LONE WANDERER – Exequiae

cover artwork LONE WANDERER Exequiae

Band: LONE WANDERER 🇩🇪
Titel: Exequiae
Label: High Roller Records
VÖ: 30/01/26
Genre: Funeral Doom Metal

Tracklist

01. To Rest Eternally
02. Existence Nullified
03. Life’s Lost Vanity
04. Anhedonia
05. Epistemology Of The Passed

Besetzung

Bruno Schotten – Guitars, Vocals
Jakob Zeblin – Drums
Simon Brooker – Bass
Jonas Weber – Guitars

Bewertung:

4,5/5

Die deutsche Funeral Doom Metal Band LONE WANDERER kehrt mit einem neuen Album zurück. „Exequiae„, eine neue Erkundung in die tiefsten Abgründe existenzieller Angst und Tod, trostlose Emotionen und trauernde Atmosphäre – eine neue introspektive und apokalyptische musikalische Erfahrung.

Überwältigende Atmosphäre in kraftvoller Melodie

Melodisch, langsam und zermalmend, geladen mit einem schmerzerfüllten Gefühl – so eröffnet „To Rest Eternally“ das Album. Mit schleppenden Vocals, langen tiefen Growls, verhallend, einer Lead-Gitarre, die eine traurige Melodie webt – typischer Funeral Doom Sound und ein guter für das Genre. Der Eröffnungssong ist über zwanzig Minuten lange zermalmende Musik, die selbst das kälteste Herz mit deprimierender und verstörender Atmosphäre bewegen wird. Durch Wechsel in melodischer Linie und Tempo bieten sie keine Erleichterung, sondern noch mehr Traurigkeit und Verzweiflung. Die akustischen Gitarren und spärlichen Drums mit fast geflüsterten Vocals unterstreichen das ganze Gefühl. Ein wunderschönes Beispiel, wie diese Art Musik gemacht werden sollte – die Schwere und erdrückende Feeling ausgedrückt durch langsame, melodische Akkorde, aber mit einem Sinn für Verlust und Schmerz. Eine absolut überwältigende Atmosphäre in einem kraftvollen, aber melodischen Song und ein klarer Höhepunkt.

LONE WANDERER kommen aus Freiburg im Breisgau, aktiv seit 2014. Die Gründungsmitglieder Bruno Schotten an Gitarren und Vocals, Jakob Zeblin an Drums und Simon Brooker am Bass sind als Kernmitglieder in der Band, aber auch ein bereits etabliertes Mitglied ist Jonas Weber an Gitarren. Wie sie sich stolz präsentieren: „Lone Wanderer hails from Germany and plays funeral doom metal exclusively.“ Und das machen sie sehr gut.

Ein viel dichterer Sound kommt in „Existence Nullified“ mit komplexerer Komposition – schwere Gitarrenakkorde und langsame Vocals kreieren viel emotionale Last. Nicht sehr melodisch, das schmerzerfüllte Gefühl ist aber allgegenwärtig. Repetitive Akkorde kreieren eine hypnotische Atmosphäre, und die Musik selbst fügt viel hoffnungslose Stimmung hinzu. Langsam brennende Akkorde und eine jammernde Lead-Gitarre machen den Sound lethargisch, trostlos, aber auch fragil und introspektiv. Ein typischer Song im Genre, aber ein beeindruckender.

Klare Produktion füllt Raum mit Dichte

Die Produktion ist sehr klar und ausbalanciert, bringt genau die gewünschte Atmosphäre in Sound. Auch wenn es fast nichts anderes gibt als Gitarren und Vocals, wird die Rhythmussektion bewusst hinten gehalten, und das funktioniert sehr gut mit der Musik von LONE WANDERER. Die Gitarren, ergänzt mit den tiefen, distanzierten Vocals, kreieren Musik sowie Atmosphäre, und diese drei füllen den Raum mit dichtem Sound und viel Atmosphäre.

Mehr Dynamik bringt „Life’s Lost Vanity„, aber das bedeutet keineswegs einen schnellen Song, nur präsentere Drums und Bass. Ansonsten kommt der Song mit denselben traurigen Akkorden, die uns von Anfang an begleiten, mit schleppenden Rhythmus, einer endlos verhallenden Lead-Gitarre, die die ganze Atmosphäre unterstreicht.

Nicht viel ändert sich im Gesamtansatz in „Anhedonia„. Ein Song, getrieben vom Kontrast zwischen den zwei Gitarren – eine heruntergestimmte und verhallte Rhythmusgitarre und die Lead, die langsam, aber melodisch, auch verhallt und fast delikat bleibt. Beide verbleiben in feierlicher Musik, der vereinte Effekt kreiert ein Trance-artiges Gefühl. Diese Spannung, die durch die Gitarren gemacht wird, wird unterstrichen durch die surrealen Vocals, das distanzierte langsame Knurren, fast gesprochene Stimme fügt einen verblassenden Effekt hinzu. Die gesprochene Passage fügt mehr theatralisches Erscheinen und mehr Drama hinzu. Zermalmende, verstörende Musik, ein Höhepunkt.

Einige sehr klare Riffs und ein aggressiverer Start in „Epistemology Of The Passed„, sicher im selben kriechenden Tempo, etwas minimalistischer und mehr Dissonanz, das sind nur Ausnahmen im Meer von Traurigkeit. Auch hier keine Katharsis zu erwarten, nur derselbe Sound, der den Hörer noch tiefer zieht, hinab in den Abgrund.

Siebzig Minuten zermalmende Depression

Ein Album, das keinen Moment von Freude oder positive Stimmung bietet, nur zermalmende, deprimierende Akkorde, und so muss es sein. Niemand sollte die Erfahrung, ein Funeral Doom Album zu hören, glücklich verlassen, und LONE WANDERER schaffen es, dieses Gefühl in einem Album zu kreieren und zu halten, das über siebzig Minuten weiter zermalmt. Keine einfache Atmosphäre, die Musik hat aber den Touch von Melodie und Schwere, dass, auch wenn die Akkorde repetitiv sind, die Musik nie langweilig oder uninteressant ist.

Ein gutes Album im Genre und insgesamt als Metal-Musik. Kein freudiges Hörerlebnis – tatsächlich das Gegenteil: erdrückend und eisig. Das Album hat aber Tiefe, und das macht es zu einem großen Replay-Wert. Ein guter musikalischer Begleiter für jeden in Momenten von Traurigkeit oder um einen emotionalen Moment zu erleichtern, eine Musik, die noch mehr mit jedem neuen Hören beeindruckt. Ein Album, das innere Trauer und existenzielle Verzweiflung offenlegt, aber ein sehr gutes Album.

Fazit: „Exequiae“ von LONE WANDERER erkundet existenzielle Angst und Tod durch melancholische Melodien und schmerzerfüllte Atmosphäre – erdrückend gut

Internet

LONE WANDERER - Exequiae

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