Band: Coronatus
Titel: Porta Obscura
Label: Massacre Records
VÖ: 2008
Genre: Gothic Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Ich höre sie schon die Unkenrufe „Nightwishklon“. Von wem ich rede ganz einfach von den aus Stuttgart stammenden Coronatus. Die Truppe hat sich 2002 zusammengefunden und das letzte Lebenszeichen von Carmen R. Schäfer (voc), Ada Flechtne (voc), Jo Lang (guit), Chriz DiAnno (bass), Mats Kurth (drums) und Fabian Merkt (keys) stammt aus dem Jahr 2007 und hörte auf den Namen „Kux Noctis“. Nach gut einem Jahr ist die Truppe wieder zurück und hat das neuste Machwerk aus dem Feuer geholt, welches mit „Porta Obscura“ betitelt wurde und am 28.11.08 via Massacre Records erscheinen wird. Sicher viele Parallelen zu Nightwish, vor allem zu den Frühwerken der finnischen Formation sind vorhanden. Wer also auf die Erstlingswerke von Nightwish steht wird hier vollends begeistert sein. Jedoch glänzt diese Truppe mit viel Eigenpotential, na dann mal rein und genauer hingehört.

Das Intro welches das Machwerk einläutet nennt sich „Prologue“ und dies klingt sehr heroisch mit Gewittersound und orchestralen Arrangements. „Exitus“ ballert dann recht speedig im Anschluss aus den Boxen. Herrliche flotte und opernhafte Klänge mit vielen Sopranogesängen stehen hier an der Tagesordnung. Was vor allem sauber rüberkommt sind eben diese Gesänge, die im Duettgesang abgeliefert werden. Gut ist auch das einem die Gesänge nicht gleich auf den Senkel gehen, wie es bei so manchen Szenekollegen es der Fall ist. Zusätzlich ist von Kitschfaktor überhaupt keine Spur, dafür sorgt die Rhythmusfraktion die ordentlich dahin schrettert. Viel Abwechslung wird dennoch geboten und so driften sie an und ab immer wieder in eine beschaulichere Ecke. Weiter geht es auch schon mit „Fallen“. Mit einem verträumten Klavierspiel wird hier eröffnet, danach geht man es wieder ordentlich flott an, wenn auch um Ecken verhaltener als beim Vorgängerstück. Vor allem die moderne Verzerrung die hier öfters im Vocalbereich durchblickt macht das Ganze recht originell. So versuchen die Herrschaften alles um nicht als billiger Nightwishklon abgetan zu werden und dies ist ihnen meiner Meinung nach auch gelungen. Man wechselt auch hier öfters in eine lieblich Ecke, aber der Großteil des Songs besteht aus flotten, melodischen, als auch rauern Soundstrukturen die gut aufeinander abgestimmt wurden. Zackiger und um Ecken härter dröhnt nun „In Silence“ aus den Boxen. Dass man hier sicher nicht einen auf ultrahart macht, dafür sorgen die beiden Singvögelchen, die uns mit süßen Gesängen die Ohren verwöhnen. Vor allem haben die beiden Damen ein sehr gutes Organ und können mit Sicherheit einer gewissen Tara Turunen das Wasser reichen. Nach den sehr speedigen Vorgängern, geht es nun bei „Beauty in Black“ etwas verhaltener zu. Um Ecken grooviger und wahrscheinlich mehr zum Abtanzen ist dieser Track gedacht. So macht dieses Midtempostück recht viel Fun. Die gesunde Portion Härte liefert uns hier wieder der Seitenhexer, der mit seinem tiefer getrimmten Instrument, einige infernal, harte Riffs und Breaks kredenzt. Sehr rau und mit einer gehörigen Portion Härte wird nun bei „Cast My Spell“ weiter gewerkelt. Doch auch die Melodiestrukturen kommen hier zum Einsatz, auch wenn man etwas härter klingt als man es bisher von der Truppe gewohnt war. Fakt die Melodien sind zwar öfters, dafür aber dezenter eingearbeitet, dadurch klingt man etwas komplexer. Nach dem etwas härteren Ausflug besinnt man sich bei „In Your Hands“ auf liebliche und verträumte Trademarks. Viel orchestrales Spiel wird hier mit lieblichen Melodien vermengt und so ist eine nette Ballade entstanden, die viel Freiraum für Fantasien frei lässt. Genug geträumt denn mit „Mein Herz“ ballern die Herrschaften wieder auf die Zwölf und schöpfen aus den Vollen. Viele schnellere Beats, mit rauen Strukturen stehen hier wieder im Vordergrund, welche durch die lieblichen Stimmen der beiden Ladies aufgewertet werden. „Am Kreuz“ beginnt sehr orchestral und heroisch zugleich. Gute Groovenummer mit vielen Bombastelementen die ausgewogen eingefädelt wurden. Weiters sind einige Melancholische Momente eingebaut worden, die das Ganze etwas farbenbunter erscheinen lassen. Ein zusätzlicher Bonus ist der sehr folkige Mittelteil, der mit viel Polkarhythmus aufwartet. Kantiger und schärfer ist nun „Der Vierte Reiter“ ausgefallen. Doch nur messerscharf bleibt man beileibe nicht, an und ab begeben sich die German Opern Metaller wieder in die liebliche Ecke und vor allem hier versprüht man viel Keltisches Flair, der durch den Einsatz von mittelalterlichen Instrumenten erreicht wurde. „Strahlendster Erster“ gleitet von Beginn an in die Medivalrichtung. Mit vielen Wechseln wartet man hier auf. Einmal in härtere Gefilde durch die Rhythmusfraktion und dann wieder in die folkige Ecke um etwas länger dort zu verweilen. Zusätzlich haben Coronatus noch zwei Bonustracks auf die Scheibe zum Schluss gepackt. Der erste davon ist „Flos Obscura“, eine sehr orchestrale Gothic Rocknummer, mit vielen bombastischen Elementen angereichert haben sie hier geschaffen. Der letzte Track auf dieser Scheibe ist nun „Volles Leben“. Hier hat man fast gänzlich auf die Frauengesänge verzichtet und diese kommen nur leicht im Hintergrund zum Einsatz. So ist dieser Herr, der hier die Vocals beigesteuert hat eine weitere Bereicherung und durch die sehr melancholische Ausrichtung hat man eher einen sehr tiefgründigen Gothic Rocktrack geschaffen, der an und ab mit einigen elektronischen Arrangements angereichert wurd.

Fazit: Man erfindet das Rad mit Sicherheit nicht neu, dessen sind sich sicher auch die Mitglieder dieser Truppe bewusst. Dennoch haben die Herrschaften absolute Daseinsberechtigung und wer mit alten Nightwish Alben was anfangen konnte, der wird auch hier viel für sich entdecken. Für meinen Teil kacke ich ordentlich auf die Unkenrufe Nightwishklon, denn diese Truppe weiß zu gefallen und betreibt keine Resteverwertung.

Tracklist:

01. Prologue
02. Exitus
03. Fallen
04. In Silence
05. Beauty in Black
06. Cast My Spell
07. In Your Hands
08. Mein Herz
09. Am Kreuz
10. Der Vierte Reiter
11. Strahlendster Erster
12. Flos Obscura (bonus)
13. Volles Leben (bonus)

Besetzung:

Carmen R. Schäfer (voc)
Ada Flechtner (voc)
Jo Lang (guit)
Chriz DiAnno (bass)
Mats Kurth (drums)
Fabian Merkt (keys)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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