VISERION - Fire and Blood album cover

Band: VISERION 🇺🇸
Titel: Fire and Blood
Label: Selfrelease
VÖ: 16/01/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Fire and Blood
02. Mad King
03. Reign of Fire
04. Blackfyre
05. Harrenhal

 

Besetzung

Benedetto Marvilli – Guitar/Vocals
Matthew Marvilli – Drums
Cris Valentine – Guitar
Tasso Diakov – Bass

 

Bewertung:

3,5/5

VISERION ist ein US-Black-Metal-Quartett mit klarer Arbeitsteilung und familiärer Achse. Benedetto Marvilli übernimmt Gitarre und Gesang, sein Bruder Matthew Marvilli sitzt am Schlagzeug. Ergänzt wird die Formation durch Cris Valentine an der zweiten Gitarre und Tasso Diakov am Bass. Gemeinsam widmen sie sich einem Black-Metal, der episch denkt, im Gegensatz hierzu handwerklich bodenständig bleibt. »Fire and Blood« ist ihr aktueller Langspieler und setzt thematisch auf Macht, Verfall und brennende Reiche.

VISERION setzen auf eine kraftvolle Mischung aus rohem Riffing, atmosphärischen Passagen und gutturalem Gesang. Die Gitarrenarbeit ist sowohl thrashig wie darüber hinaus mit bekannten Black-Metal Affinitäten. Begleitet von dröhnenden Drums, die das Gefühl von Krieg und Chaos vermitteln.

Zwischen Flammen und Geschichte

Schon der Titel lässt keinen Zweifel an der Ausrichtung. »Fire and Blood« greift Motive von Herrschaft, Wahnsinn und Zerstörung auf und verpackt sie in eine Klangwelt, die zwischen melodischer Weite und roher Aggression pendelt. VISERION suchen nicht den schnellen Effekt, sondern bauen ihre Stücke schichtweise auf. Riffs werden wiederholt, variiert und verdichtet, bis sie ihre Wirkung entfalten. Das sorgt für einen durchgehenden Sog, verlangt aber auch Aufmerksamkeit.

Produktionstechnisch bewegt sich das Album auf solidem Niveau. Die Gitarren sind präsent, ohne alles zu überdecken. Der Bass ist hörbar und gibt den Songs Tiefe, während das Schlagzeug druckvoll, im Kontrast hierzu nicht überladen wirkt. Der Gesang bleibt klassisch im Black-Metal-Spektrum, rau und distanziert, eher Teil des Gesamtbilds als dominanter Erzähler.

Zwischen Raserei und Ritual

Der Opener »Fire and Blood« fungiert als programmatische Ansage. Ein getragenes Intro öffnet den Raum, bevor das Stück Fahrt aufnimmt. Die Riffs sind eingängig, fast hymnisch, und zeigen früh, wohin die Reise geht. VISERION setzen auf klare Motive statt auf technische Spielereien. Der Song wirkt dadurch geschlossen und eignet sich gut als Einstieg in das Album.

Mit »Mad King« wird das Tempo leicht angezogen. Das Schlagzeug arbeitet hier mit mehr Akzenten, während die Gitarren eine düsterere Stimmung erzeugen. Der Song lebt von seinem Wechsel zwischen kontrollierter Raserei und ruhigeren Passagen. Inhaltlich passt der Titel zur Musik. Wahnsinn wird nicht als Chaos dargestellt, sondern als kalte Konsequenz von Macht.

Gitarrenarbeit und Rhythmussektion

»Reign of Fire« ist eines der kompakteren Stücke der Platte. Hier zeigt sich die Stärke der Band im Songwriting. Klare Struktur, prägnante Riffs, kein überflüssiger Ballast. Besonders das Zusammenspiel der beiden Gitarren fällt positiv auf. Sie ergänzen sich, ohne sich gegenseitig im Weg zu stehen. Der Song bleibt hängen, ohne sich aufzudrängen.

Mit »Blackfyre« schlagen VISERION eine epischere Richtung ein. Längere Spannungsbögen, mehr Raum für Atmosphäre. Das Tempo wird bewusst gedrosselt, wodurch Details stärker zur Geltung kommen. Der Bass von Tasso Diakov tritt hier deutlicher hervor und verleiht dem Stück Gewicht. »Blackfyre« wirkt wie das Herzstück des Albums und zeigt, wie gut die Band mit Dynamik umgehen kann.

Der Abschluss »Harrenhal« setzt auf Melancholie und Nachhall. Die Flammen sind hier bereits niedergebrannt, übrig bleibt eine karge Landschaft aus Klang. Der Song baut langsam auf und endet nicht mit einem Knall, sondern mit einem Gefühl von Leere. Ein passender Schlusspunkt, der das Album abrundet und Raum für Nachdenken lässt.

Stärken und Schwächen

»Fire and Blood« punktet mit konsequenter Stimmung und sauberem Zusammenspiel. VISERION wissen, was sie wollen, und ziehen ihre Linie durch. Nicht jeder Song überrascht, manche Strukturen ähneln sich. Das kann als stilistische Geschlossenheit gelesen werden, sorgt allerdings stellenweise für Längen. Wer Abwechslung im Sinne ständiger Brüche sucht, wird hier weniger fündig. Wer andererseits Wert auf Atmosphäre und kohärentes Songwriting legt, dürfte Gefallen finden.

VISERION liefern mit »Fire and Blood« ein solides Black-Metal-Album ab, das auf Details und Stimmung setzt statt auf Extreme. Die Band wirkt eingespielt, das Material durchdacht. Es ist kein Werk, das das Genre neu definiert, hingegen eines, das mit handwerklicher Qualität überzeugt und mehrfaches Hören belohnt.

Fazit: »Fire and Blood« von VISERION ist ein solides Black-Metal-Album, das seine Stärken vor allem in Atmosphäre, Konsequenz und klassischem Songwriting hat.

Internet

VISERION - Fire and Blood - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.