Band: WITCHBURNER 🇩🇪
Titel: Black Raging Flames
Label: Diabolic Might Records
VÖ: 04/09/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. Richtschwert
02. Pestilent Disciple
03. By Chains Severed
04. Siege of Terror
05. Witchburner Pt. III
06. Black Raging Flames
07. By Moonlight We Strike
08. Throne
09. Too Fast for Hell
10. One Million Beers

 

Besetzung

Simon Seegel – Guitars
Andy Süss – Bass
Felix Darnieder – Drums
Michael „Mächel“ Frank – Guitars
Pino Hecker – Vocals

 

Bewertung:

4/5

13 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. In der Metal-Welt kann in dieser Zeit eine Menge passieren: Bands verschwinden, Trends kommen und gehen, Genres werden neu aufgemischt und manches, was gestern noch angesagt war, interessiert heute kaum noch jemanden. WITCHBURNER haben sich von all dem offenbar nicht beeindrucken lassen. Nach einer langen Pause steht die deutsche Thrash-Metal-Band wieder auf der Matte und bringt mit „Black Raging Flames“ gleich ein Album mit, das ziemlich genau dort weitermacht, wo man sie damals aus den Augen verloren hat. Und genau das ist irgendwie das Schöne daran.

Keine große Ankündigung, einfach loslegen

Schon „Richtschwert“ macht keine Gefangenen. Das Stück geht nach vorne, die Gitarren sägen sich durch die Lautsprecher und Felix Darnieder sorgt hinter dem Schlagzeug dafür, dass der Laden ordentlich in Bewegung kommt. Dazu kommt Pino Heckers markante Stimme, die nicht versucht, besonders elegant oder sauber zu klingen. Sie passt einfach zu dieser Art von Thrash Metal.

WITCHBURNER brauchen keine lange Aufwärmphase. Das merkt man auch bei „Pestilent Disciple“ und „By Chains Severed“. Hier gibt es schnelle Riffs, ordentlich Druck und genau diese dreckige Energie, die bei vielen modernen Produktionen inzwischen gerne einmal verloren geht. Dabei klingt die Band keineswegs wie eine Truppe, die krampfhaft versucht, irgendeine vergangene Zeit wiederzubeleben. Sie spielt einfach ihren Thrash Metal. Punkt.

Riffs statt Hochglanz

Das Gitarrenduo Simon Seegel und Michael „Mächel“ Frank liefert dabei einen großen Teil des Fundaments. Die beiden haben reichlich Arbeit vor sich, denn auf „Black Raging Flames“ stehen die Riffs klar im Mittelpunkt. Mal geht es mit ordentlich Geschwindigkeit nach vorne, dann wird das Tempo etwas herausgenommen und die Songs bekommen mehr Gewicht.

Gerade „Siege of Terror“ funktioniert deshalb ziemlich gut. Der Song hat diesen klassischen Thrash-Metal-Schub, bleibt aber nicht permanent auf Anschlag. Andy Süss hält am Bass ordentlich dagegen und sorgt zusammen mit Darnieder dafür, dass die Gitarren nicht einfach nur über den Hörer hinwegfegen. Man hört der Band an, dass hier Musiker am Werk sind, die wissen, wie dieser Sound funktionieren muss.

Die eigene Geschichte im Namen

Mit „Witchburner Pt. III“ wird es dann fast schon persönlich. Der Titel allein erinnert daran, dass die Band nicht erst seit gestern unterwegs ist. Nach 13 Jahren Pause bekommt der Song dadurch automatisch eine gewisse Bedeutung. Es ist ein bisschen so, als würde WITCHBURNER selbst kurz zurückblicken, nur um danach wieder nach vorne zu marschieren.

Der anschließende Titelsong „Black Raging Flames“ gehört zu den Stücken, die das Album ziemlich gut zusammenfassen. Aggressiv, schnell, riffbetont und ohne unnötigen Ballast. Genau so muss Thrash Metal für meinen Geschmack funktionieren: lieber ein gutes Riff zu viel als fünf Minuten Studioakrobatik.

Und dann wird getrunken

Dass WITCHBURNER trotz aller Härte nicht zum humorlosen Metal-Gericht verkommen, zeigt spätestens „One Million Beers“. Der Titel dürfte wohl kaum missverstanden werden und bringt eine ordentliche Portion Feierlaune ins Spiel.

Nach den düsteren und aggressiven Nummern wirkt das fast wie der obligatorische Griff zum Bier nach einer langen Nacht im Proberaum. Und ehrlich gesagt passt das ziemlich gut. Thrash Metal darf schließlich auch Spaß machen.

Davor sorgen „By Moonlight We Strike“, „Throne“ und „Too Fast for Hell“ noch einmal für reichlich Bewegung. Besonders „Too Fast for Hell“ trägt seinen Namen völlig zu Recht. Hier wird das Gaspedal noch einmal ordentlich durchgetreten und man bekommt ziemlich schnell eine Vorstellung davon, warum WITCHBURNER auf einer Bühne wahrscheinlich noch einmal eine ganz andere Wirkung entfalten dürften.

Zurück, als wären sie nie weg gewesen

Das größte Kompliment, das man „Black Raging Flames“ machen kann, ist vielleicht genau dieses: Die 13 Jahre Pause hört man der Band nicht an. Natürlich erfinden WITCHBURNER den Thrash Metal nicht neu. Das wollen sie vermutlich auch gar nicht. Dafür liefern sie zehn Songs, die ehrlich, direkt und angenehm ungekünstelt daherkommen. Kein übertriebener Bombast, keine unnötigen Experimente und kein Versuch, sich einem aktuellen Trend anzubiedern.

Simon Seegel, Andy Süss, Felix Darnieder, Michael „Mächel“ Frank und Pino Hecker klingen wie eine Band, die wieder richtig Bock auf ihre Musik hat. Und genau dieses Gefühl kommt beim Hören rüber.

„Black Raging Flames“ ist deshalb kein vorsichtiges Lebenszeichen nach langer Abwesenheit. Es ist eher ein ziemlich lautes „Wir sind wieder da!“. Wer klassischen, dreckigen Thrash Metal mag und mit modernen Hochglanzproduktionen wenig anfangen kann, dürfte hier seine Freude haben.

Fazit: WITCHBURNER sind zurück. Und sie haben offenbar noch lange nicht genug.

Internet

WITCHBURNER - Black Raging Flames - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.