Cradle Of Filth – Cryptoriana (The Seductiveness Of Decay)

Band: Cradle Of Filth
Titel: Cryptoriana – The Seductiveness Of decay
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 22.09.2017
Genre: Dark/Black Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Lex

cradle-of-filth-Cryptoriana-The-Seductiveness-Of-Decay-album-artworkDie vampirischen Briten waren Ende der 90er und Anfang der 2000er dank ihrer ganz eigenen Gothic/Splatter-Ästhetik sowohl DIE Band, um als Jugendlicher Eltern wie musikalisch ungebildete Altersgenossen gleichermaßen zu schocken, als auch DAS Beispiel für den ewig befürchteten „Ausverkauf“ des Black Metal.

Die Mehrzahl der damaligen „wahren“ Blackies haben sich in der Zwischenzeit samt krakeliger Logos und Pandabären-Kriegsbemalung in eine geregelte Lebensweise als Sozialarbeiter oder Bankbeamter zurückgezogen. Auch die Legionen mindertalentierter Nachahmer, die mit ihren Schöne-und-das-Biest-Duetten und alles zukleisternden Keyboards an den Erfolg der Briten anknüpfen wollten, wurden längst – durchbohrt vom Pfahl der Zeit – zu einem Dasein als Asche verdammt.

Aber die Briten sind noch da, und auch wenn bei weitem nicht jedes Experiment seit dem ewigen Bollwerk „Midian“ gelungen war – die wohl metallischsten aller Vampire sind immer noch ungebrochen aktiv, und unbestreitbar eine der wenigen Neunzigerjahre-Bands, die sich tief in das metallische wie auch das allgemeine Kollektivgedächtnis eingebrannt haben.

Nach über 25jährigem Bestehen erwartet man von einer Band nicht mehr unbedingt großartige Innovationen, sondern freut sich über jedes regelmäßige Erscheinen neuen Songmaterials, das die gesteckten Erwartungen erfüllt ohne sich selbst zu kopieren. Das schaffen „Cradle Of Filth“ auf jeden Fall, wie meiner Ansicht nach „Vengeful Spirit“ und „Death And The Maiden“ eindrucksvoll beweisen. Freilich – nostalgische Verzerrung hin oder her – die gute alte „Midian“ bleibt zweifellos unübertroffen und es gibt absolut nichts, was anno 2017 einem „Cthulhu Dawn“, einem „Lord Abortion“ oder einem „Her Ghost In The Fog“ standhalten könnte. Das ist schließlich gewissermaßen Dani Filths „Seventh Son…“-Album, nur dass hier auch eine Maiden-Referenz gefallen ist.

Aber „Cradle Of Filth“ bestechen einmal mehr ohne Ausrutscher als das gotisch-grausige viktorianische Gesamtkunstwerk, das sie nun einmal sind, und laben sich zurecht am Blut ihrer zuschanden gemachten Kritiker, die noch vor 15 Jahren zu Unrecht gespottet haben.

Tracklist:

01. Exquisite Torments Await
02. Heartbreak And Seance
03. Achingly Beautiful
04. Wester Vespertine
05. The Seductiveness Of Decay
06. Vengeful Spirit
07. You Will Know The Lion By His Claw
08. Death And The Maiden

Besetzung:

Dani Filth (Vocals)
Richard Shaw (Guitar)
Ashok (Guitar)
Daniel Firth (Bass)
Lindsay Schoolcraft (Keyboard)
Martin Škaroupa (Drums)

Internet:

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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