
Wuppertal, macht euch bereit: Diesen Freitag wird es im Alleehaus 161b laut! Mit dem RIFF – Rock Ist Frieden Festival 2026 treffen am 25. September fünf Bands aufeinander, die zwar nicht alle aus exakt derselben musikalischen Ecke kommen, aber eine ziemlich entscheidende Gemeinsamkeit besitzen: Gitarren gehören nach vorne und ein Konzert sollte sich nicht wie ein Elternabend anfühlen.
The Outpace, The Dantons, LAS MA’HAVN, Roidig und G-MaLe bringen Punkrock, Rock’n’Roll, Hard Rock und härtere Einschläge ins Alleehaus 161b. Und das Ganze funktioniert nach einem angenehm unkomplizierten Prinzip: Der Eintritt ist frei. Wer die auftretenden Bands unterstützen möchte, lässt etwas im Hut.
RIF steht dabei für „Rock Ist Frieden“. Ein ziemlich friedlicher Name für einen Abend, an dem Gitarrenverstärker, Schlagzeug und Punkrock für die körperliche Verständigung zuständig sein dürften.
Wer also diesen Freitag lieber vor einer Bühne als auf dem Sofa verbringt, sollte weiterlesen.
THE OUTPACE – ROCK’N’ROLL, PUNK UND EINE PORTION METALL
Den Auftakt unserer kleinen Vorstellungsrunde machen The Outpace. Die Band aus dem Raum Düsseldorf und Wuppertal hält offensichtlich wenig davon, Rock’n’Roll, Punk, Hard Rock und Metal fein säuberlich voneinander zu trennen.
Warum auch?
Wenn ein Riff funktioniert, darf es schließlich bleiben – unabhängig davon, in welche Schublade es irgendein Genrelexikon anschließend stecken möchte.
Mit der 2026 erschienenen EP »Don’t Look Back« liefern The Outpace vier Songs, die ziemlich schnell klarmachen, worum es geht. Hier wird nicht minutenlang der Verstärker betrachtet, bevor jemand endlich die Gitarre anschlägt. Nummern wie »Don’t Look Back«, »I Used To« und »Save My Soul« setzen auf Direktheit, Druck und einen Sound, der sich auf einer Bühne eigentlich zwangsläufig noch ein bisschen schmutziger anhören muss.
Rock’n’Roll ohne Hochglanzversiegelung – kann man machen. Sollte man sogar.
THE DANTONS – HEIMSPIEL MIT CHICAGO IM HERZEN
Bei The Dantons müssen wir geografisch nicht sonderlich weit reisen. Die Band kommt aus Wuppertal und bezeichnet ihre Musik selbst als „Chicago-driven Punkrock“.
Das bedeutet vor allem: Melodie ist willkommen, darf aber bitte ihre dreckigen Schuhe anbehalten.
Seit 2022 sind The Dantons aktiv, Anfang 2026 erschien mit »Welcome To The Dantons« entsprechendes Material zum Bandnamen. Der Sound besitzt genügend Eingängigkeit, um nicht nach zwei Takten im Punkrock-Nebel zu verschwinden, lässt aber gleichzeitig genug Kanten stehen.
Und ein Heimspiel hat ohnehin seine eigenen Regeln.
Wenn Bekannte, Freunde, Stammhörer und diejenigen, die The Dantons bislang noch nie live gesehen haben, im selben Raum zusammenkommen, dürfte sich relativ schnell zeigen, wie weit Chicago an diesem Freitag tatsächlich von Wuppertal entfernt liegt.
Spoiler: vermutlich nur ein paar Akkorde.
LAS MA’HAVN – PUNKROCK DARF AUCH INS OHR GEHEN
Danach kommen LAS MA’HAVN ins Spiel. Das Düsseldorfer Quartett siedelt sich zwischen Rock und Punk an, hat jedoch keinerlei Problem damit, Melodien mitzunehmen.
Gut so.
Nicht jeder Punkrock-Song muss schließlich klingen, als würde gerade jemand eine Mülltonne die Kellertreppe hinunterwerfen.
Seit 2022 veröffentlicht die Band ihre Songs in verschiedenen „Runden“. Im Juni 2026 folgte »RUNDE 4«. Stücke wie »Wir folgen dem Herzen« zeigen dabei eine deutlich melodischere Seite des Programms.
Das dürfte innerhalb des RIFF-Line-ups für eine angenehme Verschiebung sorgen. Die Gitarren bleiben, der Punk bleibt, nur die Brechstange wird zwischendurch einmal kurz gegen einen eingängigen Refrain getauscht.
Keine Sorge: Sie darf später wieder benutzt werden.
ROIDIG – JETZT WIRD ES WIEDER GRÖBER
Falls sich bis hierhin jemand zu sicher gefühlt hat, kommen ROIDIG gerade recht.
