Band: My Name Is Janet
Titel: Big Unveiling In The Town Of Dead
Label: Power Prog
VÖ: 2014
Genre: Pseudogressive Rock/FArt Rock/Shitodelic Rock
Bewertung: 0,5/5
Written by: Daniel

Und da ist es endlich, das neue Meisterwerk der internationalen Truppe. Genial soll es sein, unverzichtbar und einzigartig. Nun ja, Genialität ist eine Eigenschaft die man ohnehin subjektiv wahrnimmt, aber auf eine teilweise uninspirierte Darbietung von Gitarrenriffs die spätestens seit 1976 out sind und funky Fusion Sounds aus der ersten Hälfte des vorvorletzten Jahrzehnts die man sinnlos aneinander reiht kann ich verzichten. Garniert wird das alles obendrein auch noch mit Keyboardsounds die meistens an alte, billige Filme erinnern.
So entpuppt sich schon der Opener Bandwagon For The Broken Stage als skurrile Mischung aus Pink Floyd, MC Hammer und den Chipmunks. Weiter geht es dann mit When I Say To You The Truth, dessen meisterliches Riff selbst ich (mit meiner Arthrose im Anfangsstadium) nach circa einem halben Tag drauf haben müsste. Der Frank Zappa Style im Gesang belebt den Song allerdings dermaßen, dass ich noch Hoffnung habe das Big Unveiling In The Town Of Dead halbwegs erträglich wird.

Doch nach knapp drei Minuten ist auch dieser kleine Hoffnungsschimmer von dannen, den man versucht sich nach einer ruhigen Passage an Metal. Klingt schon irgendwie niedlich und bemüht, doch wenn die Janette glaubt mit Scratching vom Band und einer spannungsarmen Bridge das laaaaaaaangweilige Hauptthema interessanter gestalten zu können, hat se sich jeschnitten.
Die musikalisch armseelig untermalte Spokenwordanreihung am Anfang von Uncanny Fright rettet mir dann auch nicht wirklich den Nachmittag, zumal sich Frank Zappa immer noch nicht grün ist mit Pink Floyd. Wahrscheinlich versuchen die irgendwie mit dem 90er Crossovergeschwurbel klar zu kommen das wie Limp Bizkit für ganz Arme klingt…

Aber dann: The Sand passt! Zumindest zur Situation:
Wir haben zwar Dezember, aber der Boden ist noch nicht gefroren und mein Kopf steckt schon drin! Ein angeborener Schutzinstinkt der sich bezahlt macht, denn ich bin kurz davor Amok zu laufen. Den Versuch an einem atmosphärischen Progrocker im Seventies Style bekommen andere (um nicht zu sagen alle anderen einschließlich Heino, Enya und Manowar) authentischer hin.
Doch lassen wir mal das Gezeter, denn The Eastern Vibes ist ein Instrumental der Superlative! Wo jede andere Truppe diesen Klangabtreter vielleicht 30 Sekunden als Intro nutzen würde erschafft der Genius, der Leser ahnt es, einen über drei Minuten andauernden Langweiler inmitten eines ohnehin beschissenen Albums, das nach zirpender Grille klingt.

Zu meiner Überraschung rockt dann Ulan Bator sogar richtig gut und selbst die Breaks am Ende des ersten Songdrittels sind gelungen, aber warum man dann einen Stil nach dem anderen völlig zusammenhanglos – und nur vom Hauptriff verbunden – mit hinein schmeißen muss, wäre mir bei vorhandenem Interesse fast schon ne Frage wert. So nach dem Motto: „Wart ihr beim komponieren von Ulan Bator auf Drogen?“ Die Antwort würde dann wahrscheinlich so oder so ähnlich lauten, he he:“Nein, wir haben nur nicht gewusst wie wir sonst auf eine Spielzeit von über zehn Minuten kommen sollen, Mann! Wir sind doch genial und voll Prog, Alter!!“

Verträumte Klänge bietet dann Expectation For Love, ich schwelge in Wolken und denke SCHÖÖÖÖÖN, schön langweilig, aber immerhin schön.
Bei Feed Your President wird dann wieder innovativ gerappt, yo. Neben Rapper MC Boil aka Jim Aviva gibt übrigens auch Obama ein Gastspiel in den Spoken Word Passagen. Wirklich sehr, sehr innovativ…
Und wenn du denkst, du hast es gleich geschafft, dann kommen Alvin und die Chipmunks mit Bandwagon Leaves The Town Of Dead um die Ecke. Ob die Rufe im Hintergrund die Hilfeschreie des Testpublikums sind, ist übrigens noch nicht geklärt, das FBI ermittelt…

Und nun mal ernsthaft, ich höre mir fast alles an. Beinahe jeden Rock- und Metalstil, Klassik sowieso und der DDR Schlager der Siebziger zählt zu meinen Lieblingsmusikrichtungen! Blues, Jazz, sogar manche Popnummer gefällt mir, im Gegensatz zum Metalcore. Metal und Core ergibt eine Wortkombination die einfach nicht geht, so wie frohes Schaffen oder glücklich verheiratet. Und trotzdem verreize ich keine Metalcore Band wenn sie ein gutes Album vorlegt, weil es unfair und überheblich wäre!
Am liebsten höre ich obskure oder verfrickelte Sachen, aber das hier ist unverständlich, unverschämt und vor allem umweltschädlich, weil es Rohstoffverschwendung ist. Wenn man bei so viel Schwachsinn auf einen Tonträger von Meisterwerk spricht interessiert mich im Gegenzug weder das textliche Konzept dieses „Albums“ noch irgendwelche Prominenz die hier vielleicht ein Gastspiel gegeben hat. Das Wort Scheiße umschreibt Big Unveiling In The Town Of Dead, mit Verlaub, am besten!

Trackliste:

01. Bandwagon For The Broken Stage
02. When I Say To You The Truth
03. Uncanny Fright
04. The Sand
05. The Eastern Vibes
06. Ulan Bator
07. Expectation For Love
08. Feed Your President
09. Bandwagon Leaves The Town Of Dead

Besetzung:

Jim Aviva (Vocals, Keyboards)
Mike Nebukin (Guitars)
Alexx (Drums)
Bjorn Englen (Studio bass)
Sammy Lukas (Saxophone)

My Name Is Janet im Internet:

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