme. Die meiste Zeit nicht übermäßig schnell, stärker auf Atmosphäre fokussiert, aber mit einem fest gefügten Klangbild – die Instrumente greifen sehr geschlossen ineinander, voller Energie und Gift. Eine überzeugende Demonstration technischer Fähigkeiten und ein starker, eindrucksvoller Einstieg.
Die jungen Musiker stammen aus České Budějovice (Budweis) und wurden 2025 gegründet – im selben Jahr erschien auch das hier besprochene erste Demo. Zwei der Mitglieder waren zuvor fünf Jahre lang in der lokalen Groove-/Thrash-Metal-Band Deadroots aktiv, in der sie weiterhin spielen: Matyáš an Schlagzeug und Gesang sowie Leadgitarrist Pája wechselten stilistisch zum Death Metal und gründeten gemeinsam mit Frontmann Rozvik, der Gitarre und Gesang übernimmt, TEMORA. Die ursprüngliche Bassist Káca, die noch auf der Aufnahme zu hören ist, wurde inzwischen durch Jáchym ersetzt.
Demoqualität mit klarem, aber rauem Klang.
Ein überraschend melodischer Abschnitt eröffnet „Astrální vize“, eine Atmosphäre, die sich jedoch schnell in einen infernalischen Ansatz verwandelt, mit klaren Riffs und einer erdrückenden Rhythmussektion. Ein dissonantes Solo, das nicht auf Melodie abzielt, sondern im Gegenteil die beklemmende Wirkung noch verstärkt. Leidenschaftlicher Gesang in Form von brüllenden, gequälten Growls erzeugt eine groteske Atmosphäre. Auch wenn der Song langsamer ist, wirkt er keineswegs weniger eindrucksvoll als der Rest des Albums.
Sehr roher Klang, typische Demoqualität, aber gut genug, um die Qualitäten der Band offenzulegen. Die Instrumente bleiben im Gesamtbild klar unterscheidbar, mit gut nachvollziehbaren Beiträgen jedes einzelnen Musikers. Unterstützung bei Produktion und Mixing erhielten sie von Honza Kapák, einem bekannten Namen in der lokalen Szene – nicht nur als Produzent, sondern auch als Musiker mit großer Studio- und Live-Erfahrung, etwa als Mitglied oder Ex-Mitglied von Master’s Hammer, Elusive God, Avenger, Gride oder Maniac Butcher. Gerade unter Berücksichtigung des Demo-Charakters hat er hier ganze Arbeit geleistet.
Starke Kompositionen und Höhepunkte
Der überzeugende Ansatz setzt sich mit „Trollmor“ fort: eine noch düsterere und wildere Stimmung, zugleich mit deutlich besserem Rhythmus und klarer strukturierter Komposition sowie prägnanten, sehr kraftvollen Riffs. Wuchtige Drums und Bass, doch vor allem Gitarren und Gesang stechen mit einer ausgesprochen professionellen Ausführung hervor. Das Klangbild wirkt ausgewogener, die Komposition ist besonders gelungen – ein klarer Höhepunkt des Demos.
Lang gehaltene, stark dissonante Töne leiten „Znesvěcení slunce“ ein, bevor erneut ein massives Uptempo einsetzt. Die Vocals bewegen sich in tieferen Lagen, punktuelle bestialische Schreie unterstreichen den dämonischen Ansatz – sehr wirkungsvoll. Wechselnde Tempos zeigen die abwechslungsreiche Herangehensweise der Band: atmosphärische Passagen werden von eindrucksvollen technischen Sequenzen abgelöst. Auch dieser Song überzeugt weiter und stellt einen weiteren Höhepunkt des kurzen Albums dar.
„Možnost volby“, ein Coversong der ebenfalls aus České Budějovice stammenden Band Gride, ursprünglich erschienen auf dem Demo/Album „Možnost volby?“ von 1999. Im Original 19 Sekunden lang, kommt die Neuinterpretation von TEMORA auf 22 Sekunden – eine deutliche Verbesserung. Eine kurze Abfolge von Riffs und Schreien, ein typischer früher Grindcore-Ansatz mit wenigen sich wiederholenden Akkorden und einem knappen Gesangsbeitrag. Eine Verbeugung vor ihren Mitstreitern aus der eigenen Stadt und zugleich ein Wiederbeleben eines alten Songs, der die jungen Metalheads sicher beeinflusst hat. Schön umgesetzt.
Kurzes Demo mit großem Potenzial
Kurz, effektiv, beeindruckend – ein dichtes Demo, das eine gut eingespielte Band zeigt und starke Songs präsentiert, die dem Genre echten Mehrwert verleihen. Ein ausdrucksstarker Death Metal, der technische Fähigkeiten ebenso wie Aggressivität verbindet: gute Songs, ein durchgehend bedrückendes, aber gut kontrolliertes Klangbild, genretypisch und zugleich durch neue Einflüsse frisch und interessant.
Mit überzeugenden Kompositionen und einer klaren stilistischen Ausrichtung zeigt die junge Band auf ihrem Demo echtes Potenzial. Das bestätigt sich auch in ihrer Live-Präsenz, wo sie noch einmal deutlich an Wirkung gewinnen – ein äußerst vielversprechender Name im Genre, der bereits bereit wirkt für ein erstes vollständiges Album.
Fazit: Junge Death-Metal-Band mit starkem Demo: technisch sicher, geschlossen und voller Energie – TEMORA zeigen klares Potenzial für kommende Releases.






