Band: MACBETH 
Titel: Gotteskrieger
Label: Massacre Records
VÖ: 2009
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Da haben sich die Herrschaften von Massacre Records ein gehörig altes Eisen ins Boot gezogen. Macbeth fungieren mit ihrer Musik ja schon etwa seit 1985. Mag auf der einen Seite unspektakulär klingen, doch wenn man sich mit der Geschichte im Heavy Metal genauer befasst wird man feststellen das die Herrschaften aus Thüringen keinen einfachen Start hatten und bereits unter dem wachsamen Auge des MFS (Ministerum für Staatssicherheit) mit ihrer Musik gegen das Establishment der DDR angekämpft hatten. Nach dem Fall des eisernen Vorhanges war es etwas ruhiger geworden um die Herrschaften und nur ein Full Length Album aus dem Jahre 2006 lies dich Burschen nicht vollends vom Bildschirm verschwinden. Nun ist es soweit mit 24.07.09 steht das zweite Lebenszeichen mit dem Namen „Gotteskrieger“ in den Startlöchern. Olli Hippauf (voc), Ralf Klein (guit), Alexander Kopp (guit) und Hanjo Papst (bass) und Patrick W. Engel (drums) zelebrieren auch diesmal räudigen Heavy Metal mit einer raueren Thrash Kante und dazu gibt es noch deutsche Lyrics. Findet man so bzw. in dieser Genreschublade doch eher selten.

Mit der Schnittmenge grooviger, shakiger Thrash Musik wird das Album mit „Unter Dem Beil“ gestartet. Recht bretterndes Stück das uns hier geboten wird und die deutschen Lyrics passen hierzu wirklich außerordentlich gut. Kürzer rockt man im rauen Bereich, bevor man immer wieder als temporäre Weiterführung deutlich mehr an Fahrt hinzu gewinnt. „Hunde wollt ihr ewig leben“ ist ja für Geschichtsinteressierte nicht unbekannt, dieser Ausspruch stammt ja von einer gewissen Person während des zweiten Weltkriegs. Wie auch immer an zweiter Stelle ackert der Trupp hier sehr räudig und rotzig. Man tingelt immer wieder vom durchwegs bretternden Gesamtsound kurzerhand in etwas heroischere Refraingefilde hin und her und zu den Texten kann man sich sehr gut an den Film von Frank Wisbar aus dem Jahr 1959 erinnern. Die Thematik Krieg, Leid, Tod und menschenverachtende Gefühle hat man hier wirklich sauber, musikalische in Szene gesetzt. Ruhig und dennoch mit einem gewissen Düsterfeeling wird nun „Das Boot“ eingeläutet, welches kurzerhand mit einer ordentlichen Doomwand weiter geführt wird. Die Filmmusik zum gleichnamigen Film dürfte wohl jedem bekannt sein und diese Fragmente dienen diesem Stück öfters als Hintergrundsound. Sehr satt und rau wird aber im Vordergrund dahin gedonnert was das Zeug hält. Auch hier wird sehr viel Hass versprüht, wobei auch einige Ängste der damaligen U-Boot Besatzungsmitgliedern wieder gespiegelt werden. So tendiert man des Öfteren in einen kürzeren Black Metal Gitarrenbreak, bevor die Mannschaft aus den Tiefen der Ozeane wieder vorstößt und zu einem neuen Angriff startet. Gutes Gebräu aus Black, Thrash und teils melancholischen Soundfragmenten welche sehr druckvoll aus den Boxen dröhnen. Rech düster und beschaulich ist auch die Einleitung von „Golgatha“ ausgefallen, wobei es der Titel schon erahnen lässt geht es hier sehr orientalische zu. Dies wird auch beim deutlich flotteren Nachschub klar weiter gefahren. Dadurch hat man eine sehr stampfende, hasserfüllte Nummer geschaffen die durch ihre groovenden Breaks ordentlich in die Magengegend vorstößt. Auch hier kommt wieder die Geschichte den Vorzug, wobei man aber hier das Rad der Zeit deutlich weiter und zwar zurück in die Antike dreht. Noch um Ecken verhaltener wird nun „Vater“ nachgeschoben. Dieses kürzere Instrumentalstück verschafft kurzerhand etwas Zeit für einen Soundgenuss in entspannter Lage. Mit „Gotteskrieger“ beehrt man uns mit einem Song, welcher von den Lyrics her up to date ist. Vom Tempo rotieren die German Heavy/Thrasher wieder deutlich speediger daher und verlassen die Bretterschiene nur kurz für den Chorlastigen Refrainteil, der einmal mehr wieder sehr heroisch ausgefallen ist. Als Zugabe soliert die Gitarrenfraktion und bietet noch etwas mehr für den Melodieschub. Mit „Maikäfer flieg“ geht es nun weiter und man galoppiert hier sauber und flott dahin und nur für einige lieblichere Ausbrecher wird dies abgelöst. Der Titel sagt es schon aus, hier hat man das alte Volkslied aus dem dreißigjährigen Krieg mit eigenen Texten komplettiert und das klingt räudig und dadurch röhrt der Trupp hier ordentlich dahin. Superbe Vermengung von alten Songtexten des Stücks und eigenen Ideen die man zu einer facettenreichen Mischung zusammengefasst hat. Mit einer ordentlichen Doom Gitarrenwand wird nun „Mein kleiner Soldat“ eingeläutet doch gleich im Anschluss prescht man wieder deutlich flotter dahin. Hier fasst die Mannschaft die Thematik Kindersoldaten und die Verbrecher die Kinder zu solchen Taten anstiften sehr gut auf. Sehr menschenverachtend und streckenweise sehr melancholisch wird dies musikalisch umgesetzt und so hüpft die Formation hier ständig hin und her von brettenden in kürzere schleppende Breaks. Wieder deutlich in der Zeit zurück geht es nun mit „Totentanz“, wobei man hier durchwegs im doomig, stampfenden Gefilden verbleibt und nur kürzer ausbricht. Hier allerdings wird ordentlich Stoff gemacht und da rotieren die Thüringer ordentlich dahin. Abgerundet wird das Machwerk mit der sehr eisigen Nummer „Am Grab“. Viele düstere Gefühle setzt man hier musikalisch um und das mit einer brachialen Gitarrenarbeit die einige parallelen zu manchen Black Metal Sachen aufkommen lassen. Dennoch man bleibt der Linie durchwegs treu und nur durch die Gitarrenarbeit kommt eben das beschriebene Feeling auf.

Fazit: Herrlich, erfrischendes Material das uns hier aus dem Osten Deutschlandes geboten wird. Die deutschen Lyrics lassen laut aufhorchen und dabei bekommen vor allem viele Neugierige bzw. Geschichtsinteressierte eine musikalische Reise geboten. Sauber kann man dazu nur sagen und sollte man sich zu Gemüte führen. Diese Herrschaften haben dadurch eigene Wege eingeschlagen und dazu kann man den Burschen von Macbeth nur gratulieren.

Tracklist:

01. Unter Dem Beil
02. Hunde wollt ihr ewig leben
03. Das Boot
04. Golgatha
05. Vater
06. Gotteskrieger
07. Maikäfer flieg
08. Mein kleiner Soldat
09. Totentanz
10. Am Grab

Besetzung:

Olli Hippauf (voc)
Ralf Klein (guit)
Alexander Kopp (guit)
Hanjo Papst (bass)
Patrick W. Engel (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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