KYTERION – Inferni I

Written by Robert. Posted in CD-Berichte, K

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Published on Dezember 13, 2016 with No Comments

Band: KYTERION
Titel: Inferni I
Label: Subsound Records
VÖ: 24.06.16
Genre: Black Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

KYTERION - Inferni I album artworkAlso die italienischen Black Metaller von Kyterion scheinen sich gerne mit Sprachen zu beschäftigen. Wie man auf die Idee kommt die Songs in der Vernakularsprache von Italien aus dem 13. Jahrhundert zu singen weiß ich nicht, wird wirklich von den Blackstern gemacht. Kurz erläutert: Der Begriff geht zurück auf das christliche Konzept der tres linguae sacrae Hebräisch, Griechisch und Lateinisch, durch welches das Lateinische im Mittelalter und darüber hinaus den Rang der normierten Schriftsprache erhielt. Die jeweiligen Landes- und Nationalsprachen, als lingua vernacula, lingua vulgaris, lingua barbara oder barbarica, lingua rustica bezeichnet, wurden durch das Konzept der „drei heiligen Sprachen“ bis in die Frühe Neuzeit hinein als Literatursprachen unterdrückt oder behindert, da sie als minderwertig galten (Info Wikipedia). Also von heilig weit entfernt, aber passt meiner Meinung nach aufgrund des diabolischen Konzepts durchaus gut. Man biedert sich nicht an irgendwie auf den norwegischen Raum zu drücken. Viele symphonische und melodische Bögen, lassen dieses italienische Konzept wesentlich verschönert klingen. Keine Angst, die Truppe ist nicht die massentaugliche, italienische Variante von Dimmu Borgir, auch wenn gewisse Parallelen zu erkennen sind.

Eigenständigkeit wird bei den Italo Black Metallern sehr groß geschrieben und das Konzept aus der Sprache und dem diabolischen Klang ist außerordentlich harmonisch und steht für viel Ideenreichtum der Jungs. Die geschaffene, bedrohliche Stimmung und die mörderischen Black Metal Blast-Beats werden stets von einer Vielzahl von gelungenen Melodienmischung erweitert. Ebenfalls vor Arrangements und Bläsern der dezenten Art und Weise nimmt man nicht Abstand, sondern baut diese ausgezeichnet spitzfindig in den Sound ein. Die äußerlich betrachtet mehrheitlich auf schnellen Blast-Beats gebettete Gitarrenarbeit ist maximal durchkonstruiert und wechselt approximativ im Sekundentakt zwischen durchgehend ebenso brillanten wie komplexen Ideen. Die Vermischung, sagen wir es so die Bandeigene Umsetzung ist einfach gekonnt.

Dabei hinkt außerdem die Produktion nicht nach und mit viel Druck wird der fein ausgeklügelte Black Metal in all seinen Variationen bestens dargeboten. Teils garstig, teils wieder ausnehmend harmonisch wird ein tolles Wechselkonzept zum Besten gegeben. Die Italiener unterstreichen dadurch, dass es genauso saustarke Bands aus dem Land der Pasta und Pizza gibt. Dabei klingen die Vibes und Beats leidenschaftlich lecker und aufgrund der Lyrik vertieft man sich richtiggehend in das Konzept des Albums. Somit ein abgöttisch fesselnder Faktor.

Fazit: Kyterion ist hier ein gnadenloses Debütwerk erbarmungslosester Musik gelungen, die ihresgleichen sucht. Feine Melodien, gute Arrangements und eine satte, bretternde Black Metal Rhythmik fesseln hier gekonnt.

Tracklist:

01. L’etterno dolore 01:16
02. Tra la perduta gente 03:30
03. L’Acheronte 00:24
04. Caron dimonio 05:08
05. Limbo 03:37
06. La selva de’ suicidi 00:54
07. Le brutte arpie 03:38
08. Gerione 02:51
09. Faticoso manto 04:26
10. Lo ‘mperador del doloroso regno 03:46

Internet:

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About Robert

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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