Band: Braggpeak
Titel: The Shoot
Label: Selfreleased
VÖ: 2012
Genre: Alternative Rock, Progressive Rock, Blues
Bewertung: 3,5/5
Written by: Thorsten Jünemann

Wie intellektuell, crazy oder sonst was im Kopf, bzw. was muss man sich eingepfiffen haben, um sich nach einem britischen Physikforscher und seinem „peak“ (Thema: Energieverlust von ionisierter Strahlung)) zu benennen?

Diese 3 Frankfurter Jungs haben sich aber diesem Thema nicht musikalisch gewidmet (oder ist mir was entgangen?), obwohl der musikalische Inhalt des Albums nicht jedermanns Sache ist, denn sehr groß ist die Spannweite, wenn man versucht jemanden zu erklären, welche Stile hier aufeinandertreffen. Man hört einen Stilcocktail aus Stoner, Rock/Hardrock/Bluesrock, progressiven Elemente, Alternative und Psychodelic der trotz dieser kruden Mischung bestens funktioniert. Dominierend wirkt der Alternative-Anteil weshalb Vergleiche mit den FOO FIGHTERS am nächsten liegen. Privat werden die Jungs aber auch ihren Spaß an MONSTER MAGNET, BLACK LABEL SOCIETY & teilweise auch an ZZ TOP haben, wenn sie ihre Einflüsse auf dem mir vorliegenden Album „The Shoot“ geltend machen.

Schwere Kost? Mitnichten, man sollte dem Ganzen ein entspanntes Gehör schenken, denn die Musik die hier aus meinen Boxen schallt, ist alles andere als krude, zu schwer oder langweilig.

Kreativität sei dem Trio hiermit bescheinigt und ich werde mich entspannt zurücklehnen und der Dinge harren, die jetzt auf mich kommen.

Einsteigen tut man im oszillierenden Albumverlauf sehr ruhig und gesetzt mit dem Song „Vessigebro“ der lt. Info einfach nach einem schwedischen Kaff benannt wurde und sich zum Ende hin steigert um dem Hörer zu zeigen, dass die nächsten Minuten nicht langweilig werden…

Song Nr.2 (On Your Own) beginnt mit einem „alarmigen“ Riff“ und ist das älteste Stück der Band. Riffs, Soli, Geräusche,…alles klingt wie aus einem Guss aber doch trennend. Art-Rock? Avantgard-Rock? Ein ruhiger Mittelpart gefolgt von grungigen Gitarrenparts… Erinnert mich an die großartigen GALACTIC COWBOYS.

„Glow“ entspannt den Kopf etwas und animiert dermaßen zum mitwippen… Bestimmt ein echter Stimmungsgarant wenn live das Publikum beschallt wird; ein echt simpel wirkender Rocker, ohne ihn schmälern zu wollen.

„Wake Up“ startet mit sauberen Bassläufen und überrascht mit 70´s klingenden Orgeln im hardrockigen bis progressiven Bereich während man sich jetzt bereits einig sein kann, die Jungs wissen, wie man mit seinen Instrumenten umgeht. Der leicht „garagige“ Sound passt sehr gut in diese Nummer, Drums und Bass harmonieren sehr gut, Gitarren schreddern postgrungig und der Gesang erst…! Grundsätzlich versetzt mich die Nummer aber positiv in eine andere Zeitspanne und es wird aufgezeigt, dass man Mut zum ungewöhnlichen Songwriting beweist; ein angenehmer Trip durchs musikalische Paralleluniversum wie man ihn halt aus den 70ern kennt, gepaart mit modernen Anleihen.

Total crazy und irgendwie aus dem Konzept gerissen wirkend, wird mit „Just Bored“ eine feine Bluesrocknummer kredenzt, die sich aber im Gesamtbild wunderbar einfügt. Bob Dylan stand hier wohl ein bisschen Pate.

Im Song „Scratches“ werden NIRVANA & Co. eindeutig ein wenig Tribut gezollt, ohne ihn schlecht reden zu wollen. Plätschert aber ein bisserl vor sich hin.

