Band: Lacuna Coil
Titel: Shallow Life
Label: Century Media Records
VÖ: 2009
Genre: Alternative Rock
Bewertung: 4,5/5
Written By: Robert

Auf das neuste Machwerk von den Italienern Lacuna Coil hat die Szene wohl schon sehnsüchtigst gewartet. Die Senkrechtstarter aus dem Land des Stielfels haben in der Vergangenheit für so manchen Klassiker gesorgt. Live als auch auf Cd hat man stets die Linie treu weiter verfolgt und dennoch konnte man immer wieder einen drauf setzen und kleinere, neuere Akzente setzen. Nun ist es endlich soweit am 17.04.09 wird das Album „Shallow Live“ via Century Media in den Regalen stehen und die Fans können sich schon auf einiges gefasst machen. Cristina Scabbia (voc), Andrea Ferro (voc), Marco Coti Zelati (bass), Cristiano Migliore (guit), CriZ (drums) und Maus (guit) haben auch 2009 wieder beachtliches, tanzbares Modern Rockfutter für uns parat, welches keine Makel übrig lässt.

Mit lieblichen Chorvocals, die an einen Kinderchor erinnern startet Track Nummero, welcher sich „Survive“ nennt. Im typischen Lacuna Coil Rocksound dröhnt die Nummer recht dreckig aus den Boxen und man kommt nicht drum herum das Tanzbein zu schwingen und ordentlich abzurocken. Genau für solche Hits sind die Italiener bekannt und auch diesmal bekommen wir wieder genau dass geliefert für das wir die Mannschaft lieben. Vor allem die recht druckvollen Passagen wo man druckvoll aus allen Rohren schießt laden zum Bangen, bevor man wieder etwas zum Abshaken bekommt. Abwechslung pur wird hier wieder geboten und das im modernen Rockstil, der nicht irgendwie abgelutscht klingt. „I Won’t Tell You“ startet zwar ebenfalls verhalten, aber gleich wird unvermindert wieder druckvollen weiter gezockt was die Instrumente her geben. Hier handelt es sich um ein Wechselstück zwischen dreckigen, modernen Elementen und lieblichen Ausreißern. Vor allem bei den druckvollen Passagen galoppiert die Truppe recht hart daher. Zwar versuchen die Herrschaften so manche Spielerei aus, aber im gesamtem bleibt man der Linie die man bis dato seit der Gründung verfolgt hat treu. „Not Enough“ ist nun für mich eher untypisch, zumindest der Anfang tendiert eher in die skandinavische Richtung und zwar zu Bands wo ebenfalls Frauen den Gesang dominieren. Den eingeschlagenen Weg behält die Formation auch bei, auch wenn man die eigenen Elemente immer wieder dominierender durchblicken lässt. Doch im Großen und Ganzen könnte man, wenn man es nicht genauer wüsste auf so manchen anderen Szenekollegen tippen und würde dann erstaunt feststellen dass es sich hier sehr wohl um Lacuna Coil handelt. „I’m Not Afraid“ ist nun wieder gewohntes Kraftfutter aus dem Hause der Herrschaften. Erdiges und rotzfreches Gitarrenspiel dienen hier als Eröffnung. Die Seitenfraktion verfolgt auch weiterhin diesen Weg auch wenn man hier etwas stampfender werkelt. Richtig schön zum Abshaken hat man hier den Rhythmus ausgerichtet, auch wenn der Härtegrad des Öfteren von den Gitarristen ausgereizt wird. Doch das Duo besänftigt die Kollegen wohl immer wieder mit dem Gesang. Recht radiotauglich schiebt man nun „I Like It“. Moderne Rotzrock Elemente bläst uns die Formation hier um die Ohren, welche mit einigen kürzeren Echoparts angereichert wurden wo Christinas Gesang dominierender wirk. Es ist bei dieser Formation immer recht witzig wie die Frontdame ihren männlichen Kollegen immer wieder das Zepter entreißt. Genau diese Wechselparts haben die Herrschaften bekannt und beliebt gemacht. Auch auf dem neuesten Output bekommen wir wieder dieses Spiel geboten und das hat man genauso gemacht das hier zwar altbewährtes zum Einsatz kommt, aber man