Band: My Dying Bride
Titel: A Map Of All Our Failures
Label: Peaceville (Edel)
VÖ: 2012
Genre: Gothic / Doom Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Thorsten Jünemann

Anhand der Soundschnipsel war ich zuerst geneigt, dem 12. Album der britischen Death/Doom-Metaller ein nicht so gutes Zeugnis auszustellen, doch nach mehreren intensiven Durchläufen kann ich sagen, dass diese Institution es schafft, sich musikalisch an ihrem „Überwerk“ „The Angel And The Dark River“ zu nähern.

Daran wird die Band sich auch zukünftig messen lassen, ist es doch das Album, das der Mehrheit der Fans am besten gefällt, geht man nach diversen Foren und deren Meinungsinhabern. Bestimmt werden einige Fans jetzt aufschreien, haben sie doch andere Alben der Briten auf dem Schirm, die den Herbst noch düsterer erscheinen lassen. Zum Glück sind Geschmäcker verschieden, kann ich da wieder einmal nur sagen…

Wer eine Weiterentwicklung erwartet hat, liegt falsch. Es gibt eher eine Rückbesinnung, was die musikalische Ausrichtung angeht, denn das Einzige was ein bisschen Evolution zeigt, ist der mehr und mehr facettenreichere Gesang, denn es wird noch ein bisserl weniger gegrowlt. Ansonsten wird von Experimenten Abstand genommen und so schleppt man sich doomig und doomiger durch die suizidfördernden Songs und der Hörer ist geneigt, die ein und andere Kerze anzuzünden, das Fläschchen Absynth zu köpfen und dabei eher leer aus dem Fenster in die Herbsttristesse zu schauen und sie ggf. regelrecht zu genießen.

Vermehrt werden hypnotisierende Doppelaxen aufgefahren, nachdem bedrohliche Glocken eine Reise durch die tiefsten menschlichen Abgründe einläuten, die unter anderem auch mit Violinen und kirchlichen Orgeln untermalt werden, während man u.a. den griechischen Dichter und Schreiber Homer und seiner Odyssee regelrecht seetauglich huldigt. Doom, doomiger, MY DYING BRIDE.

Es hat eine Weile und mehrere Durchläufe bei Sonnenuntergang gebraucht, um mich mit dem aktuellen Werk anzufreunden, doch Fans der Band werden ihre Freude dran haben, wenn MY DYING BRIDE zusätzlich dafür sorgen, dass der Herbst noch herbstlicher und düsterer rüberkommt, als er eh schon ist. Auch wenn man von dem Deathmetal der Anfangstage nicht mehr viel hört, kann man den Mannen keinen „Stilverrat“ oder „Stilanbiederung“ anlasten.

Das Album ist nicht durchgehend der Überhammer, es haben sich in den genretypischen langen Songs auch ein paar Durchhänger eingeschlichen, doch halten die sich glücklicherweise in Grenzen, um immer noch ein überdurchschnittliches, bzw. gutes Werk hören zu können. Während draußen die Herbststürme die Bäume leerfegen, die Sonne sich nur noch für wenige Stunden zeigt und man seine gewollte Herbstdepression auslebt, bzw. der Absynth wirkt, ist dies ein weiterer wunderbarer Soundtrack für seine nicht vorhandene Laune, denn den besseren Soundtrack haben bis dato KATATONIA vorgelegt.

Aber ich bin depressiver Weise geneigt, dem Album 4 / 5 Punkten zu verleihen, denn wie bereits gesagt: Es macht Spaß (wenn man das überhaupt bei der musikalischen Ausrichtung sagen darf 😉 ), und ich freue mich auf eine anstehende Tour.

Tracklist:

01. Kneel Till Doomsday
02. The Poorest Waltz
03. A Tapestry Scorned
04. Like a Perpetual Funeral
05. A Map of All Our Failures
06. Hail Odysseus
07. Within the Presence of Absence
08. Abandoned as Christ

Besetzung:

Aaron (voc)
Andrew (guit)
Hamish (guit)
Lena (bass)
Shaun (keys & violin)

Internet:

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