Die Formation aus Wetter an der Ruhr bewegt sich im Punk- und Punkrock-Bereich und lässt dabei auch härtere Einflüsse zu. Rau, dreckig und mit einer metallischen Schlagseite versehen, passt der Sound ziemlich gut zu einem Abend, der seine Genregrenzen ohnehin nicht mit Absperrband markieren möchte.
Hier dürfte sich dann auch relativ schnell entscheiden, wer wirklich wegen eines Konzerts gekommen ist und wer versehentlich glaubte, man könne Punkrock bequem aus fünf Metern Entfernung studieren.
Kann man natürlich.
Macht nur weniger Spaß.
Wer am Freitag also etwas Bewegung benötigt, sollte bei ROIDIG nicht unbedingt den hintersten Platz im Raum auswählen.
G-MaLe – UNDERGROUND DARF NOCH ENTDECKT WERDEN
Bei G-MaLe wird es digital etwas übersichtlicher. Die Band besitzt bislang nicht dieselbe umfassende Online-Spur wie einige der anderen Teilnehmer des Abends.
Und genau das finden wir bei einem Underground-Festival ehrlich gesagt ziemlich sympathisch.
Es gibt ein Demo auf Bandcamp, es gibt Instagram – und für den Rest existiert eine bemerkenswert altmodische Methode: Man schaut sich die Band einfach live an.
Nicht jeder Act braucht vor dem ersten Kennenlernen fünf Musikvideos, vierzig Pressefotos und Streamingzahlen mit genügend Nullen, um eine Telefonnummer daraus zu bauen.
Manchmal reicht ein Name auf einem Flyer, ein Raum, eine Bühne und die Frage: Was können die eigentlich?
Am Freitag gibt es die Antwort.
AUS DEN PESTSPIELEN WIRD ROCK IST FRIEDEN
Ganz aus dem Nichts kommt das RIFF Festival nicht.
Hinter dem Abend steht Andreas Wagner, der mit dem neuen Format an die früheren Pestspiele anknüpft. Statt die Veranstaltung einfach unter demselben Namen weiterzuführen, bekommt sie mit RIFF – „Rock Ist Frieden“ Festival eine neue Identität.
Und nein, dafür braucht es zum Start keine drei Bühnen, zwanzig Bands, einen Campingplatz und eine App, die einem erklärt, dass die Hälfte des Line-ups gleichzeitig spielt.
Fünf Bands reichen vollkommen aus.
Gerade weil sie nicht alle dasselbe machen.
PUNK, ROCK’N’ROLL UND HARTE RIFFS – OHNE EINTRITTSKARTE
Der vielleicht interessanteste Punkt des Abends steht allerdings nicht auf irgendeinem Backdrop: Der Eintritt ist frei.
Wer möchte, unterstützt die Bands stattdessen über den Hut.
Damit fällt die übliche Frage weg, ob sich ein Ticket „lohnt“, obwohl man vielleicht erst zwei der fünf auftretenden Gruppen kennt. Reingehen, anhören, neue Bands entdecken und anschließend selbst entscheiden, wie viel einem der Abend wert war.
Gerade für kleinere und unabhängige Acts ist natürlich trotzdem klar: Musik entsteht nicht kostenlos. Fahrtkosten, Proberäume, Equipment und Veröffentlichungen bezahlen sich leider noch immer nicht mit anerkennendem Kopfnicken.
Also ruhig ein paar Euro mehr einstecken.
DIESEN FREITAG GEHÖRT DAS ALLEEHAUS DEN GITARREN
Unterm Strich wartet hier kein künstlich aufgeblasenes Festivalmonster.
Und das ist auch gut so.
The Outpace werfen Rock’n’Roll, Punk und härtere Riffs zusammen. The Dantons bringen Chicago-getriebenen Punkrock zum Wuppertaler Heimspiel. LAS MA’HAVN halten die melodische Seite hoch. ROIDIG sorgen für die gröberen Kanten und G-MaLe liefern genau den unbekannteren Namen, wegen dem man Underground-Veranstaltungen überhaupt besuchen sollte.
Fünf Bands. Unterschiedliche Ansätze. Eine Bühne.
Mehr muss man aus einem Freitagabend eigentlich nicht machen.
DIE FAKTEN:
RIF – Rock Ist Frieden Festival 2026
Freitag, 25. September 2026
Alleehaus 161b
Friedrich-Engels-Allee 161
42285 Wuppertal
Live:
The Outpace
The Dantons
LAS MA’HAVN
ROIDIG
G-MaLe
Eintritt: FREI
Unterstützung der auftretenden Bands über den Hut ist ausdrücklich erwünscht.
Also: Freitagabend nichts vor? Jetzt schon.





