Band: Bastard
Titel: Aftermath
Label: STF Records
VÖ: 2010
Genre: Death Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Das letzte Album der Pforzheimer Melodic Deather Bastard ist bei uns im Briefkasten gelandet. Wer nun glaubt die 2000 gegründete Band eifert hier recht locker Konsorten a la Children of Bodom nach der irrt. Eine eindeutige Spielweise ist bei den Jungs sehr schwer zu definieren, denn sie vermischen gekonnt Brutal, reinen Death und Thrash Metal, diese Einflüsse werden noch mit viel Melodie ausgestattet. Fertig sind 10 Granaten für Nackenschmerzen auf ihrem neuesten Machwerk „Aftermath“, welches via STF Records erhältlich ist und in der Besetzung Martin „Go“ Offenwanger (voc), Johannes Carstensen (bass), Mario Bergmann (guit), Thomas Kuri (guit) und Michael „Holz“ Holzinger (drums).

„Doomsday (Lamb of God)“ bahnt sich mit viel Gewalt seinen Weg. Guter Grunz Death Metal, der wie schon erwähnt mit vielen Einflüssen und Spielweisen gehörig aufgeigt. Zu keinem Zeitpunkt lassen es die Jungs hier wie eine Kopie klingen und das ist ja heutzutage ja nicht mehr ganz so einfach. Mit viel Pfiff servieren sie uns hier ein reichhaltiges Programm zum Abbangen und das vollzieht mit mehrmaligen Tempokorrekturen. So sind auch besonders genussvoll viele Breaks der melodischen Art zum Reserve holen eingebaut worden.

Deutlich thrashiger schiebt man uns mit „Entity“ in den Rachen. Zusätzlich zu vielen Melodic Stopps wird eine gehörige Brutal Death Wand aufgefahren und beim Einsatz dieser walzt man alles komplett platt. Die Jungs wissen mit viel Charme all diese Einflüsse unter einen Deckmantel zu packen und das Endergebnis wiegelt ordentlich auf.

Wie eine Explosion startet man nun „Lord of Lies“, doch komplett wird hier nicht eine Schretterschiene geboten, eher im Gegenteil, man zeigt sich hier von einer eher groovigen Breitseite und die bohrt sich mit viel Ideenreichtum den Weg durch die Gehörgänge. Immer wieder werden diese groovien Parts von Attacken unterbrochen und diese klingen wie eine Maschinengewehrsalve eines Exekutionskommandos.

Nahtlos knüpft man mit dem Melodic Happen „Life After Death“ an. Vorerst beherrschen bretternde und melodische Riffblitze das Geschehen. Zusätzlich lässt man abermals einige Thrash Einlagen freiem Lauf und diese werden noch mit etlichen traditionellen Death Metal Klängen auf einen Konsens gebracht. Gelungene Mischung die mit einem ordentlichen Brett gespielt wird.

Temporeicher dreht sich das Karussell nun mit „Spirit of War“ einer bretternden Death Rakete, die mit vielen doomigen Unterwanderungen ausgemalt wurde. Alles in allem klingt das Mischergebnis sehr traditionell und die Youngsters brauchen sich keineswegs hinter alten Death Metal Heroes verstecken. Wem z.B. alte Death Metal Kapellen aus dem schwedischen, aber auf Florida Raum gefallen, der wird mit dieser Nummer seine helle Freude haben.

Ein rotziges Bassspiel läutet nun „Brain Corrosion“ ein. Sehr speediger Nackenbrecher mit dem man uns hier attackiert. Treibende Beats und Riffs lassen einem nichts anderes zu als zu den Klängen die Rübe komplett durchzuschütteln. Abermals wird aber hier weit mehr geboten als die ungeschliffene, stupide Härte und so legt man recht witzige besonnene, melodische Halte ein, bevor wieder ein amtliches Nackenfräsenprogramm gezockt wird.

Sehr ruhig eröffnet man nun „Visions of Blood and Lust“ und auch die Weiterführung ist erst einmal viel hymnischer ausgefallen. Doch Vorsicht, die Jungs jagen uns gleich im Anschluss mit viel List und Tücke Death Fragmente der schroffen Art hinter her und diese reißen einen wie ein Sog mit. Ein tiefer Grunzer und schon wird es doomiger, doch auch hier ist einmal mehr gleich die flotte Bretterschiene Parat um uns hochzujagen. Für meinen Teil ist dies der wohl facettenreichste Song auf dem kompletten Album. Diese gute Mixtur weiß man mit einer ausgewogenen Spielweise sehr gut in Szene zu setzen.

Mit knackigem Thrash Bretterspiel schiebt man uns ohne Vorbehalt „66Susi“ in den Rachen. Diese sehr temporeiche Rhythmik unterwandert man mit vielen Melodieeinlagen. Dennoch überwiegt die Spielzeit der eher herben und treibenden Rhythmusfraktion. Auch hier ist man dabei bedacht viel zu bieten und zum Bangen zu laden.

Windgeheul und Sturmgeräusche stehen nun als Start für „Aftermath“ parat um erst einmal ein düsteres Klangbild zu schaffen. Weiter geht es nun mit viel Speed und Feuer unterm Hintern, dabei ackert der Trupp mit einer sehr guten thrashigen Death Metal Spielweise, die immer wieder durch satte Melodic Riffs verstärkt werden. Diese bremsen das Tempo kurzerhand, doch schon tritt man wieder gehörig aufs Gaspedal und agiert wieder sehr speedig weiter.

Sehr groovig und mit viel Shaker Feeling vollzieht man mit „Northern Lights“ die Beendigung. Dem Titel entsprechend klingt das Stück auch sehr nordisch angehaucht. Sprich sehr schwedisch, dennoch vollzieht man auch zum Ende hin ein farbenbuntes Programm, ohne jemanden zu kopieren zu wollen. Dies schafft man spielend mit der Death/Thrash Metal Rhythmik die oftmals flotter durchstartet.

Fazit: Mit viel Charme und Einfallsreichtum schaffen es die Jungs hier aus der breiten Masse auszubrechen. Freunde des traditionellen Death Metal sollten sich das Gemisch genauer zu Gemüte führen, denn dieses Album ist absolut ihre Baustelle.

Tracklist:

01. Doomsday (Lamb of God) 02:47
02. Entity 03:33
03. Lord of Lies 03:23
04. Life After Death 05:03
05. Spirit of War 03:02
06. Brain Corrosion 04:03
07. Visions of Blood and Lust 03:53
08. 66Susi 03:55
09. Aftermath 03:45
10. Northern Lights 03:53

Besetzung:

Martin „Go“ Offenwanger (voc)
Mario Bergmann (guit)
Christopher Strauß (guit)
Thomas Kuri (bass)
Michael „Holz“ Holzinger (drums)

Internet:

Bastard @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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