CORONATUS – Dreadful Waters

CORONATUS - Dreadful Waters - album cover

Band: CORONATUS 🇩🇪
Titel: Dreadful Waters
Label: Massacre Records
VÖ: 23/01/26
Genre: Symphonic/Folk Metal

Tracklist

01. The Maelstrom
02. Through The Brightest Blue
03. To The Reef!
04. The Ship’s Cook
05. Southern Cross
06. The Siren
07. A Seaman’s Yarn
08. Dark Ice
09. Die Hexe und der Teufel

 

Besetzung

Leni Eitrich – Mezzo-soprano
Sabine Prechtel – Mezzo-soprano
Nemesis aka Brigitte Kaefer – Rock voice
Tine Jülich – Violin
Harry Zeidler – Guitars
Simon Gutbrod – Bass
Mats Kurth – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

CORONATUS gehören seit Jahren zu den eigenwilligeren Stimmen im Symphonic- und Folk-Metal-Umfeld. Die Band setzt nicht auf Bombast um jeden Preis, sondern auf Atmosphäre, erzählerische Songs und einen ausgeprägten Hang zu maritimen Motiven. Auf »Dreadful Waters« trifft ein ungewöhnlich breites vokales Spektrum auf klassische Metal-Instrumentierung, Violine und folkige Farben. Das Line-up liest sich entsprechend vielstimmig: Leni Eitrich und Sabine Prechtel am Mezzosopran, Nemesis alias Brigitte Kaefer mit markanter Rockstimme, dazu Tine Jülich an der Violine, Harry Zeidler an den Gitarren, Simon Gutbrod am Bass und Mats Kurth am Schlagzeug.

Zwischen Sturmromantik und Seemannsgarn

Der Albumtitel »Dreadful Waters« ist Programm. CORONATUS zeichnen ein Bild von rauer See, alten Legenden und menschlichen Grenzerfahrungen. Das funktioniert weniger über plakative Effekte, sondern über eine dichte Grundstimmung. Die Produktion bleibt klar, manchmal fast zurückhaltend, was den Songs Luft lässt. Wer einen durchgehend wuchtigen Symphonic-Metal-Brocken erwartet, liegt hier daneben. Stattdessen entfaltet sich das Album eher wie ein erzählender Roman mit wechselnden Kapiteln.

Drei Stimmen, viele Gesichter

Das Herzstück der Platte sind ohne Zweifel die drei Sängerinnen. Die beiden Mezzosoprane ergänzen sich gut, mal klassisch getragen, mal folkig gefärbt. Nemesis bringt mit ihrer Rockstimme eine raue Kante hinein, die angelegentlich in den härteren Passagen gebraucht wird. Nicht jeder Wechsel sitzt perfekt, gelegentlich wirken die Übergänge etwas konstruiert. Trotzdem entsteht ein spannendes Wechselspiel, das dem Album Charakter gibt und es von vielen Genre-Kollegen abhebt.

Instrumente mit viel Raum

Gitarren, Bass und Schlagzeug liefern eine solide Basis, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Harry Zeidlers Riffs bleiben meist melodisch, selten aggressiv, was gut zum erzählerischen Ansatz passt. Mats Kurth spielt kontrolliert und songdienlich, vermeidet überflüssige Ausbrüche. Besonders positiv fällt die Violine von Tine Jülich auf. Sie ist nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern oft tragendes Element, etwa wenn sie Seefahrerromantik oder unterschwellige Bedrohung transportiert.

Die Reise beginnt

Der Opener »The Maelstrom« zieht den Hörer direkt in den Strudel. Düster, langsam aufbauend, mit einem Gefühl von drohender Gefahr. »Through The Brightest Blue« wirkt danach approximativ versöhnlich und zeigt die melodische Stärke der Band. »To The Reef!« bringt erstmals mehr Tempo, bleibt im Kontrast hierzu kontrolliert und verzichtet auf reinen Power-Metal-Überschwang.

Geschichten aus der Kombüse

Mit »The Ship’s Cook« und »A Seaman’s Yarn« schlägt das Album eine erzählerischere Richtung ein. Hier funktionieren CORONATUS besonders gut, weil Text und Musik ineinandergreifen. Man hört förmlich das Knarren des Schiffs und das Murmeln alter Geschichten. »Southern Cross« bringt eine hymnische Note ins Spiel, ohne kitschig zu werden.

Dunklere Gewässer

»The Siren« und »Dark Ice« gehören zu den stärkeren Momenten der Platte. Hier treffen Atmosphäre, Melodie und Gesang stimmig aufeinander. Vor allem »Dark Ice« bleibt hängen, weil es Spannung aufbaut und nicht sofort alles preisgibt. Der Abschluss »Die Hexe und der Teufel« setzt mit deutscher Sprache einen Akzent, der mutig ist und nicht ganz reibungslos funktioniert, aber dem Album ein eigenes Ende verleiht.

»Dreadful Waters« ist kein Album für den schnellen Effekt. CORONATUS setzen auf Stimmung, Geschichten und eine ungewöhnliche vokale Mischung. Nicht jeder Song zündet sofort, und an manchen Stellen hätte man sich halbwegs mehr Mut oder Straffung gewünscht. Dafür bietet die Platte viele Details, die sich erst mit der Zeit erschließen. Wer Symphonic- und Folk-Metal mag, der mehr erzählen will als nur epische Refrains, findet hier eine spannende, wenn auch nicht perfekte Reise.

Fazit: Mit »Dreadful Waters« liefern CORONATUS ein Album ab, das sowohl atmosphärisch wie desgleichen musikalisch beeindruckt.

Internet

CORONATUS - Dreadful Waters - CD Review

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Robert
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Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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