Band: Aeon Zen
Titel: A Mind’s Portrait
Label: Time Divide Records Ltd.
VÖ: 2010
Genre: Progressive Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Es ist noch gar nicht so lange her dass, das Duo von Aeon Zen in Form von Richard Hinks und Lloyd Musto bei uns zu Gast waren und wir sie ein wenig über Album und Band ausgequetscht haben. Eines war trotz ihres noch recht jungen Alters vom ersten Wort an klar, diese Burschen wissen was sie wollen und weiters haben sie soviel Potential in sich das es für mehrere Bands reichen würde. Am 01. Mai erscheint via Time Divide Records ihr erster Output und dieser kann sich mehr als nur sehen lassen. Ganz schön Crossover geht auf diesem Machwerk die musikalische Reise und auch einige Musiker geben sich auf diesem Album ihr stell dich ein bei den Briten. Elyes Bouchoucha (Myrath), Andreas Novak (Mind’s Eye), Nils K. Rue (Pagan’s Mind) oder z.B. Matt Shephered (Timefall) um hier nur einige zu nennen. Etliche Songs bzw. Grundstrukturen von „A Mind’s Portrait“ entstanden schon im zarten Alter von 16 Jahren. Jahrelang haben Wayne und Garth wie das Duo Infernal auch scherzhaft genannt werden an dem Material zum Album getüftelt und was als Endprodukt entstanden ist kann sich mehr als nur sehen bzw. hören lassen. Auch für die Live Auftritte hat man, wie man uns nun informiert hat ein festes Line Up beisammen, um etliche Auftritt in Zukunft bestreiten zu können.

„Existence“ ist als Eröffnung eine recht flotte Melodic Power Metal Nummer mit etlichen, kleineren progressiven Ausbrüchen. Doch im Großen und Ganzen bewegt man sich stet auf dem roten Faden irgendwo zwischen gefühlvoller Melodie und einem raueren, bretternden Power Metal. Recht eingängig wurden die Strukturen ausgerichtet und man klingt sehr kompakt, trotz der kürzeren progressiven, sanften Ausflüge. Etwas kantiger und auch flotter findet die Weiterführung durch „Time Divine“ statt, einem recht rauen Power Metal Stück mit vielen Chorrefrains die sich ordentlich im Gehörgang fest brennen. Auf die Melodien hat man aber nicht vollends vergessen und vor allem im Refrainteil bzw. durch etliche Solieinschübe bekommt man dadurch eine volle Wand präsentiert. „Blind Rain“ beginnt als ruhiges Prog Rock Stück, welches bei der Einleitung als sanfter Soundklang einem warmherzig um die Ohren weht. Die balladeske Schiene wird aber nach etwa 2 Minuten verlassen und der Trupp geht es nun wieder etwas flotter rockend an. Etliche Spielereien im Soundbereich konnte man auf einen Nenner bringen. Somit hat man trotz der Experimente ein sehr ausgewogenes Auslangen gefunden. Mit der klassischen Klavieruntermalung serviert man uns nun in Form von „Hope’s Echo Pt. I – The Wake“ eine schöne, liebliche Ballade. Besänftigende Klänge lassen viel Spielraum für vollendeten, verträumten Genuss zu. Die Nummer erinnert mich vor allem durch den sehr Opern- haften Schub bzw. durch den Gesang an gewisse Songs des Transibirian Orchestras. Nach dieser ruhigen Vorgängernummer hält man sich kurzzeitig bei „Hope’s Echo Pt. II – The Aftermath“ in diesen Gewässern auf, doch nach etlichen Sekunden rockt man deutlich melodischer und auch einige raue Schübe in Form der erdigen Gitarrenfraktion kommen hier zum Einsatz. Man wechselt immer wieder von ruhig, sanft – rockend bis hinüber zu den erdig rockenden Passagen. Vor allem letztere rütteln immer wieder ordentlich auf. Weiter geht es nun wieder in ruhigen Gefilden mit dem sehr klassischen Rockexperiment welches in Form von „A Mind’s Portrait“ an die Landsmänner von Anathema erinnert. Nur ganz so viele Soundverzerrungen werden von Aeon Zen nicht durchgeführt, somit kann man sich deutlich mehr konzentrieren und wird nicht gleich von einer Soundwand im progressiven Stil erschlagen. Die schöne Überleitung aus dem ruhigen Gewässer findet durch das kurze Instrumental „The Circle’s End“ statt, nach und nach wird man hier auf den folgenden Part des Albums vorbereitet. Auch bei der Eröffnung, des nun etwas flotteren Teil des Albums werden mit Beginn von „Heavens Falling“ etliche Eckpfeiler, ob bewusst oder unbewusst in Richtung Anathema gesetzt. Erst nach und nach nimmt das Progschiff aus England eine schnellere Fahrt auf. Immer wieder werden kurzzeitig sanfte Breaks eingelegt, bevor man wieder erdig, rockend ausbricht. Etliche, zusätzlich eingeflochtene Soundexperimente, in Form von elektronischen Spielereien werten den Track ordentlich auf. Ein richtig stampfender Rocker ist den Jungs in Form von „Into Infinite“ gelungen. Mit einem enorm druckvollen Drumspiel und sanften Synthy Klängen wird eröffnet, bevor man in die Presche springt und dadurch sehr schnell daher galoppiert. Gehört für mich persönlich, mit den ersten beiden Tracks zu den absoluten Favoriten auf dem Album. Sehr rau und düster geht es hier quer durchs Gemüsebeet zu. Als vorletzte Nummer serviert man uns ein sanftes Instrumental mit klassischen Allüren in Form von „Goddess“. Viele sanfte Melodien schallen aus den Boxen und lassen einen besonnen, entspannten Hörgenuss zu. Doch das absolute Highlight hat man sich für das Ende aufgespart. Die Mini Metal Oper „The Demis of the Fifth Sun“ bietet einen Querschnitt aus allen Elementen. Somit ist hier alles Crossover Kompakt wenn man es denn so nennen darf in Form von etwa 12:28 Spielminuten zusammengefasst worden. Was dabei unterm Strich raus gekommen ist kann man fast gar nicht beschreiben. Das Duo entführt uns hier auf eine weite Reise im Bereich Power, Progressive Metal mit vielen düsteren Einschlägen die das Ganze immer wieder äußerst dreckig und rau erscheinen lassen. Grenzgenialer Gesangsbeitrag der die Nummer um Ecken aufwertet und ein wundervolles Album abschließt.

Fazit: Ein mehr als beachtlicher Einstand, für eine qualitativ hochwertige Truppe. Da sind wir alle auf eine Weiterführung gespannt. Wer auf einen sehr guten Hörgenuss in allen Facetten steht, der sollte sich dieses Eisen sichern.

Tracklist:

01 Existence 04:10
02 Time Divine 04:18
03 Blind Rain 06:33
04 Hope’s Echo Pt. I – The Wake 03:48
05 Hope’s Echo Pt. II – The Aftermath 04:36
06 A Mind’s Portrait 03:44
07 The Circle’s End 01:52
08 Heavens Falling 06:38
09 Into Infinite 06:51
10 Goddess 04:23
11 The Demis of the Fifth Sun 12:28

Besetzung:

Richard Hinks (guit, bass, keys & voc)
Lloyd Musto (drums)

Internet:

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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