Band: Heathen Foray
Titel: Armored Bards
Label: Black Bards / Alive
VÖ: 2010
Genre: Melodic Viking Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Endlich nach gut einem Jahr sind die steirischen Wikinger Heathen Foray und legen mit „Armored Bards“ Zweitwerk nach. Bereits mit „The Passage“ konnte man viel Achtungserfolg einheimsen. Viel Festivals als auch einige Konzerte konnte man bestens nutzten um sich in kürzester Zeit einen Namen zu erspielen. Somit haben sich die Jungs seit ihrem Einstieg bei Black Bards Entertainment an die Speerspitze in Sachen Pagan Metal MADE IN AUSTRIA gespielt. Robert Schroll (voc),
Jürgen Brüder (guit), Bernd Zahn (guit), Markus Wildinger (bass) und Franz Löchinger (drums) bleiben auch auf dem neuen Output ihren Grundprinzipien treu. Krach mit nordischem Einschlag und dennoch konnten die sympathischen Steirer noch einen drauf legen. In Sachen Tempo hat man noch etwas mehr in die Trickkiste gegriffen und so knallt man uns 11 explodierende Granaten vor den Bug, die binnen Sekunden alles in Schutt und Asche legen. Rauer aber auch eisiger kommt man ebenfalls rüber, wer also Gedudel sucht findet es überall anders nur nicht bei den Steirern. Füllt die Methörner, es geht auf zur nächsten Schlacht mit den Kernölwikingern.

Mit viel Feuer unterm Hinter legt man als Opening mit dem Titelstück „Armored Bards“ einen ganzen Urwald in Schutt und Asche. Bretterndes Härtestück mit leicht verdaulichen Melodieunterbrechungen. Fest wird dabei das Gaspedal gedrückt und man startet von Null auf Hundert komplett durch. Dabei dienen die Melodieeinlagen bestens zur Abrundung des ansonsten doch eher schroffen Bretterspiels.

Hymnisch und mit leichtem heroischen Pathos wird nun der Anfang bei „The Blight“ gemacht. Kraftstrotzender Gewaltbrocken. Die Melodien sind merklich nach hinten gerückt worden und werden auch weniger oft nach vorne befördert. Vielmehr baut man eher schroffe, eisige, stampfende Härte. Das Tempo lässt man immer mehr Anlaufen, dennoch wird es zu keinem Zeitpunkt so speedig wie beim Opener.

Einen leichten folkloristischen Anfang gönnt man uns zu Beginn von „Bifrost“. Wird wohl vor allem die Ensiferum & Co Fraktion sehr erfreuen. Dennoch wissen die Steirer Krieger wie man es richtig geht und man dem Hörer nicht gleich mit Gedudel auf den Senkel geht. Nach der etwas längeren Einführung werden nämlich wieder rauere Bahnen eingeschlagen. Auch die raue – eisige Härte steht vermehrt im Vordergrund. Die Geschwindigkeit ist dem Vorgänger nicht unähnlich, doch als Ablöse bedient man sich einer etwas heroisch wirkenden Rhythmik.

Noch um einen Tick mehr in die musikalische Heldensagenecke drängt man mit „Ascension“. Zumindest baut man als Start sehr stark darauf. Hymnische Melodieläufe gibt es dabei genügend und genau solche Klänge liebt der Freizeitwikinger an Bands aus diesem Genre. Sehr tiefgründig und schwarz eingefärbt ist schlussendlich aber alles ausgefallen und so kann von heroischem Kitsch überhaupt nicht die Rede sein. Gut hat man das Stück sehr wechselhaft auch was das Soundgefühl betrifft eingespielt, so kommen nicht nur harsche Klänge zum Zuge, nein auch etwas besinnlich stimmende Klänge gibt man oftmals genügend Spielraum sich zu entfalten.

Mit rotierender Rhythmik schiebt man auch schon „Messenger of God“ nach. Eine Nackenbrechernummer zu der man komplett durchdrehen kann. Schroffe Linien bilden bei diesem Song die dicke, rote Linie mit der man uns durchs Stück zieht. Die Ausläufer wurden mit gekonnten, sehr schönen Melodielinien versehen, bevor man erneut die Pferde sattelt und zum nächsten Gemetzel aufbricht.

Vermehrt wieder im hymnischeren Gewässer gelangt man mit „Endless Sorrow“ zurück. Sehr leicht, beschwingender Track, welcher aber nicht etwa von einer zu heroischen Spielweise geprägt ist. Vielmehr kommt das Stück leidender, als auch tiefsinniger rüber. Gute Kombination, welche die ausgewogen Mischung die das Grundkonzept sehr gut erweitert.

Sehr verspielt zeigt man sich zur Einleitung von „A Brother’s Tale“. Kommt zwar klarer – flockiger daher, doch schon wird erneut der Wald in Brand gesetzt. Die wilde Horde holt hier zum erneuten Rundumschlag aus. Sehr geleichberechtig hat man die bretternde Härte und die Melodiebeigaben ausgerichtet.

„Walls of Vienna“ hat man als Start mit einem sehr doomig – old schooligen Spielanfang zu Recht geschmiedet. Auch die Weiterführung ist etwas zäher, aber auch leicht orientalisch angehaucht. Gute geschichtliche Vertonung, bei der man die Belagerung von Wien sehr gut wieder spiegelt. So macht österreichische Zeitgeschichte mal richtig Spaß. Vor allem die ständigen Wechsel zwischen eisig und wieder leicht melo – orientalisch sind einfach göttlich anzuhören.

Dass man mit „Hopfen & Malz“ einen Sauf Song diesmal dabei hat verrät nicht nur der Titel bzw. die Lyriks. Nein auch vom Rhythmus ballert das Quintett im beachtlichen Humpagrundsound daher. Also hoch die Methörner mit was sie auch immer gefüllt sein mögen, auf die Tische gesprungen und gefeiert bis zum nächsten Morgengrauen. Dieser Song ist für jede Wikingerparty ein absolutes MUSS!!!

Nach so viel Partystimmung lenkt man als Beendigung mit „Carthage’s End“ sogleich in eine andere Richtung. Ein amtlicher, melodischer Krachbolzen macht das Schlusslicht. Dabei verwendet man herzergreifende Melodie und reicherte diese mit purer, schroffer Härte an. Dennoch überwiegt weites gehend der Melodic Anteil. Macht aber nichts denn in dieser Kombination macht das Stück sehr viel Spaß und dient noch einmal zum kompletten, alles vollendenden Abgehen.

Fazit: Heathen Foray legen nach ihrem tollen Debüt noch einen drauf. Freunde des Pagan sind aufgefordert sich dieses Teil rein zu ziehen und dabei so manches Met Fläschchen zu vernichten. Wetzt die Schwerter und macht euch bereit, denn es geht zu einer neuen Schlacht mit den steirischen Wikingern.

Tracklist:

01. Armored Bards
02. The Blight
03. Bifrost
04. Ascension
05. Messenger of God
06. Endless Sorrow
07. A Brother’s Tale
08. Walls of Vienna
09. Hopfen & Malz
10. Carthage’s End

Besetzung:

Robert Schroll (voc)
Jürgen Brüder (guit)
Bernd Zahn (guit)
Markus Wildinger (bass)
Franz Löchinger (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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