„Lupus Boulder“ ist feines Instrumentalfutter; Nicht weltbewegend aber erwähnenswert, hat seine „Daseinsberechtigung“!

Nun schon wieder etwas ganz anderes als man erwartet hätte: das folgende „Rose Pink Cadillac“ enthält u.a. diverse Effektgeräte, einen schwer klingenden Moog-Synthesizer und wirft einen wieder in die 70er zurück. Und wieder fügt sich die leicht heiser/rau klingende Stimme gut ins Bild der „angestaubt“ wirkenden Musik (nicht qualitativ gemeint) mit Psychodelic-Rock Tendenzen/Blues und kleinen Ausflügen in die Southernrockwelt.

„The Edge Of My Life“ ist ein ziemlich nach vorn rockender Track, der auch nichts überraschendes aufweist und auch mehr oder weniger angenehm vor sich hin dudelt. Wer das Album bis hierhin gehört hat, erwartet natürlich mehr spannende Momente. Kein schlechter Song, aber irgendwie erhofft man sich mehr und dann ist der Song vorbei.

Nachdem mainstreamig gerockt wurde, nimmt man nochmal ein Stück Kohle vom Feuer und wird regelrecht „kuschlig“ im Song „Pedestal“: Nur mit Klavier, Cello und warmen Gesang zeigt man erneut, welche Spannbreite BRAGGPEAK auf Lager haben, auch wenn der Song meiner Meinung nach mit knapp 2 Minuten sehr kurz ausfällt.

„The Ideal Crash“ ist dann der sog. Rausschmeißer, obwohl das schon fast abwertend klingt, für das, was hier aufgefahren wird. Die Thematik ist ein bisschen „crank“, handelt es doch von einem Menschen, der sich in den letzten Sekunden seines Lebens verliebt und das Thema wurde meiner Meinung nach großartig in knapp 8 Minuten umgesetzt. Dramatik ohne Ende bis letztendlich Streicher das Album beenden.

Das Album hat letztendlich musikalisch nichts mit dem Bandnamen zu tun (wir erinnern uns: Energieverlust…)! Es werden unglaubliche Spannungsbögen aufgebaut und gehalten, ruhige bis liebliche Mittelparts eingebaut und je nach dem, geht es dann wieder rockend auf die Ziellinie zu. Für mich ein heißer Anwärter auf den Titel „Newcomer des Jahres“ in der Sparte Progressive-Rock, auch wenn es bereits 2011 erschien. Und Vergleiche liegen zu den eigentlich unvergleichlichen GALACTIC COWBOYS am nächsten, nur ohne die sog. „Beatles-Anleihen“!

Nur sehr schade ist, dass der Sound nicht der allerbeste ist (auch wenn er teilweise bestimmt so oder so ähnlich sein soll), aber es hätte unter professioneller Aufsicht schon etwas druckvoller ausfallen können. Als Debüt ist das musikalisch immer noch ganz großes Kino für Gehör und Kopf, denn die leicht raue Stimme ist sehr angenehm (nur leider einen Tacken zu leise) zu genießen und wer die eben genannte Band zu seinen Favoriten zählt, mit Ausflügen in die 70er, psychedelischen und progressiven Elementen aber doch grungigen bis „Garage-Like“ Sounds keine Probleme hat, sollte sich das hier unbedingt in ruhigen Momenten zu Gemüte führen.

Wegen dem Sound kann ich hier nur 3,5/5 Punkten vergeben. Und ich hoffe, das eben Gehörte auch mal live erleben zu können.

Tracklist:

01. Vessigebro
02. On your own
03. Glow
04. Wake up
05. Just bored
06. Scratches
07. Lupus boulder
08. Rose pink cadillac
09. The edge of my life
10. Pedestal
11. Nothing left

Besetzung:

Danyal Cöl (bass & voc)
Daniel Thiel (drums)
Pascal Jacob (guit & voc)

Internet:

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