kann immer wieder bzw. erstaunlicher Weise einige Scheite draufsetzen. Dadurch kann hier wohl niemand sagen „Ach das haben wir doch von dieser Truppe doch schon 1000 mal gehört“. „Underdog“ knüpft hier genau an die Ansage an, denn hier bekommen wir zwar bekannte Rhythmen geboten, diese klingen aber durch so manche neuere Spielerei so herzlich – erfrischend das der Lacuna Coil Maniac Freudensprünge machen wird. Deutlich moderner zeigt man sich hier bei etlichen Passagen, bevor die Rhythmusfraktion dreckig und im besten Metal Stil durch die Boxen dröhnt. Superbes Wechselspiel zwischen Tradition und moderner Härte. „The Pain“ startet mit einer sehr düsteren Bombastschlagseite. Hier dominieren eindeutig mehr die moderneren Elemente und dies wird hier etwas verhaltener durchgeführt. Zwar wurde das Tempo deutlich gedrosselt und dennoch klingt hier nichts lieblich, eher anklagend und traurig, was des Öfteren den Melancholiefaktor nach oben schnellen lässt. Eine Klare Gitarreneröffnung, welche in eine recht rotzige, erdige Punkausrichtung mündet wird uns zu Beginn von „Spellbound“ geboten. Diese wird aber nicht lange weiter verfolgt und nach etwa einer Minute bekommen wir bekannte Rhythmen aus dem Hause Lacuna Coil geboten. Bei „Wide Awake“ man mit einer sehr symphonischen Breitseite für uns auf, welche mit einer klassischen Klavieruntermalung erweitert wird. Sanfte balladeske Soundklänge schallen hier aus den Boxen und das Tüpfelchen auf dem I ist der sanfte Gesang von Mrs. Scabbia. „The Maze“ erschallt mit einem recht orientalischen Gesangchor der hübschen Italienerin und im Anschluss gibt es rotzfreches Modern Rockkraftfutter mit einer erdigen Schlagseite. Man wechselt des Öfteren in kürzere Zwischenhalte, danach dröhnt aber wieder der Hammer mäßige Rotzsound in einer rauen Manier aus den Boxen das einem Hören und Sehen vergeht. „Unchained“ ist nun zwar etwas klarer ausgerichtet und dennoch man bleibt in den rauen Gefilden, auch wenn man diese deutlich mehr in den Hintergrund getan hat. Die Truppe schippert hier im Wechsel zwischen langsameren, längeren Zwischenhalten und flotteren Ausreißern. Recht ausgewogen hat man beiden Ausrichtungen Platz verschafft. Das gleichnamige Titelstück „Shallow Life“ hat man ans Ende gestellt und beginnt sehr ungewohnt. Verzerrte Chorlastige Vocals werden von einem klassischen Klavierstück begleitet. Im Anschluss gibt es was für Liebhaber von symphonischen Rockstücken mit einem modernen Soundgewand. Tolle Streicherarrangements wehen hier durch den Gehörgang und lassen einen nicht unbeeindruckt da sitzen. Somit beschließt man ein weiteres beachtliches Machwerk und eines ist so sicher wie das Amen im Gebet, man wird hier wieder für viel Furore sorgen.

Fazit: Lacuna Coil in Reinkultur. Nun ja bis zu einem gewissen Grad sicher. „Shallow Life“ ist eine natürliche Metamorphose der Band verschiedenste musikalische Bereiche werden berührt und dennoch wird der eigenen Stil bewahrt. Wer die Italiener bis dato verehrt hat wird das auch weiter tun und muss das Teil haben. Dieser Fan kann blind zugreifen und wird nicht enttäuscht werden.

Tracklist:

01. Survive (3:34)
02. I Won’t Tell You (3:47)
03. Not Enough (3:40)
04. I’m Not Afraid (3:22)
05. I Like It (3:42)
06. Underdog (3:40)
07. The Pain (4:00)
08. Spellbound (3:21)
09. Wide Awake (3:51)
10. The Maze (3:38)
11. Unchained (3:22)
12. Shallow Life (4:00)

Besetzung:

Cristina Scabbia (voc)
Andrea Ferro (voc)
Marco Coti Zelati (bass)
Cristiano Migliore (guit)
CriZ (drums)
Maus (guit)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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